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Basketball

Kratzer tut Brose Bamberg weh

Der ehemalige Brose-Center führt seine Frankfurter mit 26 Punkten zu einem 86:79-Heimerfolg gegen Bamberg.
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Frankfurts Center Leon Kratzer traf 13 seiner 17 Feldwürfe gegen Bamberg. Jan Hübner
Frankfurts Center Leon Kratzer traf 13 seiner 17 Feldwürfe gegen Bamberg. Jan Hübner

Der angestrebte Heimvorteil für die erste Play-off-Runde der Basketball-Bundesliga rückt für Brose Bamberg nach der 79:86 (35:40)-Niederlage bei den Fraport Skyliners am Gründonnerstag in weite Ferne. Es war bereits die dritte BBL-Auswärtspleite in Folge für die Mannschaft von Federico Perego, die defensiv wieder große Schwächen offenbarte und auch im Angriff nur im zweiten und dritten Viertel ansehnlichen Basketball zeigte.

Frankfurts Bester war der ehemalige Bamberger Leon Kratzer, der seine Karrierebestleistung auf 26 Punkte schraubte und in der Zone gegen Cliff Alexander, Elias Harris und Co. dominierte. "Es war schön, gegen die ganzen Jungs, mit denen ich mich gut verstehe, zu spielen. Natürlich war ich auch etwas extramotiviert gegen Bamberg, aber am Ende bin ich einfach nur happy, dass wir das Spiel gewonnen haben", sagte der 22-Jährige bei Magentasport.

Zwölf Punkte in zwei Angriffen

Schlappe 28 Minuten dauerte es, bis Tyrese Rice die Gäste mit einem Dreier erstmals mit 57:55 in Führung brachte. Spätestens nach einem "Sechs-Punkte-Angriff" der Bamberger Anfang des letzten Spielabschnitts hatte es dann den Anschein, dass Brose die Partie im Griff hat. Ricky Hickman traf einen Dreier mit Foul, vergab zwar den Bonusfreiwurf, doch Louis Olinde angelte sich den Offensivrebound und belohnte sich nur wenige Sekunden mit einem erfolgreichen Dreipunktewurf aus der Ecke zur 68:62-Führung.

Doch dieses Polster war nach 15 Sekunden schon wieder Geschichte, weil die Skyliners im Gegenangriff ebenfalls sechs Punkte erzielten. Guard Jason Clark machte einen Korbleger und wurde dabei unnötigerweise unsportlich von Hickman gefoult, traf den Freiwurf und netzte nach dem Einwurf einen Dreier mit der Sirene ein. Das gerade erst gewonnene Momentum wanderte wieder auf die Seite der Gastgeber, bei denen im letzten Viertel Clark die Verantwortung übernahm. Mit seinem fünften Dreier sorgte der US-Amerikaner 100 Sekunden vor Ende mit dem 79:74 schon fast für die Vorentscheidung.

Den Rest erledigte Landsmann und Positionskollege Tyler Larson. In gewohnter Manier versuchte für die Gäste Rice mit schwierigen, teils aber auch offenen Würfen das Spiel nach Hause zu schaukeln - diesmal allerdings ohne Erfolg.

Skyliners machen die Zone dicht

Ähnlich glücklos wie im Schlussabschnitt agierte das Brose-Team bereits im ersten Viertel. Kratzer zeigte mit Hakenwürfen, sowohl mit der linken als auch rechten Hand, und schnellem Abrollen nach dem Pick-and-Roll das Einmaleins des Brettcenters und stellte auch in der Verteidigung Harris zunächst vor einige Probleme.

Nachdem Kratzer beim Stand von 15:6 auf der Bank Platz genommen hatte, verlagerten die Skyliners ihr Spiel nach außen und konnten sich sofort auf die heiße Hand von Clark, der die vergangenen drei Spiele aufgrund von muskulären Probleme verpasste, verlassen.

Die Bamberger waren defensiv nicht gedankenschnell und versuchten offensiv erfolglos ihr Inside-Spiel über Augustine Rubit und Cliff Alexander zu etablieren. Der Gameplan von Skyliners-Coach Gordon Herbert, die Zone dichtzumachen und Bamberg zu vielen Würfen aus der Halbdistanz zu zwingen, ging auf.

Nach dem 12:23-Rückstand nach den ersten zehn Minuten ging das Brose-Team im zweiten Viertel an beiden Enden des Feldes mit mehr Energie zur Sache und verkürzte auch dank fünf Punkten von Maurice Stuckey auf 24:29 (15.).

Näher heran kamen die Bamberger aber erst einmal nicht, der Fünf-Punkte-Rückstand begleitete die Gäste bis Mitte des dritten Viertels (48:43). Richtig flüssig war das Offensivspiel des Brose-Teams auch in diesem Abschnitt nicht, doch Rubit lief in dieser Phase aus der Mitteldistanz heiß und sorgte gemeinsam mit den stärker werdenden Harris und Rice dafür, dass die Führung Ende des dritten Viertels wechselte. Doch die Frankfurter, bei denen Quantez Robertson mit gebrochenem Finger spielte und "Bachelor" Andrej Mangold keine Einsatzzeit bekam, meldeten sich zurück und agierten in der Crunchtime cleverer als die einmal mehr mental und körperlich müde wirkenden Bamberger.

"Wir haben das ganze Spiel nicht gut gespielt und einfach zu viele Fehler gemacht. Das zieht sich durch die letzten Spiele, einfach schrecklich. Wir müssen unsere Defensive dringend verbessern, denn wenn wir auf diese Art und Weise weiterspielen, werden wir wohl keine Mannschaft schlagen", fand Rubit nach der Partie deutliche Worte.

Spieler des Spiels

Augustine Rubit wurde von Shawn Huff und Niklas Kiel clever verteidigt, indem die beiden dem Bamberger die "Mitte" zumachten und so seine Lieblingsbewegung verhinderten. Rubit (15 Punkte) verlagerte sein Spiel in die Halbdistanz, wurde aber in den letzten Minuten nicht mehr in das Offensivspiel eingebunden.

Frankfurt Skyliners - Brose Bamberg 86:79

(23:12, 17:23, 19:27, 27:17) Frankfurt Kratzer (26 Punkte), Clark (22/5 Dreier), Larson (14/1), Kiel (8), Vargas (6/2), Wohlfarth-Bottermann (5), Huff (2), Holder (2), Robertson (1), Zeeb

Bamberg Rice (18/2), Rubit (15), Harris (12), Zisis (9), Hickmann (6/2), Stuckey (5/1), Heckmann (5/1), Alexander (4), Olinde (3/1), Taylor (2), Schmidt

SR Reiter, Panther, Groll

Zuschauer 3300

Gesamtwurfquote Frankfurt 54 Prozent (34 Treffer/ 63 Versuche), Bamberg 53 (33/62)

Dreierquote Frankfurt 44Prozent (8/18), Bamberg 35 (7/20)

Freiwurfquote Frankfurt 56 Prozent (10/18), Bamberg 86 (6/7)

Rebounds Frankfurt 33 ( 23 defensiv/ 10 offensiv), Bamberg 28 (21/7)

Ballgewinne/-verluste Frankfurt 6/11, Bamberg 5/11

Assists Frankfurt 23 / Bamberg 12

Fouls Frankfurt 16 / Bamberg 24



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