Frensdorf

Nadine Janousch nach Siegtreffer: "Noch nie so wild gejubelt"

Nadine Janousch hat die Frauen des SV Frensdorf zum ersten bayerischen Titel der Vereinshistorie geschossen - dabei ist das Toreschießen eigentlich gar nicht ihre Kernaufgabe.
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Im Kreise ihrer Liebsten: SVF-Kapitänin Nadine Janousch (vorne, mit Pokal) hat im Finale der bayerischen Futsal-Meisterschaft den 1:0-Siegtreffer gegen den FC Ruderting erzielt.privat
Im Kreise ihrer Liebsten: SVF-Kapitänin Nadine Janousch (vorne, mit Pokal) hat im Finale der bayerischen Futsal-Meisterschaft den 1:0-Siegtreffer gegen den FC Ruderting erzielt.privat

Eigentlich Verteidigerin und Kapitänin, im Finale aber die gefeierte Siegtorschützin für den SV Frensdorf: Nadine Janousch hat bei der bayerischen Futsal-Meisterschaft in Stegaurach das entscheidende 1:0 gegen den FC Ruderting erzielt - und den SVF-Damen den größten Erfolg in der Vereinsgeschichte beschert.

Im Interview spricht die 28-Jährige über das emotionale Turnier, die Futsal-Leidenschaft der SVF-Frauen und warme Worte des neuen Trainers.

Frau Janousch, haben Sie jemals ein so wichtiges Tor wie im Finale geschossen?

Nadine Janousch: Als Verteidigerin bin ich es ja sowieso nicht gewohnt, oft Tore zu schießen. In der Halle verwischen die Positionen etwas: Eine Verteidigerin schaltet sich nach vorne mit ein, eine Offensivspielerin sichert in der Rückwärtsbewegung nach hinten ab. Ich spiele jetzt seit 21 Jahren Fußball, aber an vergleichbare Gefühle nach einem Treffer wie im Endspiel kann ich mich nicht erinnern. Das war ein ganz besonderes Erlebnis, ich habe noch nie so wild gejubelt.

Frensdorf ist nicht gut ins Turnier gestartet, verlor zum Auftakt gegen den späteren Finalgegner und zitterte sich mit vier Punkten ins Halbfinale. Ab wann hat das Team den Schalter umgelegt?

Wir haben die "Bayerische" als Bonus-Turnier angesehen und wollten uns im Vorfeld so teuer wie möglich verkaufen. Der Einzug ins Halbfinale war dann der Knackpunkt. Als wir dieses erreicht hatten, war klar, dass wir vor unseren vielen Fans alles versuchen wollen, nun auch den Titel zu holen. Dass es geklappt hat, ist natürlich ein Traum.

Ein Wermutstropfen: Im Finale hat sich Kathrin Litz an der Schulter verletzt und musste ins Krankenhaus ...

Kathrin ist nach einem Zweikampf kurz vor Schluss auf die Schulter gefallen. Wir haben sie noch am Abend im Krankenhaus besucht und sind in einem kleinen Kreis etwas Essen gegangen. Die große Feier müssen wir also sowieso noch nachholen. Wie schwer ihre Verletzung ist, steht aber noch nicht fest. Wir hoffen, dass sie bald wieder fit ist.

Mit Heinz Ullrich ist seit dieser Saison ein neuer und sehr erfahrener Trainer in Frensdorf in der Verantwortung. Wie ist sein Anteil am Turniersieg zu bemessen?

Heinz ist menschlich und fußballerisch ein absoluter Gewinn, ist für jeden Spaß zu haben und kümmert sich um jede einzelne Spielerin. Er war auch der erste, der uns wieder aufgerichtet hat, als einige nach der Auftaktniederlage gegen den FC Ruderting in der Kabine die Köpfe haben hängen lassen. Dieses Mutzusprechen ist bei Frauen vielleicht noch wichtiger. Uns hat es in jedem Fall sehr geholfen.

Viele Mannschaften verweigern sich Futsal, spielen lieber klassischen Hallenfußball oder pausieren im Winter ganz. In Frensdorf scheint es anders zu sein...

Futsal ist für uns eine willkommene Abwechslung und eigentlich eine coole Sache. Die Bayernliga umfasst ja nur 13 Mannschaften mit lediglich 24 Ligaspielen. Daher kommt uns Futsal ganz gelegen, wenngleich wir das Regelwerk im Training erst wieder ein wenig auffrischen mussten. Was darf man? Was darf man nicht? Es gibt aber auch Spielerinnen bei uns, die aufgrund der Verletzungsgefahr auf Hallenfußball komplett verzichten und erst zur Vorbereitung wieder einsteigen. Kürzlich hat sich Lilith Knauf im Hallentraining schwer verletzt und sich den Meniskus gerissen. Sie wird uns leider lange Zeit fehlen.

Am Samstag findet in Weinberg das erste Testspiel statt, knapp vier Wochen später die erste Partie der Rückrunde. Noch ist der Klassenerhalt nicht sicher...

Das ist auch das Problem dieser kleinen Liga: Von 13 Mannschaften steigen vier Teams ab, die halbe Liga befindet sich eine gefühlte Ewigkeit im Abstiegskampf. Wir stehen aber auf Rang 5 ordentlich da und sind auf einem guten Weg, müssen aber weiter an unserer Chancenverwertung arbeiten. Ob in der Halle oder auf dem Feld: Wir brauchen einfach noch viel zu viele Chancen für ein Tor.

Das Gespräch führte Tobias Schneider

Die Vorbereitungsspiele

Samstag, 15. Februar, 14 Uhr: SV Weinberg - SV Frensdorf

Sonntag, 16. Februar, 13.30 Uhr: SG Nürnberg-Fürth - SV Frensdorf

Samstag, 22. Februar, 14 Uhr: SV Frensdorf - SV Neusorg

Sonntag, 23. Februar, 14 Uhr: SV Frensdorf - TSV Buch

Samstag, 29. Februar, 14 Uhr: SV Veitshöchheim - SV Frensdorf

Sonntag, 1. März, 15 Uhr: SV Frensdorf - SpVgg Erlangen

Samstag, 7. März, 15 Uhr: Schwabthaler SV - SV Frensdorf

Sonntag, 8. März, 14 Uhr: SV Frensdorf - Spvg Eicha

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