Bamberg
Fußball-Bayernliga

FC Eintracht gegen DJK Bamberg: Der Gegner ist keine Alternative

Tobias Linz ist schon immer ein Spieler des FC Eintracht, Nicolas Wunder eingefleischter DJKler: Am Samstag treffen die Klubs im Rückspiel aufeinander. Hier sprechen die Urgesteine über das Spiel und ihren eigenen Weg.
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Linksverteidiger Tobias Linz gehört zu den Stammkräften des FC Eintracht. sportpress
Linksverteidiger Tobias Linz gehört zu den Stammkräften des FC Eintracht. sportpress
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Ein Derby ist immer etwas Besonderes, ein Stadtduell erst recht: Am Samstag um 14 Uhr messen sich der FC Eintracht Bamberg und die DJK Don Bosco Bamberg in der Bayernliga Nord. Auf beiden Seiten gibt es Spieler, die bereits für den Gegner gekickt haben. Andere dagegen haben noch nie für einen anderen Klub die Schuhe geschnürt - wie Tobias Linz beim FC Eintracht und Nicolas Wunder bei der DJK Don Bosco. Vor dem Spiel stehen beide Rede und Antwort.

In vielfältiger Art und Weise bringt Tobias Linz seine Qualitäten beim FC Eintracht Bamberg ein. Der 23-Jährige ist nicht nur als laufstarker, offensiv ausgerichteter Linksverteidiger ein Leistungsträger der jungen Domreiter. Er ist vor allem eine Identifikationsfigur des Vereins, dem er stets die Treue gehalten hat. Zudem bringt er sich bei der Stadionzeitung, der vereinseigenen Homepage oder der Umgestaltung des Kabinentrakts ein. Ähnliches gilt für seine Eltern: Mutter und Vater sind bei jedem Spiel dabei, organisieren den Ausschank und unterstützen ihren Sprößling so gut es geht.

Neun Jahre älter, aber genauso stark in seinem Verein verwurzelt ist Nicolas Wunder. Der 32-Jährige räumt in seiner 14. Saison für die DJK Don Bosco Bamberg vor der Abwehr auf, mehr als 400 Spiele hat der defensive Mittelfeldspieler bereits für die Wildensorger absolviert. Wenn er nicht selbst die Schuhe schnürt, unterstützt er das Steckenpferd des Klubs, die Nachwuchsarbeit: Sohnemann Flynn spielt in der F3 der DJK, Nico Wunder ist dort Co-Trainer.

Wie besonders ist das Derby für Sie und Ihre Mannschaft?

Nicolas Wunder: Das Hinspiel war mein erstes Spiel gegen den FC Eintracht, beim Spiel vor ein paar Jahren war ich nicht dabei. Es ist auf jeden Fall etwas Besonderes, gerade vor dieser Kulisse. In meiner Laufbahn als Spieler ist das ein Highlight.

Wie sehr steckt die 0:1-Niederlage im Hinspiel noch im Hinterkopf?

Tobias Linz: Das Hinspiel ist noch präsent. Für unsere gute Leistung haben wir uns nicht belohnt und am Ende ärgerlich verloren. Dafür wollen wir uns am Samstag revanchieren.

Was muss am Samstag passieren, damit Ihre Mannschaft den Platz als Sieger verlässt?

Tobias Linz: Wir wollen unser Spiel durchziehen. Ein sicheres Passspiel, eine gute Ordnung auf dem Platz und die konsequente Chancenverwertung sind die Grundlagen. Dann schaut es gut aus.

Nicolas Wunder: Entscheidend ist der Kampf. Ich bin es aus den vergangenen Jahren gewohnt, dass wir anders auftreten, wenn wir unten drin stehen. Das müssen wir am Samstag bestätigen.

Welche Mannschaft steht im Derby stärker unter Druck?

Nicolas Wunder: Schon wir, der FC kann relativ befreit aufspielen. Auch wenn sie die Scharte aus dem Hinspiel auswetzen wollen. Wir stehen auf einem Abstiegsrelegationsplatz und brauchen Punkte, ganz klar.

Tobias Linz: Wir liegen punktetechnisch zwar im Soll, haben zuletzt beim 1:1 in Karlburg aber zwei Zähler liegen lassen und seit drei Spielen nicht gewonnen. Es ist Zeit für einen Sieg, im Derby umso mehr.

Wie groß ist die Rivalität zwischen beiden Mannschaften?

Tobias Linz: Verfeindet sind wir nicht. Natürlich ist eine gesunde sportliche Rivalität da, aber viele Spieler kennen sich sehr gut. Die Teams verstehen sich schon.

Nicolas Wunder: Ich sehe keine Rivalität, ganz im Gegenteil: Ich freue mich sehr für Gabriel Jessen und Marco Schmitt, dass ihre Entscheidung, von uns zum FC Eintracht zu wechseln, so belohnt wurde. Sie haben alles richtig gemacht, auch wenn ich das nicht erwartet hätte.

Was ist nach dem Spiel geplant? Wie lassen Sie mit Ihrer Mannschaft den Derbytag ausklingen?

Tobias Linz: Wir haben einen Mannschaftsabend geplant. Nach so einem Spiel sind wir erstmal mit uns beschäftigt.

Nicolas Wunder: Wir treffen uns nach dem Spiel in der Stadt, dann schauen wir mal, wohin es noch geht. Mit Sicherheit werden sich die einen oder anderen Spieler beider Teams dann über den Weg laufen. Die bevorzugten Lokalitäten sind ja in beiden Mannschaften bekannt.

FCE gegen Don Bosco: Premiere im Stadion

Es ist die Premiere im Fuchsparkstadion: Erstmals stehen sich dort am Samstag um 14 Uhr der FC Eintracht Bamberg und die DJK Don Bosco Bamberg in einem Pflichtspiel gegenüber. Der FCE will vor der Winterpause noch punkten, um den Vorsprung von neun Punkten zum ersten Abstiegsrelegationsplatz zu halten. Genau dort steht aktuell die DJK.

Unter dem neuen Trainer Rolf Vitzthum hat sich Don Bosco in der Zwischenzeit einigermaßen berappelt, allerdings fehlte zuletzt auch das nötige Glück: Gegen den ATSV Erlangen kassierte die DJK in der 90. Minute den 2:2-Ausgleich, gegen Ammerthal schon in der ersten Minute den Treffer zur 0:1-Niederlage. Seit vier Spielen warten die Wildensorger auf einen Sieg, andererseits: Beim FCE sind es auch schon drei Spiele ohne Dreier, zuletzt gab es beim TSV Karlburg trotz großer Überlegenheit nur ein 1:1.

Unklar ist, wer von den vielen DJK-Verletzten noch fit wird. Von den Keepern könnten Peter Stöcklein und Michael Edemodu zurückkehren, während Julian Glos keine Option ist. Beim FC Eintracht fehlen Felix Popp, Andre Jerundow und Tobias Ulbricht, dafür ist Torhüter Fabian Dellermann nach abgesessener Rotsperre wieder dabei.

Das sagen die Trainer

Michael Hutzler (FCE): "Wir spüren einen gewissen Druck, nach der Niederlage im Hinspiel wollen wir gewinnen. Die Vorfreude ist im Verein seit Wochen greifbar, die Jungs sind im Training hochkonzentriert. Es wird schwer, aber wir freuen uns."

Rolf Vitzthum (DJK): "Unsere Ausrichtung hängt davon ab, wer überhaupt zur Verfügung steht - vom Tor bis in den Sturm gibt es viele Fragezeichen. Auch wenn es kein Heimspiel ist, kann ich nur appellieren: Kommt alle ins Stadion und unterstützt den Bamberger Fußball."

Parkplätze und Tickets - das sollten Sie wissen

Parkplätze: Diese stehen am Stadion zur Verfügung, allerdings nicht sehr viele. Alternativ kann am ehemaligen FC-Clubheim bzw. am Sportplatz "Rote Erde" sowie bei der Lebenshilfe geparkt werden - die Zufahrten sind über die Moosstraße/Höhe Lebenshilfe möglich. Weitere Parkmöglichkeiten gibt es an der "Blauen" in der Kloster-Langheim-Straße. Die Polizei weist darauf hin, dass die Armeestraße einseitig zum Parken freigegeben ist. Dadurch wird die Armeestraße von der Pödeldorferstraße Richtung Moosstraße zur Einbahnstraße. Mit dem Bus ist das Stadion über die Linien 902, 911 oder 920 erreichbar.

Kontrollen: Sicherheitsdienst und Polizei werden ein verstärktes Augenmerk auf pyrotechnisches Material legen.

Tickets: Für die Haupttribüne sind im Vorverkauf 700 von 950 Tickets verkauft worden. Bis Samstag können Tickets unter http://tickets.infranken.de bezogen werden. Restkarten gibt es am Spieltag am Ticketschalter. Bei Ausverkauf der Haupttribüne sind genügend Stehplätze auf der Gegengerade vorhanden. Hier bitte den Ticketschalter an der Gegengerade benutzen. Einlass ins Stadion ist 90 Minuten vor Spielbeginn ab 12.30 Uhr.red

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