Bamberg
Basketball-Bundesliga

Tiefpunkt: Jena mischt desolate Bamberger auf

Die Bamberger kassieren beim Tabellen-13. die 15. Auswärtsniederlage in Folge und sind am Tiefpunkt dieser Saison angelangt.
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Wohin mit dem Ball? Ricky Hickman (hier gegen Julius Jenkins) war in Jena mit 16 Punkten der beste Bamberger Werfer, doch von seinen Nebenleuten erhielt er kaum Unterstützung. Foto: Daniel Löb
Wohin mit dem Ball? Ricky Hickman (hier gegen Julius Jenkins) war in Jena mit 16 Punkten der beste Bamberger Werfer, doch von seinen Nebenleuten erhielt er kaum Unterstützung. Foto: Daniel Löb
Die Negativserie geht weiter: Die Bamberger Brose-Basketballer kassierten am Freitagabend in Jena nach einer erbärmlichen Vorstellung die 15. Auswärtsniederlage in Folge und müssen nun ernsthaft um das Erreichen der Play-offs zittern. Die 68:85 (38:49)-Pleite bei den Thüringern und der Würzburger Erfolg gegen Erfurt haben zur Folge, dass die Mannschaft von Trainer Andrea Trinchieri in der Tabelle auf Rang 10 abrutschte.
Das erste Viertel verlief ausgeglichen: Erst erspielten sich die Hausherren eine 16:10-Führung, dann konterten die Bamberger dank eines gut aufgelegten Ricky Hickman (10 Punkte in den ersten zehn Minuten) mit einem 7:0-Lauf und holten sich die Führung zurück.
Nach der ersten Pause (20:20) drehten bei den Hausherren vor allem Julius Jenkins (3 Dreier) und Spielmacher Skyler Bowlin (3 Dreier/9 Assists) auf und schossen erstmals eine zweistellige Führung (41:30) heraus. Die Bamberger präsentierten sich gegen die flüssige Offensive der Thüringer (16 Assists) oftmals zu langsam in der Abwehr, so dass Derrick Allen immer wieder zu einfachen Punkten aus dem Pick-and-Roll heraus kam. Aber auch im Rebound packten die Wissenschaftsstädter entschlossener zu, sicherten sich so öfters zweite und dritte Wurfchancen und gingen mit einem komfortablen 49:38-Vorsprung in die Kabine.
Gleich nach dem Seitenwechsel waren Hickman und der couragiert auftretende Louis Olinde dafür verantwortlich, dass der Gast auf 44:49 verkürzen konnte. Das war aber nur ein Strohfeuer. Bowlin, Allen und Jenkins
mit einem Vier-Punkte-Spiel nutzten die Ballverluste des Meisters und bauten den Vorsprung auf 16 Punkte (60:44) aus. Und auf den Bamberger 6:0-Zwischenspurt hatten die Hausherren sehr zur Freude ihrer begeisterten Anhänger die passende Antwort (67:50). Leon Radosevic verkürzte zwar noch etwas, dennoch ging Jena mit einem 68:54-Vorsprung ins Schlussviertel.
Es sah nicht gut aus für Brose - bei Andrea Trinchieri machte sich Resignation breit. Beinahe regungslos verfolgte der als Vulkan an der Seitenlinie bekannte Italiener, wie die Hausherren sein einfalls- und kraftloses Team auseinandernahmen, sich nach 35 Minuten erstmals eine 20-Punkte-Führung (79:59) erspielten und einem ungefährdeten Erfolg entgegensteuerten. Jena durfte gegen ein Brose-Team, das diese Bezeichnung gar nicht verdient hat, nach Belieben schalten und walten.
"Jena hat guten Basketball mit viel Energie gespielt, im Gegensatz zu uns. Glückwunsch an Science City zu einem verdienten Sieg. Es war eine harte Partie und eine harte Saison, aber das darf heute keine Ausrede für diese Leistung sein. Wir sahen im Verlauf des Spiels wirklich schlimm aus, haben uns ohne Energie und Selbstvertrauen präsentiert. Unser Team war in vielen Situationen überfordert und nicht wirklich bereit für dieses Spiel. Ich hätte einen jungen Spieler aus Jena fragen können, ob er für mich Verteidigung spielt und er hätte sicher besser verteidigt. Die Leistung meines Teams war den Fans, den Coaches, Physios und Docs gegenüber an Respektlosigkeit nicht zu überbieten", reagierte Andrea Trinchieri stinksauer auf die blutleere Vorstellung seiner Mannschaft.
Die Statistik
Science City Jena -Brose Bamberg 85:68
(20:20, 25:15, 19:16, 17:14)
Jena Allen (18 Punkte), Weaver (15/1 Dreier), Jenkins (15/4), Bowlin (12/4), Ugrai (9), Wolf (5/1), McElroy (4), Clay (4), Mazeika (3), Mackeldanz, Heber, Reyes-Napoles
Bamberg Hickman (16/4), Wright (11/3), Hackett (10/1), Radosevic (10), Olinde (8/1), Zisis (6), Rubit (4), Lo (3/1), Musli, Edigin, Staiger
SR Straube, Kattur, Bohn
Zuschauer 2800
Gesamtwurfquote Jena 55 Prozent (33 Treffer/60 Versuche), Bamberg 45 (22/49)
Dreier Jena 42 Prozent (10/24), Bamberg 36 (10/28)
Freiwurfquote Jena 64 Prozent (9/14), Bamberg 88 (14/16)
Rebounds Jena 33 (23 defensiv/10 offensiv), Bamberg 22 (18/4)
Ballgewinne/-verluste Jena 6/7, Bamberg 7/11
Assists Jena 27 / Bamberg 13
Fouls Jena 22/ Bamberg 20
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