Naisa
Judo

Max Heyder abermals deutscher Meister

Der Litzendorfer feiert mit dem TSV Abensberg die deutsche Mannschaftsmeisterschaft. Nach dem Einzeltitel ist es bereits der zweite nationale Triumph für den 22-Jährigen in diesem Jahr.
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Max Heyder (links) setzt sich in der entscheidenden Begegnung mit Hiza-guruma gegen den Esslinger Fabian Hässner durch. Foto: privat
Max Heyder (links) setzt sich in der entscheidenden Begegnung mit Hiza-guruma gegen den Esslinger Fabian Hässner durch. Foto: privat

Zum zweiten Mal in diesem Jahr erklomm Max Heyder vom JC Naisa den nationalen Thron. Nach dem Titelgewinn bei den deutschen Judo-Einzelmeisterschaften Anfang des Jahres wurde er in einem packenden Bundesliga-Finale mit dem TSV Abensberg deutscher Mannschaftsmeister der Männer.

Ein hochkarätiges nationales und internationales Teilnehmerfeld - sechs Weltmeister standen in Esslingen auf der Matte - sorgte für einen spannenden Abschluss der 51. Judo-Bundesligasaison. Bereits im Halbfinale gegen den UJKC Potsdam zeigte der 22-jährige Heyder seine Klasse, bezwang im Superleichtgewicht bis 60 Kilogramm den zweifachen WM-Teilnehmer Mohamad Akkash trotz Rückstandes mit einer mittleren Wertung durch eine spektakuläre Fußtechnik und trug damit dazu bei, dass die Abensberger mit einem klaren Ergebnis von 11:3 in das Finale einzogen.

Esslingen stark aufgestellt

Dort stand ihnen der sechsfache Vizemeister KSV Esslingen gegenüber, der - ebenfalls nach einem klaren Halbfinalsieg gegen die Sportunion Witten-Annen - sein 125-jähriges Vereinsbestehen mit der Meisterschaft krönen wollte. Entsprechend stark waren die Esslinger aufgestellt und hatten etliche internationale Hochkaräter in ihren Reihen. Für den 20-fachen deutschen Meister TSV Abensberg war von Anfang klar, dass es auf jeden Punkt ankommen würde.

Als dann noch in einem turbulenten Auftaktkampf der Abensberger Punktegarant und Vizeweltmeister Karl-Richard Frey überraschend dem Esslinger Dino Pfeiffer durch Armhebel unterlag, war klar, dass es mehr als eng werden würde und keiner der einkalkulierten Punkte mehr abgegeben werden darf. Dadurch unter Druck, traf Heyder auf den Esslinger Fabian Hässner, der entsprechend motiviert und angriffslustig agierte. Beide Kämpfer lieferten sich einen offenen Schlagabtausch, der auch noch in die Verlängerung (Golden Score) ging. Trotz eines Rückstandes mit zwei Verwarnungen sorgte Heyder hier mit einer schwungvollen Aushebetechnik im ersten Durchgang für den 3:3-Ausgleich.

Die Halle kocht

Noch spannender wurde es allerdings in der vorletzten Begegnung des zweiten Durchganges, in der Maximilian Heyder erneut auf den hochmotivierten Fabian Hässner traf. Da ein Ippon-Sieg Heyders aufgrund der besseren Unterbewertung der Abensberger bereits die Entscheidung bedeutete, und in der nachfolgenden - letzten - Begegnung Weltmeister Nikolz Sherazadishvili für Esslingen am Start war, kochte die Halle bei dem Duell vom Anfang bis zum Schluss.

Nervenstärke gefragt

Als Hässner mit Wazari für eine Innensichel in Führung ging, kannte der Jubel der Esslinger kaum noch Grenzen. Heyder schaffte es jedoch erneut, rechtzeitig durch einen Fußwurf den Ausgleich zu erzielen, so dass auch diese Begegnung in die Verlängerung ging. Ausgepowert bis zum Letzten gaben beide Athleten im Esslinger Hexenkessel alles, um ihrer Mannschaft zum Erfolg zu verhelfen. Als Heyder im Golden Score ein zweites Shido kassierte und damit für maximale Spannung sorgte, war vor allem Nervenstärke gefragt.

Und die zeigte der Litzendorfer, indem er seinen Kontrahenten nach über siebenminütiger Kampfzeit mit einem im richtigen Moment angesetzten Knierad (Hiza-guruma) so auf die Matte warf, dass die 21. Meisterschaft für den Rekordmeister Abensberg in trockenen Tüchern war.

8:6-Sieg für Abensberg

Dass in der letzten Begegnung auch noch der langjährige Nationalkaderathlet und Olympiateilnehmer Marc Odenthal den Weltmeister und Weltranglistenersten Nikolz Sherazadishvili mit einem Ippon bezwang, war die "Kirsche auf der Meistertorte" und führte zum 8:6-Endstand. Der Beifallssturm für die Abensberger war nicht mehr zu toppen. Teammanager Martin Oberndorfer meinte: "Was Max Heyder und Marc Odenthal beim Stand von 6:6 abgeliefert haben, war sensationell." Die "Mittelbayerische Zeitung" titelte "Der FC Bayern des Judo ist zurück".red

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