Bamberg
Fußball-Landesliga

Michael Hutzler vor dem Showdown: "Nur ein Spiel wie jedes andere"

Siegt der FC Eintracht in Baiersdorf, ist der Titel perfekt. Vor dem Spiel gibt Trainer Michael Hutzler einige Einblicke in seine Gefühlswelt.
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Noch einmal gewinnen - dann sind der FC Eintracht Bamberg und Trainer Michael Hutzler am Ziel.  sportpress
Noch einmal gewinnen - dann sind der FC Eintracht Bamberg und Trainer Michael Hutzler am Ziel. sportpress

Sehr viel kürzer kann eine Fan-Auswärtsfahrt mit dem Zug gar nicht ausfallen. Treffpunkt 11.45 Uhr, Abfahrt 12.08 Uhr auf Gleis 5, Ankunft 27 Minuten später in Baiersdorf. Dann ein paar Meter zu Fuß - und schon ist das Sportgelände des Baiersdorfer SV erreicht: Wenn der FC Eintracht Bamberg am Samstag um 14 Uhr zu seinem letzten Saisonspiel antritt und sich mit einem Sieg zum Meister der Landesliga Nordost krönen kann, nehmen viele Anhänger den kurzen Weg mit dem Zug auf sich und werden versuchen, das Auswärtsspiel zu einer Heimpartie zu machen. "Wir sind sehr dankbar, diese Unterstützung zu haben. Der Mannschaft hilft es enorm. Es hat sich wieder eine richtige Fankultur gebildet. Ich liebe es, wenn sie singen und uns anfeuern", sagt Trainer Michael Hutzler, betont aber auch: "Ich hoffe nur, dass alles ruhig abläuft und appelliere an die Vernunft. Es würde uns massiv schaden, wenn es aus dem Ruder läuft."

Die sportliche Ausgangslage ist dabei klar: Der Tabellenführer hat alles selbst in der Hand. Bei einem Punkt Vorsprung vor dem SC Feucht (2.) kann der FCE mit einem Sieg die Meisterschaft feiern. Auf Rang 3 steht der TSV Neudrossenfeld, der den FCE aber nicht mehr überholen kann. Bamberg kann im schlimmsten Fall also noch auf Rang 2 abrutschen. Ein Szenario, mit dem sich Hutzler aber gar nicht beschäftigt: "Wir unterschätzen Baiersdorf sicherlich nicht. Aber ich bin überzeugt, dass wir es schaffen. Das Training war unglaublich, die Jungs waren konzentriert und fokussiert, man hat in jeder Aktion gemerkt, wie sie brennen. Sie wollen den Titel unbedingt."

Mit seinen inzwischen 49 Jahren hat Hutzler als Trainer schon viel erlebt, erst sechs Jahre lang bei Jahn Forchheim, seit zwei Spielzeiten nun beim FCE. Ob Aufstiegs- oder Abstiegskampf, ob Bayern-, Landes- oder Bezirksliga, der Druck ist ein ständiger Begleiter. "Wenn man ehrlich ist, haben wir in Bamberg seit zwei Jahren konstant Druck auf dem Kessel und stehen eigentlich immer in der Verpflichtung, gewinnen zu müssen."

Das ist auch am Samstag in Baiersdorf der Fall. Große Änderungen in der Vorbereitung auf das Spiel hat Hutzler aber nicht vorgenommen. Und das ganz bewusst. "Die Ansprache, der Ablauf vor dem Spiel - alles wird sein wie immer. Schließlich ist es ein Spiel wie jedes andere, nur, dass es in der Konsequenz um mehr geht. Aber das soll den Spielern gar nicht erst in die Köpfe kriechen. Routine und eingespielte Abläufe sind mir wichtig, das schafft mentale Sicherheit", sagt Hutzler. "Natürlich verspüre ich auch eine gewisse Nervosität und Anspannung, da ist aber auch jede Menge Vorfreude dabei. Würde es im Bauch nicht kribbeln, wäre wohl irgendetwas nicht in Ordnung."

Baiersdorf hat Relegation gebucht

Schon seit gut zwei Wochen steht fest: Baiersdorf (16./30 Punkte) wird in die Abstiegsrelegation gehen. Bereits nächsten Mittwoch steht für den BSV das erste Relegationsspiel an, so dass vielleicht der eine oder andere Spieler geschont wird. Wie dem auch sei: Der BSV kann gegen den Ligaprimus befreit aufspielen und die Partie als Test für die Relegation sehen. Im Hinspiel im Oktober sorgte Maximilian Großmann für den 2:0-Heimsieg.

Bis auf die Langzeitverletzten sind alle Mann beim FCE fit. "Wir reisen mit voller Besatzung an", sagt Hutzler. Die Fahrt beginnt am Vereinsheim, wieder mit zwei Neunsitzer-Bussen. So, wie sie es auch bei allen bisherigen Spielen gehandhabt haben. Alles wird wie immer sein. Noch ein letztes Mal.

Ticker, Stream, Radio

Wer das Spiel nicht vor Ort verfolgen kann, hat andere Möglichkeiten: So bietet unser Partnerportal anpfiff.info einen Live-Ticker an, Bewegtbilder gibt es unter sporttotal.tv. Mit dabei ist auch Radio Bamberg, der Sender berichtet live in Einblendungen.

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