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Fußball

Grünes Licht für BFV: Saison kann fortgesetzt werden

Die Mehrheit der Vereine hat ihre Zustimmung gegeben: Die unterbrochene Saison soll in Bayern ab 1. September fortgesetzt und nicht abgebrochen werden. Im Spielkreis Bamberg/Bayreuth ist die Zustimmung im bayernweiten Vergleich aber gering ausgefallen.
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Die wegen der Corona-Krise im Freistaat Bayern unterbrochene Fußball-Saison soll nach Möglichkeit ab 1. September dieses Jahres fortgesetzt werden. Bei einem vom Bayerischen Fußball-Verband (BFV) initiierten Meinungsbild hat sich eine Zwei-Drittel-Mehrheit der bayerischen Vereine für den Vorschlag des BFV-Vorstands ausgesprochen. Demnach stimmten 68,13 Prozent der Klubs, die an der Abfrage teilgenommen hatten, für die Saison-Fortsetzung. In absoluten Zahlen ausgedrückt haben 2178 Vereine dafür votiert, 1019 (31,87 Prozent) sprachen sich dagegen aus.

Jeder am Spielbetrieb in Bayern teilnehmende Klub hatte eine Stimme. Die Abstimmungsbeteiligung lag bei 73,53 Prozent. Hätte sich eine Mehrheit gegen eine Fortsetzung der unterbrochenen Saison ausgesprochen, wäre ein außerordentlicher Verbandstag nötig geworden, um über die weiteren Schritte zu entscheiden. Nun hat der Verband aber wohl die nötige Rückendeckung für den angestrebten Vorstandsbeschluss. Aller Voraussicht nach wird der BFV-Vorstand an diesem Mittwoch zusammenkommen und auch vor dem Hintergrund des Ergebnisses beraten.

Wenig Zustimmung im Spielkreis

Beim Blick auf die Zahlen fällt auf, dass der Spielkreis Bamberg/Bayreuth mit nur 58,72 Prozent die zweitgeringsten Zustimmungswerte aller Kreise hinter Aschaffenburg (55,34 Prozent) aufweist und unterhalb des oberfränkischen Schnitts von 64,74 Prozent liegt. "Das Wichtigste ist noch ungeklärt, weil niemand weiß, wann und wie es weitergeht. Das verunsichert verständlicherweise die Vereine", sagt der Kreisvorsitzende Manfred Neumeister aus Hollfeld: "Ich bin aber ebenfalls davon überzeugt, dass es wichtig und richtig ist, die Saison auf sportlichem Weg abzuschließen. Entscheidungen müssen auf dem Platz fallen. Die Frage nach dem Aufstiegsrecht sollte nicht von Gerichten geklärt werden. Diese Prozesse können sich monatelang hinziehen mit unvorhersehbaren Folgen für den Spielbetrieb."

"Die bestmögliche Lösung"

Der Verband bezeichnete seinen skizzierten Weg als "alternativlos" und wollte einen Saisonabbruch - insbesondere aus Haftungsgründen - unbedingt vermeiden.

Doch: Je höher die Liga, desto mehr Geld ist im Spiel und die Bereitschaft zur Saison-Fortsetzung sinkt. So haben sich zum Beispiel in der Landesliga Nordost zehn von 18 Vereinen dagegen ausgesprochen. Insgesamt liegt die Zustimmungsquote bei Teams auf Verbandsebene (Männer und Frauen) bei nur 59,21 Prozent - und das bei einer Wahlbeteiligung von 97 Prozent. "Eine einseitige Verlängerung von Verträgen oder Vereinbarungen, die bis 30. Juni gültig sind, ist nicht möglich. Da kann der BFV anordnen, was er will", schreibt beispielsweise der Bayernligist TSV Großbardorf auf seiner Facebook-Seite. Auch die Liga-Konkurrenten FC Eintracht Bamberg und DJK Don Bosco Bamberg hatten sich vor dem eingeholten Meinungsbild für einen Abbruch ausgesprochen.

"Völlig losgelöst von dem, wie jeder Verein abgestimmt hat, lebt Demokratie vom Mitmachen - und unsere Vereine haben das auch in dieser für uns alle äußerst schwierigen Lage eindrucksvoll getan", sagte BFV-Präsident Rainer Koch: "Die Entscheidung trifft jetzt natürlich der Vorstand als rechtsverbindlich beschließendes Organ. Das steht ebenso außer Frage wie die Tatsache, dass wir uns nochmals sehr intensiv beraten werden. Die Zeit ist nicht einfach, weil wir wissen, dass sämtliche Lösungen im Umgang mit dieser Saison Nebenwirkungen mit sich bringen. Natürlich auch unser Weg. Wir sind aber davon überzeugt, dass das vorgeschlagene Modell unter Abwägung aller Fragen die bestmögliche Lösung darstellt."

In einem Webkonferenz-Marathon hatte der BFV um Koch, Schatzmeister Jürgen Faltenbacher, Verbandsspielleiter Josef Janker und Geschäftsführer Jürgen Igelspacher über das Wochenende in acht Videokonferenzen den bayerischen Vereinen sein Modell vorgestellt. Dieser Vorschlag, so die BFV-Auffassung, wird dem Wunsch der Klubs nach Planungssicherheit gerecht, gewährleistet Flexibilität, bietet rechtliche Sicherheit bei Haftungsfragen und trägt einem fairen Wettbewerb Rechnung. Der Vorschlag sieht vor, den kompletten Spielbetrieb bei Frauen und Männern (von der Bayernliga abwärts), Juniorinnen und Junioren im Freistaat bis zum 31. August weiter auszusetzen, die Saison 2019/20 danach fortzuführen und in jedem Fall regulär zu beenden. Was die Fortsetzung im Nachwuchsbereich angeht, müsse man differenzierter vorgehen, so Koch.

Alle Vereine hatten online über das vorgeschlagene Modell abstimmen und so zu einem bayernweiten Meinungsbild beitragen können. Die Befragung bezog sich ausdrücklich nicht auf die Regionalliga Bayern, die an der Schnittstelle zu den Ligen des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) davon abhängig ist, wie das weitere Vorgehen der 3. Liga und die Abstimmung unter den weiteren Regionalverbänden aussieht.

Weitere Abstimmungsergebnisse

Kreis Coburg/Kronach: JA 64,41 Prozent / NEIN 35,59 Prozent Kreis Erlangen/Pegnitzgrund: JA 60,98 Prozent / NEIN 39,02 Prozent Kreis Schweinfurt: JA 63,64 Prozent / NEIN 36,36 Prozent tsc/bfv