Die Bamberger machten von der ersten Sekunde an deutlich, dass sie die bittere Pleite in Würzburg vergessen machen wollten. Im Gegensatz zum Freitag lief der Ball deutlich besser: Die mageren zehn Assists zum Auftakt waren schon zur Pause (13) übertroffen, wobei Nikos Zisis (6) allein die Hälfte aller Vorlagen verteilte. Trainer Andrea Trinchieri hatte sich diesmal für Ricky Hickmann und Luka Mitrovic entschieden, dafür saßen von den acht Ausländern diesmal Quincy Miller und Daniel Hackett draußen.


Im zweiten Viertel abgesetzt

Trotzdem wurde deutlich, dass sowohl in der Defensive als auch im Angriff noch die Feinabstimmung fehlt. Nach einem ausgeglichenen ersten Viertel (16:19), in dem sich die Gießener sehr ordentlich verkauften, drehten die Hausherren in Abschnitt 2 auf. Aus einer verbesserten Defensive liefen die Bamberger einige Schnellangriffe und wendeten zunächst mit einem 9:0- und nach zwei Dreiern der Mittelhessen mit einem 12:0-Lauf das Blatt. Zur Pause führte der Meister mit 44:37, wobei die Punkte hauptsächlich auf den Schultern von Ricky Hickman, Maodo Lo, Mitrovic (alle 7) sowie auf Augustine Rubit und Leon Radosevic (beide 6) verteilt waren. Dass die Trinchieri-Truppe nicht höher führte, lag vor allem an den sechs Offensiv-Rebounds, die John Bryant (3) und Co. sicherten.
Nach dem Seitenwechsel zeichnete sich vor allem Mitrovic aus, der einen Rebound nach dem anderen einsammelte. Es lief zwar weiterhin nicht alles nach Wunsch, doch nach dem zweiten Dreier von Maodo Lo hatten die Hausherren erstmals eine zweistellige Führung (55:43) herausgeschossen, obwohl jetzt John Bryant, der wie immer in Freak City mit Pfiffen empfangen worden war, zu einigen Punkten kam. Hickman und Lucca Staiger besserten danach ihre Dreier-Bilanz auf, so dass das Brose-Team mit einem Elf-Punkte-Vorsprung in die letzten zehn Minuten ging.
Offensichtlich dachten die Hausherren, die Messe sei schon gelesen. Doch die 46ers glaubten weiter an sich und verkürzten vor allem durch Jamar Abrams auf 61:67. "Auf geht's Bamberg, kämpfen und siegen", skandierten die Fans beim 71:68 gut fünf Minuten vor dem Ende. Nach dem 73:73-Ausgleich von Davis standen die Brose-Anhänger, doch Benjamin Lischka ließ sich davon nicht beeindrucken und brachte die Mittelhessen nach fünf Bamberger Ballverlusten im Schlussviertel seit langem wieder einmal wieder in Front. Vier Punkte von Lo und fünf Zähler von Zisis bescherten dem Brose-Team aber dann wieder einen Vier-Punkte-Vorsprung. Nach einem wichtigen Offensiv-Rebound und einem verwandelten Freiwurf machte Luka Mitrovic dann sein Double-Double (10 Punkte/11 Rebounds perfekt) und war bei seinem ersten Pflichtspiel-Einsatz im Brose-Trikot gleich der Matchwinner, obwohl sich die Gießener bis zur letzten Sekunde wehrten und am Ende sogar noch die Chance zum Ausgleich besaßen.


Die Statistik

Brose Bamberg -
Gießen 46ers 87:84

( 16:19, 28:18, 21:17, 22:30)
Bamberg Lo (14 Punkte/2 Dreier), Hickman (13/2), Zisis (11), Mitrovic (10), Rubit (10), Taylor (10/1), Harris (6), Radosevic (6), Nikolic (4/1), Staiger (3/1)
Gießen Lischka (16/1), Abrams (15/3), Bryant (14), Hollins (12/2), Davis (11/2), Agva (9/1), Marin (5/1), Manigat (2), Völler, Kraushaar
SR Rodriguez, Arik, Brendel
Zuschauer 6150 ausverk.
Gesamtwurfquote Bamberg 50 Prozent (30 Treffer/60 Versuche), Gießen 47 (29/62)
Dreier Bamberg 41 Prozent (7/17), Gießen 40 (10/25)
Freiwurfquote Bamberg 71 Prozent (20/28), Gießen 76 (16/21)
Rebounds Bamberg 29 (22 defensiv/ 7 offensiv), Gießen 39 (27/12)
Ballgewinne/-verluste Bamberg 9/9, Gießen 6/16
Assists Bamberg 20 / Gießen 23
Fouls Bamberg 19 / Gießen 27