Bamberg

Großmann macht den Unterschied

Mit drei Treffern zum Derbysieg: Der Torjäger des FC Eintracht Bamberg glänzt gegen Memmelsdorf.
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Der SV Memmelsdorf um Philipp Hörnes (vorn) zeigte eine beherzte Partie, musste sich aber dem FC Eintracht Bamberg und Philipp Pfeiffer mit 2:3 geschlagen geben. sportpress
Der SV Memmelsdorf um Philipp Hörnes (vorn) zeigte eine beherzte Partie, musste sich aber dem FC Eintracht Bamberg und Philipp Pfeiffer mit 2:3 geschlagen geben. sportpress
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Mit dem Schlusspfiff war alles vergessen, was zuvor auf dem Platz passiert ist: Rolf Vitzthum, Trainer des SV Memmelsdorf sowie FC-Eintracht-Coach Michael Hutzler reichten sich freundschaftlich die Hände. Während des Spiels flogen zwischen beiden Trainerbänken hin und wieder die Fetzen, diskussionswürdige Szenen bot das spannende Derby in der Landesliga Nordost zuhauf. Der respektvolle Umgang miteinander nach Abpfiff bedeutete aber ein würdiges Ende eines spannenden Spiels. Mit 3:2 behauptete sich der FC Eintracht Bamberg gegen den SV Memmelsdorf, blieb damit auch im 18. Spiel ungeschlagen und ist weiterhin ärgster Verfolger von Spitzenreiter TSV Neudrossenfeld.

Frühe Führung des FCE

703 Zuschauer wollten sich die Partie im Fuchs-Park-Stadion nicht entgehen lassen, so viele Besucher strömten in dieser Saison noch zu keinem Heimspiel des FCE. Und wer zu spät kam, hatte womöglich den ersten Treffer verpasst: Nach nur fünf Minuten traf Maximilian Großmann mit einem trockenen Schuss zum 1:0, von Lukas Schmittschmitt über links in Szene gesetzt.

Großmann sollte bei den Hausherren die entscheidende Figur werden, so, wie es Dominik Sperlein auf Seiten der Memmelsdorfer hätte werden können. Es lief auf eine Art Privatduell der beiden Torjäger hinaus. Zwar versuchte der FC Eintracht, dem ersten Tor gleich das nächste folgen zu lassen, doch mit dem ersten gefährlichen Angriff glich der SVM aus. Der auffällige Philipp Hörnes flankte über rechts, in der Mitte setzte sich Sperlein im Kopfball-Duell gegen den für Felix Popp in der Startelf stehenden Philipp Pfeiffer durch. Der Ball prallte an den Innenpfosten, Keeper Fabian Dellermann wischte die Murmel zwar noch weg - da hatte der Ball nach Ansicht des Schiedsrichter-Assistenten aber schon die Linie überquert. Eine enge Entscheidung, die Dellermann nach dem Schlusspfiff anzweifelte. "Der Ball springt auf der Linie auf, dann komme ich ran. Für mich war er nicht drin. Aber gut, der Schiri hat so entschieden", sagte der 20-Jährige.

Mit Führung in die Halbzeitpause

Das Tor brachte die Gastgeber ein wenig aus dem Konzept, der SVM kämpfte sich in die Partie. Es folgten Nickligkeiten auf beiden Seiten, oft begleitet von Diskussionen mit dem Schiedsrichter. Darunter litt die Qualität des Spiels merklich. Bis Maximilian Großmann wieder vor dem Tor auftauchte. Tobias Linz zündete über links den Turbo und bediente Großmann punktgenau - Fuß hinhalten, 2:1 (36.). Nach Großmanns kongenialer Hacken-Ablage hätte Patrick Görtler vor der Pause das 3:1 erzielen können, scheiterte aber an Keeper Thomas Schuberth (41.).

Dass Memmelsdorf noch an die Wende glaubte, machte der SVM nach der Pause deutlich. Die Gäste hatten nun die größeren Spielanteile, während der FCE zumeist tief stand, damit aber dem SVM seine größte Waffe nahm: die Schnelligkeit von Sperlein auszunutzen. Zu Chancen kam Memmelsdorf dennoch, zunächst durch Dominik Römer (67.). Dann durch Markus Saal, dessen Schuss aber von Kellermann aus der Ecke gekratzt wurde (84.). Bei einem seiner Entlastungsangriffe bekam der FCE einen fragwürdigen Elfmeter zugesprochen, als Großmann nach einer Grätsche von Thomas Kamm zu Boden sank. Memmelsdorf schimpfte, Schiedsrichter Philipp Eckerlein überstimmte seinen Assistenten und zeigte auf den Punkt. Großmann trat an und verwandelte sicher zum 3:1 (87.).

Die Entscheidung war dies noch nicht, zwei Minuten später zeigte der Schiri auf der Gegenseite ebenfalls auf den Punkt, als Schmittschmitt gegen Sperlein das Bein stehen ließ. Wieder eine fragwürdige Entscheidung, mit Sicherheit aber ausgleichende Gerechtigkeit. Sperlein verwandelte zwar zum 2:3 (89.), trotz vierminütiger Nachspielzeit schaukelte der FCE den 3:2-Sieg aber über die Zeit.

"Wir sind gut ins Spiel hineingekommen, waren nach der Pause aber zu weit weg vom Gegner. Es war ein intensives Spiel gegen einen sehr griffigen und willigen Gegner, der uns alles abverlangt hat. Letztlich haben wir uns den Sieg verdient, die Zuschauer haben ein spannendes Derby gesehen", sagte Hutzler, während Vitzthum mit den vergebenen Chancen haderte: "Nach der Pause hatten wir genügend Torchancen, um den Ausgleichstreffer zu erzielen. Die Strafstöße sind sicherlich beide umstritten, man muss beide nicht geben. Uns fehlt in solchen Spielen einfach das letzte Bisschen." FC Eintracht Bamberg 2010: Dellermann - Pfeiffer, Schmitt, Linz, Vetter - Görtler (88. Dümig), Reischmann, Renner, Schmittschmitt, Jessen (85. Bube) - Großmann (90. Kollmer) / SV Memmelsdorf: Schuberth - Schneider (90. Dayan), Nikiforow, Kamm, Krüger - Hörnes, Wernsdorfer, Weber (78. Keita), Saal - Kane (61. Römer), Sperlein / SR: Eckerlein (Roßstal) / Zuschauer: 703 / Tore: 1:0 Großmann (5.), 1:1 Sperlein (10.), 2:1 Großmann (36.), 3:1 Großmann (84., Elfmeter), 3:2 Sperlein (87., Elfmeter) / Gelbe Karten: Pfeiffer, Schmitt, Vetter / Nikiforow, Wernsdorfer

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