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Pascal Seidelmann - zwei Herzen pochen in der Brust

Nach dem Abschied vom FC Oberhaid ist Pascal Seidelmann auf seinen Ex-Klub getroffen - und hat ihn mit dem FC Viereth aus dem Pokal befördert.
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Ein noch ungewohntes Bild: Pascal Seidelmann (links) im Trikot des FC Viereth.  Mit seinem neuen Klub setzte sich der Spielertrainer in der 3. Runde des Kreispokals gegen den FC Oberhaid und seinen  Trauzeugen  Julian Schonert (r.) nach Elfmeterschießen durch.sportpress
Ein noch ungewohntes Bild: Pascal Seidelmann (links) im Trikot des FC Viereth. Mit seinem neuen Klub setzte sich der Spielertrainer in der 3. Runde des Kreispokals gegen den FC Oberhaid und seinen Trauzeugen Julian Schonert (r.) nach Elfmeterschießen durch.sportpress
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Mit einem überraschenden Sieg des FC Viereth gegen den FC Oberhaid hat die 3. Runde im Kreispokal begonnen. Mit 5:3 nach Elfmeterschießen setzte sich der Kreisklassist gegen den Bezirksligisten durch. Eine besondere Rolle hat dabei Pascal Seidelmann eingenommen.

FC Viereth - FC Oberhaid nE 5:3 (2:2)

Vor wenigen Monaten begleitete Julian Schonert seinen Kumpel an dessen wichtigsten Tag zum Traualtar, sie haben sich vor sechs Jahren beim FC Oberhaid kennengelernt und Seit an Seit die Knochen hingehalten. Am Mittwochabend war für Pascal Seidelmann aber irgendwie alles anders. Plötzlich war der Trauzeuge sein direkter Gegenspieler auf dem Feld. Seidelmann entschied sich zu Beginn dieser Saison, nach vielen Jahren den FCO zu verlassen und das Spielertrainer-Amt beim FC Viereth anzunehmen. "Bis auf ein Jahr in der D-Jugend habe ich immer in Oberhaid gespielt. Als Spieler im Herrenbereich hatte ich nie die Ambition, den Verein zu verlassen. Wenn eine Anfrage als Spielertrainer kommen sollte, war aber klar, dass ich mir das überlegen würde." Es folgte schließlich der Wechsel in die Nachbarschaft zum FC Viereth.

Dass es nun im Pokal zum direkten Aufeinandertreffen gekommen ist, dass der Kreisklassist seinen zwei Ligen höher spielenden Kontrahenten überraschend im Elfmeterschießen in die Knie zwang und ausgerechnet Seidelmann derjenige war, der den entscheidenden Versuch verwandelte - all das machte das Spiel zu etwas Außergewöhnlichem. Das fühlte sich auch für den Protagonisten des Abends so an. "Es ist wirklich sehr komisch, plötzlich gegen seine früheren Mitspieler antreten zu müssen", sagte der 28-Jährige: "Andererseits sind wir alle Fußballer und müssen das auch ausblenden können."

Kein Duell seit vielen Jahren

Zwar sind Viereth und Oberhaid nur einen Steinwurf weit voneinander entfernt, im Ligabetrieb haben die ersten Mannschaften aber seit mindestens 15 Jahren nicht mehr die Klingen gekreuzt. Entsprechend groß war das Interesse an der Partie, 230 Zuschauer verfolgten das Spiel vor Ort. Und was sie sahen, hatte wenig mit einem Zwei-Klassen-Unterschied zu tun. "Ein Pokalspiel ist eben etwas anderes als ein reines Testspiel. Durch den Wettkampfcharakter hat das Spiel gleich eine ganz andere Bedeutung", sagt Seidelmann.

Viereth stand tief und griff Oberhaid erst nach Überqueren der Mittellinie an. Per Freistoß ging der Hausherr nach acht Minuten in Führung: Der 25-Meter-Schuss von Daniel Kruspel senkte sich zum 1:0 ins lange Eck. Zwar glich Kim Hümmer in der 37. Minute zum 1:1 aus, nur zehn Minuten nach dem Seitenwechsel legte sich Kruspel aber erneut den Ball zu einem Freistoß zurecht und traf per Vollspann ins Torwarteck zur 2:1-Führung. Oberhaid rannte in der Folge an und wurde in der 90. Minute belohnt, als Schonert nach einem abgefälschten Kopfball mit dem Treffer zum 2:2 das folgende Elfmeterschießen erzwang.

Hier bewiesen aber die Vierether starke Nerven, legten vor und verwandelten alle Versuche, während Oberhaid einmal scheiterte. Den entscheidenden Elfmeter netzte Seidelmann mit Hilfe des linken Innenpfostens zum 5:3-Sieg ein.

Zwar stürmten die Mitspieler danach auf ihn zu und bildeten eine große Jubeltraube, Seidelmann hat sich bei den Feierlichkeiten aber bewusst vornehm zurückgehalten. Große Gesten eines Siegers gab es nicht. "Mir war das wichtig. Wir sind im Guten auseinander gegangen, ich und meine Familie sind weiterhin tief in Oberhaid verwurzelt und auch noch im Verein aktiv."

So defensiv sich Seidelmann beim Feiern verhalten hat, so zurückhaltend ist er momentan (noch) beim Formulieren der Ziele. "Dafür ist es noch zu früh. Wir wollen die Vorbereitung komplett abwarten. Klar ist, dass wir nicht wie in der vergangenen Saison gegen den Abstieg spielen wollen", sagt Seidelmann, dessen erste Schritte im Trainergeschäft schon Lust auf mehr machen: "Es ist für mich und die Mannschaft eine neue Etappe. Eine intensive Zeit, die aber unglaublich viel Spaß macht. Im Schnitt sind 25 Spieler im Training, eine tolle Sache."

Dass es am 1. Spieltag in der Kreisklasse 1 zum Derby gegen den RSC Oberhaid kommt, lässt die Vorfreude auf die Saison nur noch größer wirken.

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