Bamberg

Gelingt Brose Bamberg die Trendwende?

Die kriselnden Bamberger erwarten mit Rasta Vechta am Sonntag das Team, an dem sie in den letztjährigen Play-offs scheiterten.
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Vechtas Josh Young (links) glänzte am Mittwoch in der Champions League beim 79:72-Sieg über Antwerpen mit 25 Punkten. Hier steht der Aufbauspieler Bryce Taylor gegenüber. Der Bamberger Flügelspieler zeigte im Gegensatz zu seinen Teamkollegen zuletzt ansteigende Form. Foto: Daniel Löb
Vechtas Josh Young (links) glänzte am Mittwoch in der Champions League beim 79:72-Sieg über Antwerpen mit 25 Punkten. Hier steht der Aufbauspieler Bryce Taylor gegenüber. Der Bamberger Flügelspieler zeigte im Gegensatz zu seinen Teamkollegen zuletzt ansteigende Form. Foto: Daniel Löb

Rasta Vechta, am Sonntag (18 Uhr) in der Brose-Arena zu Gast, hat in der vergangenen Saison für zwei einschneidende Ereignisse bei den Bamberger Bundesliga-Basketballern gesorgt. Im Mai 2019 warfen die Niedersachsen den Pokalsieger mit 3:1 nach Siegen im Viertelfinale aus den Play-offs, womit die Oberfranken die Spielzeit mit einer großer Enttäuschung beendeten. Und vor ziemlich genau einem Jahr bedeutete die herbe Bamberger 67:85-Heimniederlage gegen Vechta das Aus für den damaligen Brose-Trainer Ainars Bagatskis.

Auch im Gastspiel am Sonntag in Oberfranken treffen die Vechtaner auf eine Bamberger Mannschaft, die sich in einer sportlichen Krise befindet. Sollte das Rasta-Team die derzeit herrschende Verunsicherung bei den Brose-Basketballern ein weiteres Mal zu einem Sieg ausnutzen, muss es nicht zwangsläufig zu einer weiteren Beurlaubung des Trainers kommen. Die Kritik an Roel Moors dürfte aber lauter werden. Denn nach wettbewerbsübergreifend zuletzt nur drei Siegen aus den letzten zwölf Spielen steht das Aus im Pokalwettbewerb zu Buche. Zudem ist die Play-off-Teilnahme in der Champions League fraglich, und bei einer Niederlage gegen das punktgleiche Rasta Vechta (16:12) würden die Bamberger in der Bundesliga auf Platz 8 abrutschen und Gefahr laufen, aus den Play-off-Rängen zu fallen.

Es gilt daher für das Moors-Team, eine Trendwende herbeizuführen. Zu brav präsentierten sich die Bamberger jüngst, insbesondere gegen Alba Berlin und Mornar Bar. Vom Hauptstadtklub ließen sie sich im dritten Viertel vorführen, in Montenegro bäumten sie sich gegen die Niederlage erst auf, als es schon zu spät war. Wesentlich galliger muss die Mannschaft wieder auftreten, das hat auch Moors erkannt. "Vechta spielt sehr schnell, sehr aggressiv. Ähnlich, wie wir gespielt haben, bevor wir in dieses kleine mentale Loch gefallen sind. Da müssen und wollen wir wieder hinkommen. Egal, wer in unsere Halle kommt, der Gegner muss von Beginn an sehen und spüren: Wir sind Brose, wir werden dieses Spiel gewinnen", meint der Belgier.

An Schwächen gearbeitet

Schwerpunkte im Training seien daher die letzte Konsequenz, wenn es um Korbabschlüsse direkt am Brett geht, das schnelle Umschalten von Abwehr auf Angriff sowie das Verhalten in Drucksituationen gegen eine Pressverteidigung gewesen. Denn diese Abwehrvariante bevorzugt Vechta-Coach Pedro Calles auch in dieser Saison.

Der Spanier musste im vergangenen Sommer zwar den Verlust seiner zwei besten Spieler hinnehmen - T. J. Bray wechselte nach München, Austin Hollins nach St. Petersburg -, hat es aber erneut geschafft, ein Team von Play-off-Format zusammenzustellen. Bester von fünf Spielern, die im Schnitt zweistellig punkten, ist Flügelspieler Steve Vasturia (14,3). Ihm folgen der Ex-Nürnberger Josh Young (13,3) und der im November verpflichtete Jordan Davis (13). Weniger Feuerkraft als auf den kleinen Positionen steht Calles unter dem Korb zur Verfügung. Center Michael Kessens, der zuletzt krankheitsbedingt fehlte, kommt nur auf fünf Punkte im Schnitt. Jung-Nationalspieler Philipp Herkenhoff ist mit 4,9 Zählern und 2,5 Rebounds nicht mehr so effektiv wie in den letztjährigen Play-offs (10,8/5,2).

An den Brettern sollten die Bamberger daher Vorteile haben, zumal sie sich im Schnitt drei Rebounds mehr sichern als ihr Gegner. Entscheidend wird aber sein, gegen das aggressive Spiel von Vechta kühlen Kopf zu bewahren und die zuletzt schwache Trefferquote zu verbessern. Brose-Flügelspieler Louis Olinde meint: "Wir müssen einiges wieder gutmachen, damit wollen wir am Sonntag anfangen."

Gäste-Check: Rasta Vechta

Die Premiere Erstmals nimmt Rasta Vechta an einem internationalen Wettbewerb teil. In der Champions League belegen die Niedersachsen in der mit den beiden Titelanwärtern AEK Athen und Hapoel Jerusalem stark besetzten Vorrundengruppe B mit sechs Siegen und fünf Niederlagen den vierten Platz. In den restlichen drei Gruppenspielen bei Teksüt Bandirma (6.), gegen AEK Athen (2.) und bei San Pablo Burgos (3.) benötigt Vechta wohl noch zwei Siege zum Weiterkommen, da Bandirma und Wloclawek (5.) nur einen Erfolg weniger aufweisen. Der Kult Der sich selbst als "geilster Klub der Welt" bezeichnende Verein trägt einen ungewöhnlichen Namen. Schuld daran sind die Rastalocken von Bob Marley. Als sich die Vereinsgründer, eine Gruppe ortsansässiger Gymnasiasten, im Jahr 1979 über den künftigen Klubnamen den Kopf zerbrachen, lief im Radio das Lied "Rastaman Vibration" von Bob Marley. Damit war die Suche beendet. Heute heißt die Heimspielhalle Rasta-Dome, die Cheerleader nennen sich Marleys und das Vereinsmaskottchen heißt Bob. Der Löwe trägt natürlich Rastalocken wie einst die Reggae-Legende.

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