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Basketball

Hexenkessel kocht nach Sieg von Brose Bamberg über

Banvit Bandirma fühlt sich nach dem Aus in der Champions League gegen Brose Bamberg von den Schiedsrichtern betrogen.
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Während die Fans von Banvit Bandirma dem überragenden Bamberger Tyrese Rice fair zum Sieg gratulierten, fühlten sich die Verantwortlichen des türkischen Klubs verschaukelt. Foto: championsleague.basketball
Während die Fans von Banvit Bandirma dem überragenden Bamberger Tyrese Rice fair zum Sieg gratulierten, fühlten sich die Verantwortlichen des türkischen Klubs verschaukelt. Foto: championsleague.basketball
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Während sich die Spieler von Brose Bamberg nach dem hart erkämpften Einzug ins Viertelfinale der Basketball-Champions-League in den Armen lagen, stürmte Hakan Demir aufs Spielfeld und wollte dem italienischen Schiedsrichter Lorenzo Baldini an den Kragen. Der Trainer von Banvit Bandirma wurde aber von einem seiner Assistenten festgehalten. Beim türkischen Klub war der Schuldige an der 85:88-Heimniederlage und dem damit verbundenen Aus im Achtelfinale schnell gefunden.

"Wir haben nicht bekommen, was wir verdient gehabt hätten", schimpfte Demir nach einer seiner Meinung nach spielentscheidenden Fehlentscheidung des Unparteiischen-Trios. Beim Stand von 81:81 schlug Ricky Hickman 41,9 Sekunden vor Spielende Banvits Aufbauspieler Gary Neal den Ball aus der Hand, der daraufhin ins Aus sprang. Nach Studium der Zeitlupenbilder erhielt Bamberg Ballbesitz, da Neal wohl als Letzter das Spielgerät berührt hatte. "Sie haben das Video gesehen und dennoch eine falsche Entscheidung getroffen. Das ist eine Schande", wetterte Bandirmas Trainer.

Zustimmung erhielt er von der türkischen Basketball-Legende Hidayet Türkoglu. Der 39-Jährige, der 1095 Spiele in der NBA bestritten hat und jetzt Präsident des türkischen Basketball-Verbandes ist, twitterte nach dem Spiel, das er als Ehrengast verfolgt hatte: "Die Fiba sollte sich für diese Schiedsrichter schämen."

Die Nerven behalten

Zwar bleibt festzuhalten, dass im letzten Viertel einige strittige Entscheidungen zugunsten der Bamberger ausfielen, klar bevorteilt wurden sie aber sicherlich nicht. Da das Brose-Team in den entscheidenden Minuten die Nerven behielt und die Aufholjagd der Türken, die acht Minuten vor Spielende noch mit elf Punkten zurücklagen (60:71), abwehrte, war der Sieg im Hexenkessel von Bandirma verdient.

Überragender Spieler beim Pokalsieger war mit 32 Punkten Tyrese Rice. Der 31-Jährige war wie beim knappen 81:79-Erfolg im Hinspiel bester Werfer seiner Mannschaft. Aus einem homogen auftretenden Team, das 32 Minuten lang in Führung lag und nur einmal für wenige Augenblicke den knappen Vorsprung aus dem Hinspiel verspielt hatte (25:28, 12. Minute), ragte der Aufbauspieler heraus.

In den Schlussminuten wurde es noch einmal spannend, da Center Jordan Morgan (23 Punkte) und Aufbauspieler Neal (18) die Türken heranbrachten, aber nach taktischen Fouls von Banvit blieben die Bamberger an der Freiwurflinie (Trefferquote 94 Prozent) fehlerlos. Hickman traf in der Schlussminute fünfmal in Folge von der Linie, Rice zweimal. "Es war eines unserer härtesten Spiele der Saison. Viele gute Mannschaften haben hier bereits verloren. Wir aber haben einen Weg gefunden", meinte Brose-Coach Federico Perego, der in der Schlussphase voll auf seine erfahrenen Veteranen setzte und von ihnen auch nicht enttäuscht wurde.

Mit dem Einzug ins Viertelfinale haben die Bamberger ein Preisgeld von 100 000 Euro sicher. Dieses könnte sich mit dem Einzug ins Final Four noch erhöhen, doch dazu müssen sie zunächst einmal den Titelverteidiger AEK Athen aus dem Weg räumen. Die Mannschaft des ehemaligen Bamberger Trainers Luca Banchi hat sich im Achtelfinale in einem griechischen Duell gegen PAOK Saloniki durchgesetzt. Zwar verlor AEK das Rückspiel in eigener Halle mit 62:63, doch erwies sich das Polster des 84:75-Hinspielsiegs als groß genug.

Damit kommt es nun zum zweiten Duell zwischen Brose Bamberg und AEK Athen. In der Vorrunde verloren die Oberfranken zunächst in der griechischen Hauptstadt mit 86:93, gewannen allerdings in eigener Halle mit 73:70. Im Viertelfinale haben die Bamberger am 27. März (die Uhrzeit steht noch nicht fest) zunächst Heimrecht, bevor es eine Woche später in Athen um den Einzug ins Final Four geht.

Für die größte Überraschung im Achtelfinale sorgten die Telekom Giants Antwerpen, die UCAM Murcia aus dem Rennen warfen. Damit haben aus der Bamberger Vorrundengruppe C alle vier Mannschaften, die sich für die K.o.-Runde qualifiziert hatten, das Viertelfinale erreicht.

Das Viertelfinale

Hinspiele 26./27. März, Rückspiele 2./3. April: Hapoel Jerusalem - Iberostar Teneriffa Nizhny Novgorod - Telenet Giants Antwerpen Nanterre 92 - Virtus Bologna Brose Bamberg - AEK Athen

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