Bamberg
Basketball

McLean mit der heißen Hand bei Bamberger Sieg in Riga

Mit einer 90-prozentigen Wurfquote sorgt der US-Amerikaner in einer lange Zeit engen Partie im letzten Viertel für klare Verhältnisse bei VEF Riga. Der 76:55-Erfolg der Bamberger war wettbewerbsübergreifend der sechste Sieg in Folge.
Artikel drucken Artikel einbetten
Von den Teamkollegen für seine starke Leistung zu Recht gefeiert: Tré McLean Foto: championsleague.basketball
Von den Teamkollegen für seine starke Leistung zu Recht gefeiert: Tré McLean Foto: championsleague.basketball

"1, 2, 3 - Tré!": Den obligatorischen Schlachtruf nach der Champions-League-Partie bei VEF Riga widmeten die Basketballer von Brose Bamberg ihrem Matchwinner - Tré McLean. Der US-Amerikaner lief in der Schlussphase heiß: Mit 14 Punkten und vier getroffenen Dreipunktewürfen im letzten Viertel sorgte McLean nach einer lange Zeit zähen Angelegenheit für einen letztlich ungefährdeten Bamberger 76:55 (31:23)-Auswärtssieg beim lettischen Meister.

Die überschwänglichen Glückwünsche seiner Mannschaftskollegen nach der Schlusssirene schienen dem Teamplayer schon fast etwas unangenehm, auch auf der Pressekonferenz verlor der 26-Jährige kein Wort über seine eigene Leistung. "Es war ein toller Teamerfolg. Auswärts ist es nie einfach, zu gewinnen. Wir haben den Ball gut bewegt und einige wichtige Stopps erzwungen", sagte McLean. "Entscheidend war natürlich unser Lauf im vierten Viertel."

Dass Basketball ein Spiel der Läufe ist, ist längst bekannt, in der ersten Halbzeit lieferten beide Teams ein Paradebeispiel dafür. Riga war in den ersten vier Minuten mit einem 7:0-Lauf gestartet, ehe Bamberg mit 14 Zählern in Folge das erste Viertel beendete (7:14). Die Letten antworteten zu Beginn des zweiten Viertels mit einer 10:2-Serie und übernahmen wieder die Führung (17:16), doch das Team von Coach Roel Moors antwortete mit einem 15:4-Lauf.

Außer diesen Serien hatten die ersten 20 Minuten kaum spektakuläre Momente zu bieten. Die Letten präsentierten sich im Setplay statisch und ohne erkennbare Spielidee, die Gäste ließen den Ball zwar gut laufen, trafen aber zunächst kaum einen Wurf von außerhalb der Zone. Bamberg versuchte zwar über Assem Marei und Elias Harris, sein Spiel unter dem Brett zu etablieren, doch Riga doppelte konsequent und machte es den Centern dadurch schwer. Ende des zweiten Viertels fand der gut Regie führende Paris Lee aber immer häufiger Lösungen und vor allem Marei unter dem Korb, der schnelle sechs Punkte erzielte.

Fehler bringen Riga zurück

Zu Beginn der zweiten Halbzeit tat sich Marei dann auch als Passgeber für Christian Sengfelder hervor und baute die Führung selbst auf zehn Punkte aus (25:35). Die Bamberger hätten bereits in dieser Phase eine Vorentscheidung herbeiführen können, leisteten sich nun aber einige Nachlässigkeiten. Harris verlor ohne Not den Ball an der Mittellinie und leitete einen 7:0-Lauf der Gastgeber ein. Der US-amerikanische Aufbauspieler Lester Medford drehte jetzt auf und brachte sein Team im Alleingang zurück ins Spiel (44:47), übertrieb es dann aber mit einigen wilden Aktionen.

Das Brose-Team ließ die Tür für VEF zwar offen, gab den wenigen Hundert lettischen Zuschauern (inklusive zehn mitgereister Fans aus Bamberg) in der weitläufigen, 11 000 Zuschauer fassenden Arena aber nie wirklich das Gefühl, dass das Spiel kippen könnte.

Zu verdanken war das einer sehr konzentrierten Defensivleistung, die ihren Höhepunkt Ende des dritten Viertels fand, als Retin Obasohan das blass gebliebene Toptalent Arturs Kurucs bei einem Fastbreak spektakulär von hinten blockte. Fünfeinhalb Minuten vor Spielende sorgte Michael Carrera mit einem Dreier über das Brett wieder für eine zweistellige Führung (47:58) und leitete einen Schlussspurt ein, den der starke McLean vollendete.

Spieler des Spiels

Tré McLean Der verhalten in die Saison gestartete Flügelspieler entwickelt sich immer mehr zu einer der wichtigsten Bamberger Offensivwaffen. McLean erzielte 23 Punkte (9/10 aus dem Feld, 5/6 Dreier) und holte fünf Rebounds in nur 21 Minuten Spielzeit.

Die Basketball-Statistik

VEF Riga - Brose Bamberg 55:76

(7:14, 16:17, 16:15, 16:30)

Riga Medford (17 Punkte/1 Dreier), Thames (9), Kurucs (9/1), Krajina (9/1), Stumbris (7/1), Freimanis (2), Madsen (2), Iljins Bamberg McLean (23/5), Marei (12), Lee (10/2), Obasohan (7), Carrera (6/2), Olinde (6), Sengfelder (4), Weidemann (3/1), K. Taylor (2), Stuckey (2), Harris (1)

SR Sahin, Attard (beide Italien), Sharapa (Weißrussland) Gesamtwurfquote Riga 41 Prozent (24 Treffer/59 Versuche), Bamberg 52 (30/58)

Dreierquote Riga 21 Prozent (4/19), Bamberg 43 (10/23) Freiwurfquote Riga 50 Prozent (3/6), Bamberg 55 (6/11) Rebounds Riga 35 (26 defensiv/9 offensiv), Bamberg 33 (27/6) Ballgewinne/-verluste Riga 7/15, Bamberg 10/9 Assists Riga 12 / Bamberg 18 Fouls Riga 16 / Bamberg 16

Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren