Bamberg

Freak City feiert das Brose-Team

Mit der Unterstützung der Fans bezwingen die kampfstarken Bamberger den FC Bayern München und melden sich eindrucksvoll in der Halbfinalserie zurück.
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Ein letzter Kraftakt: Maodo Lo, der nach seiner schwachen Vorstellung in München explodierte, klatscht die begeisterten Fans ab.  Fotos: Daniel Löb
Ein letzter Kraftakt: Maodo Lo, der nach seiner schwachen Vorstellung in München explodierte, klatscht die begeisterten Fans ab. Fotos: Daniel Löb
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Die Skepsis bei den Fans vor dem Spiel war groß - viele stellten sich am Mittwochabend die Frage: "Ist die Saison am Samstag vorbei oder gibt's am nächsten Dienstag noch ein zweites Spiel in Bamberg?" Um 21.49 Uhr - am Ende eines berauschenden Basketball-Abends - kannte die Begeisterung bei den Freaks, die so laut waren wie schon lange nicht mehr, keine Grenzen. Der deutsche Meister schlug nach dem Debakel in München zurück und glich die "best-of-five"-Serie mit dem beeindruckenden 78:65-Erfolg nach einer Schlacht, in der alles geboten war, was das Basketball-Herz begehrt, aus.
"Ich bin sehr froh über die Reaktion meiner Spieler heute. München hat mit viel Energie gespielt, wir konnten aber die Intensität und Physis mitgehen. Glückwunsch an meine Mannschaft für ihren Einsatz, obwohl wir teilweise größenmäßig auf dem Feld unterlegen waren", freute sich Brose-Trainer Luca Banchi, der mit Ali Nikolic für den angeschlagenen Luka Mitrovic auf eine kleine Formation setzte und damit Erfolg hatte.
"In der zweiten Halbzeit haben wir die gleiche Energie an den Tag gelegt und besser getroffen. Damit haben wir uns einen Vorteil im letzten Viertel erspielt", betonte der Coach.
Nach dem 59:59 vor dem Schlussviertel legten der unermüdliche Daniel Hackett (11 Punkte, 6 Rebounds, 6 Assists), Dorell Wright (22 Punkte, 8 Rebounds), der in der ersten Halbzeit sieben Fahrkarten geschossen hatte und dann im dritten Viertel ein offensives Feuerwerk abbrannte, und Maodo Lo (14/4 Dreier) mit ihren Distanzwürfen den Grundstein zum Sieg. Mit 19:6 deklassierte der Meister den Hauptrundenprimus in den letzten zehn Minuten und versetzte Freak City in den Ausnahmezustand.


Nach der Pause fallen die Würfe

Wieder einmal fand das Brose-Team über eine deutlich verbesserte Defensive auch einen offensiven Rhythmus: Betrug die Trefferquote zur Pause lediglich 35 Prozent aus dem Feld, netzten Wright, Lo und ihre Mitstreiter nach dem Seitenwechsel fast 50 Prozent ihrer Würfe ein. Die Bayern schwächelten sowohl von der Dreier- (3 von 15) als auch an der Freiwurflinie (14 von 27).
"Wir haben das Spiel in der ersten Halbzeit dominiert, gingen mit einem ausgeglichenen Spielstand ins letzte Viertel. Da sind wir dann eingebrochen. Wenn du in Bamberg bestehen willst, sind sechs Punkte in zehn Minuten einfach zu wenig", analysierte der Ex-Bamberger Anton Gavel.
Brose-Geschäftsführer Rolf Beyer freute sich über den Ausgleich in der Serie: "Es ist manchmal schwer, in unsere Mannschaft reinzuschauen. Dass wir anders auftreten als in München, das war klar. Und dass die Mannschaft kämpfen kann, hat sie öfters gezeigt. Was sie nicht gezeigt hat, war die Konstanz. Jetzt sind wir zurückgekommen, haben über 40 Minuten den Kampf angenommen und wurden dafür belohnt."
Neben Maodo Lo zählte Ali Nikolic zu den Gewinnern. Der Slowene fiel in der Vergangenheit oft der Ausländerbeschränkung in der BBL zum Opfer. In Spiel 2 stand er in der Anfangsformation und erzielte gleich die ersten acht Punkte für die Bamberger: "Ich wollte dem Team Energie geben, das ist mein Job. Zu Beginn wurde ich von meinen Teamkollegen hervorragend freigespielt. Dass ich die Würfe getroffen habe, gab mir und der Mannschaft Selbstvertrauen."


Noch Steigerungspotenzial

Und der Europameister hofft, das nun auch auswärts der Knoten platzt: "Wir werden Video schauen und einige kleine Anpassungen vornehmen, denn es gibt immer noch einige Dinge zu verbessern."
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