Bamberg
Basketball

Kampf um den Pokal in der Brose-Arena

Am Sonntag geht es um den ersten Titel der Saison. Für Brose Bamberg spricht der Heimvorteil, für Alba Berlin die bessere Form.
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Unter den Körben wird es zwischen den Bambergern Cliff Alexander und Augustine Rubit (rote Trikots, v. l.) und den Berlinern Dennis Clifford und Luke Sikma (v. l.) wieder zur Sache gehen. Annegret Hilse/dpa
Unter den Körben wird es zwischen den Bambergern Cliff Alexander und Augustine Rubit (rote Trikots, v. l.) und den Berlinern Dennis Clifford und Luke Sikma (v. l.) wieder zur Sache gehen. Annegret Hilse/dpa
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Wenn sich die Basketballer von Brose Bamberg genauso mächtig ins Zeug legen wie ihre Anhänger, dann könnte es klappen mit dem sechsten Triumph im Pokalwettbewerb. Für das Endspiel am Sonntag (15 Uhr/Sport1 live) haben sich die drei organisierten Fangruppen einiges einfallen lassen, um ihr Team zum Sieg über den langjährigen Rivalen Alba Berlin zu peitschen.

Ein Handtuch zum Wedeln und eine Tröte wird jeder Besucher auf seinem Platz vorfinden, zudem soll mit Wunderkerzen und einer Choreografie auf der Südtribüne vor dem Sprungball die Stimmung in der Arena angeheizt werden. "Das ist ein Riesenvorteil. Die Halle wird beben. Das müssen wir ausnutzen und von der ersten Minute an Vollgas geben. Wir müssen mit Emotion spielen und so das Publikum mit ins Boot holen", meint der zuletzt formstarke Brose-Center Elias Harris, der die Chancen auf einen Sieg "fifty-fifty" bezeichnet. Seine Begründung: "Die kochen auch nur mit Wasser."

Der Respekt vor den Berlinern ist dennoch gewaltig. Zwar liegen die "Albatrosse" in der Bundesligatabelle als Vierter nur einen Platz vor den Bambergern, aber sie traten in dieser Saison in Liga, Pokal und Eurocup, in dem sie im Viertelfinale stehen, bislang überzeugender auf als die Oberfranken.

Perego: Alba ist Favorit

"Alba ist Favorit. Das hat nichts mit Understatement oder mangelndem Selbstbewusstsein zu tun, sondern mit der Realität. Berlin zeigt zusammen mit Bayern München den besten Basketball in Deutschland", meint Brose-Coach Federico Perego. "Sie spielen sehr flüssig, genau das müssen wir verhindern."

Aufbauspieler nachverpflichtet

Der letztjährige Bundesliga-MVP Luke Sikma führt die Berliner an. Er ist der bester Rebounder (6,9 im Schnitt), zweitbester Passgeber (5,4 Assists) und drittbeste Scorer (11,7 Punkte) seines Teams. Mehr Zähler als der US-Amerikaner erzielen nur Rokas Giedraitis (14,2/51 Prozent Dreierquote) und Martin Hermannsson (12,8). Rechtzeitig zum Finale fit geworden ist Aufbauspieler Peyton Siva. Für dessen Stellvertreter Stefan Peno (Saisonaus nach Knieverletzung) haben die Berliner am Mittwoch Derrick Walton jr. nachverpflichtet. Der 23-Jährige, der in der vergangenen Saison 16 NBA-Spiele für Miami Heat bestritten hat, wechselte von Zalgiris Kaunas an die Spree.

Erfahrenes Ü30-Quartett

Während bei den Berlinern kein Spieler älter als 30 Jahre ist, gehen die Bamberger mit Nikos Zisis (35), Ricky Hickman (33), Bryce Taylor (32) und Tyrese Rice (31) mit einem Ü30-Quartett ins Pokalendspiel, das schon jede Mange Titel gewonnen hat. Für Perego könnte dies der Schlüssel zum Erfolg sein: "Wir haben einige in unserer Truppe, die genau wissen, was in einem Finale zu tun ist."

Neuauflage des Jahres 2006

2006 standen sich die beiden langjährigen Rivalen schon einmal in einem Pokalfinale in der Bamberger Brose-Arena gegenüber. Damals gewannen die "Albatrosse" mit 85:73. Es war ihr fünfter Pokalerfolg. Vier weitere folgten seitdem. Mit dem zehnten Cup-Triumph könnten die Berliner am Sonntag mit Rekordpokalsieger Bayer Leverkusen gleichziehen. Albas erfahrener Trainer Aito Garcia Reneses warnt jedoch: "Wir dürfen nicht schon zu Beginn des Spiels über den Titel nachdenken."

Bei fast sämtlichen statistisch relevanten Werten hat Alba, das das Bundesliga-Hinspiel mit 92:88 gewann, die Nase vorne. Die Berliner erzielen mehr Punkte (91,3/Bamberg 87,1), haben die besseren Wurfquoten (51,3/48,9 - Dreier 39,0/35,8) holen mehr Rebounds (37,8/34,3) und verteilen mehr Assists (24,1/20,0). Nur bei der Freiwurfquote ist Bamberg besser (82,1/77,6).



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