Bamberg
Triathlon

Marco Sahm trotzt der Hitze auf Hawaii

Der Bamberger belegt bei der WM auf Hawaii in seiner Altersklasse Platz 7. Christian Schwab vom SC Memmelsdorf fällt nach einem starken Schwimmen zurück.
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Marco Sahm verpasste einen Platz auf dem Podium nur um 2:22 Minuten. Fotos: privat
Marco Sahm verpasste einen Platz auf dem Podium nur um 2:22 Minuten. Fotos: privat
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Bereits zum 40. Mal fand die Triathlon-Weltmeisterschaft in Kailua-Kona auf Hawaii statt. Unter den Teilnehmern waren in der Altersklasse 45 auch zwei Bamberger: Marco Sahm von der IfA Nonstop Bamberg hatte sich beim Ironman Frankfurt im Juli qualifiziert, Christian Schwab vom SC 1997 Memmelsdorf löste sein Ticket beim Ironman Schweden im August. In den vergangenen zwölf Monaten hatten die besten Profis und Altersklassenathleten die Möglichkeit, sich durch eine Topplatzierung bei einem der 44 Ironman-Wettbewerben weltweit für die WM zu qualifizieren.

Neben 80 Profis waren auch rund 2400 Amateure in den verschiedenen Altersklassen auf Hawaii aktiv. Als einer der letzten Triathlons weltweit wird auf Hawaii immer noch im traditionellen Massenstart gestartet. Pünktlich um 7.05 Uhr wurden die Amateure durch einen Kanonenschuss auf die 3800 Meter lange Schwimmstrecke am Pier von Kona in den Ozean und damit in die gefürchtete "Waschmaschine" geschickt. Als guter Schwimmer reihte sich Schwab zum Start vorne in die dritte Reihe ein, um durch einen schnellen Start dem größten Durcheinander zu entkommen. Durch das hohe Niveau der Teilnehmer blieben ihm Zusammenstöße aber nicht erspart, so dass er auf den ersten 500 Metern mehr um Luft und freie Bahn kämpfen musste als zu schwimmen. Nach 58:03 Minuten (19. AK 45 / 268. Gesamt) erreichte er wieder den Pier (Marco Sahm 1:02:21 Stunden) und wechselte aufs Rad.

Ungewöhnlich wenig Wind und ein bedeckter Himmel mit Temperaturen um 26 Grad (80 Prozent Luftfeuchtigkeit) boten optimale Bedingungen für die Athleten auf den zu absolvierenden 180,2 Kilometern über den Queen Ka´Ahumanu Highway hinauf zum Wendepunkt in Hawi und wieder zurück. Sahm erreichte in sehr guten 4:46:19 Stunden die zweite Wechselzone, acht Minuten dahinter folgte Schwab in 4:54:37 Stunden.

Nach diesen ersten etwa sechs Stunden Wettkampfzeit startet der Triathlon aber eigentlich erst richtig, denn auf dem abschließenden Marathon entscheidet sich das Rennen. Zudem stellt sich heraus, ob man beim Radfahren bereits zu viel Energie investiert hat. Unter brütender Hitze ging es nach einer Zehn-Kilometer-Runde durch Kona wieder auf den Queen K Highway, durch das gefürchtete Natural Energy Lab und zurück nach Kona. Der schwarze Asphalt ließ die Temperaturen auf rund 38 Grad (am Boden auf über 50 Grad) bei 70 bis 80 Prozent Luftfeuchtigkeit steigen, so dass es oberste Pflicht war, sich an den Verpflegungsstationen alle zwei Kilometer abzukühlen.

Sahm trotzte diesen extremen Bedingungen bravourös und lief die 42,195 Kilometer in hervorragenden 3:19:13 Stunden. Nur zwölf Läufer seiner Altersklasse und 181 gesamt waren schneller als der 45-Jährige. Mit seinem sehr guten Marathonlauf schob sich Sahm bei seiner bereits fünften Teilnahme auf Hawaii noch auf den achten Platz seiner Altersklasse (Gesamt 204.) nach vorne und verpasste nur um gerade mal 2:22 Minuten einen Podestplatz bei der Siegerehrung. Wie hoch diese Leistung einzuschätzen ist, zeigt ein Blick auf den Siebten dieser Altersklasse: Alexandre Vinokurov, Olympiasieger im Einzelstraßenrennen in London 2012 und Dritter der Tour de France.

Schwab hingegen machte die Hitze schwer zu schaffen. Nur durch konsequente Gehpausen und ausreichende Wasser- und Energieaufnahme an den Verpflegungspunkten konnte er sein Finish absichern (Marathon 3:42:48 Stunden), um nach 9:46:14 Stunden (59. AK45 / 557. Gesamt) erschöpft den Zielbogen am Alii Drive zu durchqueren.

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