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Basketball

Mehr als ein Prestigesieg für Brose Bamberg

Die Formkurve von Brose Bamberg zeigt beim 77:73 in der Champions League über den Titelverteidiger AEK Athen weiter nach oben.
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Tyrese Rice, mit 13 Punkten bester Bamberger Korbschütze, zieht an Giannoulis Larentzakis vorbei. Der Grieche vergab 20 Sekunden vor Spielende zwei Dreier kurz hintereinander und somit die Chance für die Gäste aus Athen auf den Sieg. Foto: Daniel Löb
Tyrese Rice, mit 13 Punkten bester Bamberger Korbschütze, zieht an Giannoulis Larentzakis vorbei. Der Grieche vergab 20 Sekunden vor Spielende zwei Dreier kurz hintereinander und somit die Chance für die Gäste aus Athen auf den Sieg. Foto: Daniel Löb

Im Heimspiel gegen Fuenlabrada raubte ein irrer Dreier von Francisco Cruz den Basketballern von Brose Bamberg den Sieg, in Dijon zwang sie ein Glückswurf von David Holston in die Verlängerung, doch am Dienstagabend, sagte Coach Ainars Bagatskis, "war der Basketball-Gott für Bamberg". 22 Sekunden vor der Schlusssirene führte das Brose-Team im Heimspiel gegen den Champions-League-Titelverteidiger AEK Athen knapp mit 75:73. Dann bekam ausgerechnet der beste Distanzschütze der Griechen, Giannoulis Larentzakis, gleich zweimal binnen fünf Sekunden die Chance, mit einem Dreier für die Wende zu sorgen. Doch beide Würfe gingen daneben. Nach einem taktischen Foul tütete Augustine Rubit auf der anderen Seite des Feldes den hart erkämpften 77:73-Erfolg gegen die zuvor achtmal unbesiegten Athener mit zwei Freiwürfen ein.

"Beide Mannschaften hatten die Chance auf den Sieg. Wir hatten in den entscheidenden Momenten kein Glück oder waren nicht entschlossen genug", meinte Athens Trainer Luca Banchi. Der Italiener, in der vergangenen Saison für vier Monate für Brose Bamberg tätig, war zusammen mit seinem Assistenten Ilias Kantzouris von den Fans mit viel Applaus empfangen worden.

18 Mal Gleichstand

Für Bagatskis hatte der Sieg seines Teams weniger mit Glück zu tun, vielmehr meinte der Lette: "Wir haben einen Weg gefunden, das Spiel zu gewinnen, daher war er verdient." In einem über die gesamte Dauer ausgeglichenen Spiel zweier gleichstarker Mannschaften wechselte die Führung 16 Mal, 18 Mal stand es unentschieden. Da beide Teams schwache Quoten aus dem Feld aufwiesen (Bamberg 40 Prozent/Athen 44), kam den Freiwürfen eine größere Bedeutung zu. Hier hatten die Gastgeber klare Vorteile. 20 Punkte erzielten sie von der Linie aus, die Griechen nur zwölf. In der Schlussphase waren die Freiwürfe gar entscheidend: Tyrese Rice traf 42 Sekunden vor Schluss zwei zur 75:73-Führung, wenig später machte Rubit, wie erwähnt, alles klar.

Acht-Punkte-Führung verspielt

Viereinhalb Minuten vor Spielende hatten sich die Bamberger beim Stand von 68:60 die größte Führung der Partie erarbeitet. Diese hatte aber nur zwei Minuten Bestand, dann stand es abermals unentschieden (71:71). "In dieser Phase haben wir ihre Offensive nicht gut gelesen. Aber wir haben die Nerven behalten und ein sehr gutes Team geschlagen", meinte Nikos Zisis.

Trotz der Niederlage hat sich Titelverteidiger AEK Athen als erstes der 32 Teams für das Achtelfinale der Champions League qualifiziert. Der Bundesliga-Vierte aus Bamberg kann bereits am Mittwoch nächster Woche mit einem Sieg beim litauischen Vertreter BC Lietkabelis das Ticket für die K.o.-Runde, für das sich die vier besten Teams jeder Gruppe qualifizieren, lösen. Ein weiteres Ziel ist es, so lange wie möglich um den Gruppensieg mitzuspielen. Dazu bedarf es aber weiterer Leistungen wie am Dienstagabend, an dem alle zehn eingesetzten Spieler punkteten und nur fünf Ballverluste zu Buche standen. Zudem verteidigten die Bamberger wesentlich besser als im Hinspiel, in dem sie 20 Punkte mehr kassiert hatten. Bagatskis, der Patrick Heckmann (Bänderdehnung) und Louis Olinde (Rekonvaleszent nach Hüftverletzung) nicht einsetzte, vergrößerte die Rotation und gab wie schon beim Sieg in Ulm Daniel Schmidt und Maurice Stuckey mehr Einsatzzeit. Beide spielten grundsolide.

Appell von Zisis an die Fans

Brose-Kapitän Zisis war stolz darauf, dass sich sein Team nach der bitteren Heimniederlage gegen Medi Bayreuth, die mit Pfiffen und Buhrufen quittiert wurde, so schnell wieder gefangen hat. Daher wollte er nicht viel über den Sieg gegen AEK Athen sagen, vielmehr sprach er angesichts der Unmutsbekundungen nach dem Bayreuth-Spiel ein Thema an, "das ich für sehr wichtig halte. Es ist großartig, solche Fans zu haben. Sie sind es gewohnt, dass ihr Team Meisterschaften gewinnt. Aber das ist alles andere als leicht. Zwar arbeiten wir jeden Tag hart, aber wir brauchen die Fans, denn mit ihrer Unterstützung spielen wir besser. Ich bitte sie daher als Kapitän, uns bestmöglich zu unterstützen. Dafür gebe ich ihnen das Versprechen, dass wir jeden Tag alles geben werden." Mit den Erfahrungen aus 19 Profijahren wird dem Griechen bewusst sein, dass ihn die Brose-Fans beim Wort nehmen.

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