Bamberg
Fußball

Holger Baumgartl spielte gegen Effenberg im DFB-Pokal

Holger Baumgartl galt zu seiner Zeit als dribbelstarker, offensiver Mittelfeldspieler. Mit uns blickt der Rechtsanwalt auf seine Karriere zurück.
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Holger Baumgartl (l.) 2004 im Trikot des TSV Hirschaid: Das war seine beste Zeit als Spielertrainer, wie er selbst sagt. Foto: Archiv
Holger Baumgartl (l.) 2004 im Trikot des TSV Hirschaid: Das war seine beste Zeit als Spielertrainer, wie er selbst sagt. Foto: Archiv
"Woran merkt man, dass ein Anwalt lügt? - Seine Lippen bewegen sich..." Böse Witze über Anwälte gibt es viele, aber Holger Baumgartl, seit 2002 Partner der traditionsreichen Bamberger Kanzlei Stock, Tengler & Kollegen, schaffte es, im Gespräch die Lippen zu bewegen, ohne - um im Juristen-Deutsch zu bleiben - sich des Lügens strafbar zu machen. Zuletzt trat er im Spielkreis in der Saison 2005/06 in Erscheinung: Der SC Kemmern war seine letzte Saison als Spielertrainer, bevor der zweite Kreuzbandriss das Kapitel Vereinsfußball für ihn beendete.


In der A-Jugend zum Club

Der Heimatverein des mittlerweile 43-jährigen Juristen ist der 1. FC Bamberg, wo er bis zur B-Jugend spielte. Danach ging es für den talentierten, aber für eine weiterführende Karriere zu schmächtigen Mittelfeldspieler erst einmal zum Club in die A-Jugend. "Das war eine sehr schöne und auch erfolgreiche Zeit", erinnert sich Baumgartl, der in der Saison 87/88 mit der Club-Jugend und Mitspielern wie Thomas Ziemer und Thomas Dürr das DFB-Pokal-Finale gewann. Gegner damals Borussia Mönchengladbach, mit einem gewissen Stefan Effenberg als Spielgestalter. "Einige meiner damaligen Teamkameraden haben den Sprung zu den Profis geschafft, aber ich war körperlich einfach nicht robust genug", erklärt der Volljurist.

Für Baumgartl ging es danach wieder zurück ins Bamberger Land, seine erste Station bei den Herren hieß SV Hallstadt. Trainer des damaligen Landesligisten war Bubi Blum. "Es war die Zeit, in der Harry Koch bewies, wie man mit Willen, Geduld und Beharrlichkeit aus vergleichsweise wenig Möglichkeiten viel machen kann. Er ist der Mitspieler, der mir im Nachhinein den meisten Respekt abnötigt. Aber auch Mitspieler wie Harald Spörl, Bernd Eigner oder Martin Meichelbeck sind nicht nur gute Fußballer, sondern auch klasse Typen", erinnert sich der ehemalige Mittelfeldspieler.

Über den SC 08 Bamberg und den FC Sand kam Baumgartl zurück zum 1. FC Bamberg, dem damals unter Rolf Lamprecht der Aufstieg von der Bezirksoberliga in die Landesliga gelang.


Bamberg - Sand und zurück

Schließlich folgte er zum zweiten Mal dem Ruf des FC Sand. "Das Angebot vom damaligen Landesligisten war nicht nur sportlich reizvoll, sondern natürlich auch finanziell interessant", erklärt der zweifache Vater den erneuten Wechsel nach Unterfranken, wo er drei Spielzeiten lang kickte. "Im zweiten Jahr zog ich mir in einem Spiel gegen den FC Haßfurt meinen ersten Kreuzbandriss zu, schaffte es aber, mich wieder zurückzukämpfen." Trotzdem wechselte er nach der dritten Saison zurück in die Heimat, um bis 2000 unter Uli Pechthold beim FC Bamberg zu spielen.

Seinen Einstieg als Spielertrainer gab er bei der SpVgg Stegaurach. Die Zweite Mannschaft kickte damals in der Bezirks-, die Erste in der Bayernliga. Als es zum "großen Crash" kam und zahlreiche Spieler aus dem Bayernliga-Kader im Zuge der finanziellen Schwierigkeiten hinwarfen, übernahm Holger Baumgartl für das letzte halbe Jahr in der Saison 00/01. "Auf einmal war ich Spielertrainer in der Bayernliga. Es ging nach dem personellen Aderlass zwar vor allem darum, das Jahr mit Anstand zu Ende zu bringen - und dennoch war es für mich natürlich die interessanteste Zeit als Trainer. Plötzlich stand ich neben Trainerkollegen und Ex-Profis wie Reiner Maurer oder Dieter Lieberwirth, die ich zuvor nur aus dem Fernsehen kannte, bei der Pressekonferenz am Mikrofon." Nach dem Abstieg folgte in der Landesliga die Entlassung und die - nach Baumgartls Aussage - schönste Zeit seiner Trainerkarriere: Drei Jahre beim TSV Hirschaid, mit dem ihm der Sprung von der Bezirks- in die Bezirksoberliga gelang. "Das hat richtig viel Spaß gemacht. Wir hatten eine gute Mischung aus erfahrenen und einigen jungen, talentierten Akteuren. Die Jungs haben vieles angenommen, und es war eine Freude zu sehen, wie die Trainingsinhalte im Spiel umgesetzt wurden", erinnert er sich gerne zurück.

Seine letzte Station als Spielertrainer war der SC Kemmern. "Dort funktionierte es nicht so wie gewünscht, und als ich mir dann auch noch meinen zweiten Kreuzbandriss zuzog, war das für mich das Zeichen, meine Karriere zu beenden."


Erfolge in der Leichtathletik

Holger Baumgartl hat es im Amateurfußball verhältnismäßig weit gebracht, hat einiges erreicht und vieles gesehen. "Die größten sportlichen Erfolge feierte ich jedoch in der Leichtathletik: Mit dem Dientzenhofer Gymnasium wurde ich zwei Mal Deutscher Schulmeister." Der 1000-Meter-Lauf war sein Beitrag. Und noch heute hält er den Schulrekord über diese Strecke sowie über 2000 und 3000 Meter.

Fußball spielt Holger Baumgartl nur noch freizeitmäßig, einmal pro Woche auf dem Gelände des MTV. Und als Trainer arbeitet er nur noch im Nachwuchsbereich. Er trainiert die Stegauracher Mannschaften, in der auch sein Sohn kickte.
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