Bamberg
Triathlon

Nizza soll nur der Anfang sein

Vier Bamberger präsentieren sich stark bei der Ironman-70.3-Weltmeisterschaft in Nizza: Matthias Türk von Böhnlein Sports landet in seiner Altersklasse sogar unter den Top 25.
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Matthias Türk von Böhnlein Sports beendete die Ironman-70.3-WM in Nizza in 4:30:11 Stunden und landete in der seiner Altersklasse unter den 25 besten Athleten. privat
Matthias Türk von Böhnlein Sports beendete die Ironman-70.3-WM in Nizza in 4:30:11 Stunden und landete in der seiner Altersklasse unter den 25 besten Athleten. privat
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Vier Bamberger Triathleten vertraten an der französischen Cote d'Azur bei bei der Ironman-70.3-Weltmeisterschaft in Nizza die Domstadt. Nach gemeinsamen Vorbereitungen in den Vortagen war die "Bamberger Reisegruppe" für den Wettkampf gewappnet.

Den Auftakt machten die Damen. An einem traumhaft schönen Tag wurde ab 7 Uhr in Startwellen in die Auftaktdisziplin Schwimmen gestartet. Mit Anne Kirsten hatte sich eine Athletin von der DJK Teutonia Gaustadt ihren Traum erfüllt und startete voller Vorfreude in das Abenteuer. Die gemessene Wassertemperatur erlaubte es den Frauen, den Neoprenanzug zu tragen, der die Schwimmer nicht nur vor dem auskühlen schützt, sondern auch als beliebtes Hilfsmittel dient, um die erste Disziplin schneller zu absolvieren.

Mit ihrer Schwimmleistung hatte Kirsten einen soliden Auftakt, wenngleich sie die knapp zwei Kilometer lange Strecke in der Vergangenheit schon gut zwei Minuten schneller bewältigen konnte. Der Mittelpart stellte ihre Paradedisziplin dar. Regelmäßig fährt sie in ihrer Altersklasse eine der besten Radzeiten. Der sehr selektive Kurs war mit fast 1500 Höhenmetern gespickt und somit einer der schwersten Halbdistanzstrecken weltweit. Vor allem in den Abfahrten war höchste Konzentration und eine geübte Technik gefragt, um unversehrt in die zweite Wechselzone zu kommen. Etliche Athletinnen mussten durch Defekte und Unfälle das Rennen vorzeitig beenden. Kirsten wählte ein cleveres Risikomanagement und kam mit einer guten Radzeit und unfallfrei nach 3:14:39 Stunden in die zweite Wechselzone. Unter zunehmender Hitze wurde der Halbmarathon zur echten Herausforderung. Die atemberaubende Aussicht auf das Mittelmeer und die begeisterten Zuschauer konnten aber nur teilweise von den Qualen ablenken. Der Zieleinlauf entschädigte für die entbehrungsreichen Vorbereitungsmonate und war ein unvergessliches Erlebnis. Die Endzeit von 5:40:09 Stunden brachte sie in das erste Viertel der gesamten Damenkonkurrenz.

Am Folgetag machten sich die Herren auf den selben Kurs. Mit Matthias Türk, Daniel Wolf und Christian Birke konnten gleich drei Bamberger die hohen Qualifikationsnormen erfüllen und durften sich in das WM-Abenteuer stürzen.

Fast unter den Top 100

In Topform zeigte sich Matthias Türk von Böhnlein Sports Bamberg, dem es in 4:30:11 Stunden am schnellsten gelang, die zwei Kilometer Schwimmen, den 92 Kilometer langen Radkurs und den Halbmarathon zurückzulegen. Nachdem er bei der Auftaktdisziplin in Führung liegend auf dem besten Weg war, seine Stärke auszuspielen, kostete ihm eine Kollision mit einem anderen Athleten wertvolle Zeit und einige Plätze. Mit einem beherzten Rennen kämpfte sich der Bischberger jedoch zurück und feierte seinen Zieleinlauf mit einer Top-25-Platzierung in der Altersklasse bei seinem WM-Debüt. Unter allen 3500 Startern ist er nur knapp an einer Platzierung unter den besten 100 vorbeigeschrammt.

Der 25- Jährige zeigt sich im Nachgang glücklich mit seinem Ergebnis. "Angefixt von diesem überwältigendem WM-Erlebnis arbeite ich in der Zukunft auf noch bessere Resultate hin", sagte der Bischberger.

Mit Daniel Wolf reihte sich der nächste "Böhnleiner" bei den erfolgreichen Finishern ein. Bedingt durch einen Radsturz gestaltete sich seine Vorbereitung in den letzten Wochen sehr schwierig. Nachdem er in den ersten beiden Disziplinen sein Leistungsvermögen umsetzen konnte, musste er seinem verletzungsbedingten Trainingsdefizit Tribut zollen und konnte auf der zweiten Hälfte des Halbmarathons sein gutes Tempo nicht halten. In 4:52:55 Stunden konnte sich der 34-Jährige noch einen Platz im vorderen Mittelfeld seiner Altersklasse sichern.

Für Christian Birke von der DJK Teutonia Gaustadt war Aufgeben keine Option. Nach einem Speichenbruch musste er Teile des langen Anstiegs auf der Radstrecke zu Fuß bewältigen, bis ihn ein Mechaniker erlöste und sein Rad wieder fahrtauglich machte. Nach dem zeitraubenden Vorfall war der Teutone nicht mehr konkurrenzfähig, feierte aber zurecht sein WM-Finish nach einer starken Willensleistung. Mit der Zeit von 5:01:28 Stunden überquerte er trotz aller Widrigkeiten im Mittelfeld seiner Altersklasse die Ziellinie. mt

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