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Triathlon

Bamberger wird nachträglich zum Ironman-Weltmeister ernannt

Chris Dels beendete vor drei Wochen den Ironman auf Hawaii auf Platz 2 seiner Altersklasse. Jetzt profitiert der 35 Jahre alte Bamberger von der Disqualifikation des Siegers.
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Nach dem Gewinn des WM-Titels über die Mitteldistanz im Vorjahr ist Chris Dels nun auch Weltmeister seiner Altersklasse über die Langdistanz. Foto: Archiv
Nach dem Gewinn des WM-Titels über die Mitteldistanz im Vorjahr ist Chris Dels nun auch Weltmeister seiner Altersklasse über die Langdistanz. Foto: Archiv

Chris Dels ist nicht länger nur "Vize", sondern darf sich ab sofort Ironman-Weltmeister nennen. Der Bamberger Triathlet, der den legendären Wettbewerb auf Hawaii vor gut drei Wochen als Zweiter seiner Altersklasse (M35) beendet hatte, ist zum Sieger erklärt worden. Denn der eigentliche Gewinner, Sergio Marques aus Portugal, wurde nachträglich disqualifiziert.

Dies erfuhr der für Böhnlein Sports Bamberg startende Dels in einem Telefonanruf von Ironman-Chef Andrew Messick aus den USA. "Als mein Handy klingelte, wollte ich erst gar nicht ran gehen. Ich fürchtete, ich hätte wohl irgendwelche Dopingkontrollen verpasst und würde disqualifiziert werden", erzählt Dels lachend.

Der 35-Jährige kann den nachträglichen Triumph kaum fassen: "Das ist unvorstellbar, ich bin sprachlos. Ich habe nicht im Traum daran gedacht, in Hawaii auf dem Podium zu stehen, und jetzt bin ich sogar Weltmeister." Genau genommen sogar Doppelweltmeister: Denn vor einem Jahr hatte der 35 Jahre alte Deutsch- und Englischlehrer in Südafrika bereits den WM-Titel über die Mitteldistanz in seiner Altersklasse gewonnen.

Marques streitet Vorwürfe ab

Bereits kurz nach dem Rennen auf Hawaii am 12. Oktober wurde der Sieg von Marques, der in der M35 in 8:35:12 Stunden vor Dels (8:44:12) gewonnen hatte, kontrovers diskutiert. Der 39 Jahre alte Portugiese, der in den Vorjahren als Triathlon-Profi unterwegs war, ging auf Hawaii als Amateur an den Start. Dies wäre auch erlaubt gewesen, wenn er in diesem Kalenderjahr keine Wettkämpfe als Profi bestritten hätte. Doch das war offenbar nicht der Fall.

"Das hatten mir bereits einige Trainer vor Ort gesagt, und ich habe Marques bei der Siegerehrung auch darauf angesprochen. Aber er hat es abgestritten", sagt Dels. Auf einen offiziellen Protest hatten sein Trainer Swen Sundberg und er aber verzichtet. "Meine Freude über den zweiten Platz und meine Leistung war einfach zu groß, um sie mir davon versauen zu lassen", erklärt Dels.

Die Ironman-Organisatoren sind entsprechenden Hinweisen aber nachgegangen. Sie fanden heraus, dass der Portugiese bei zwei Wettkämpfen in diesem Jahr als Profi an den Start gegangen war und erkannten ihm daher den WM-Titel ab. "Das rechne ich den Organisatoren hoch an, denn für sie ist das eine peinliche Angelegenheit. Sie hätten auch Gras über die Sache wachsen lassen können. Ich hatte damit nicht gerechnet und freue mich natürlich sehr darüber", meint Dels.

Siegertrophäe ist unterwegs

In den nächsten Tagen erwartet der 35-Jährige Post aus den USA. Die Siegertrophäe, die einer traditionellen hawaiianischen Holzschüssel nachempfunden ist, ist auf dem Weg nach Bamberg.

Nach Anne Haug und Jan Frodeno bei den Profis stellen die deutschen Triathleten nun mit Dels als schnellstem Amateursportler den dritten Weltmeister beim Hawaii-Triathlon 2019. Als Titelträger hat sich der Bamberger für die Auflage im nächsten Jahr qualifiziert. Allerdings hat sich Dels für 2020 ein anderes Ziel gesetzt. Er will beim Ironman in Roth um den Altersklassensieg kämpfen.

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