Bamberg
Fußball-Bayernliga

FC Eintracht Bamberg verspielt den Sieg

In der Nachspielzeit kassiert der FC Eintracht gegen Großbardorf den Treffer zum 3:3-Endstand. Auch die Gäste können mit dem Ergebnis wenig anfangen.
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Nach einem missglückten Befreiungschlag von Torhüter Julian Schneider traf Patrick Görtler aus rund 30 Metern ins leere Tor zum 3:1 (77.) für den FC Eintracht. Allerdings kam der TSV Großbardorf zurück und markierte in der Nachspielzeit den Treffer zum 3:3-Endstand. Fotos: sportpress
Nach einem missglückten Befreiungschlag von Torhüter Julian Schneider traf Patrick Görtler aus rund 30 Metern ins leere Tor zum 3:1 (77.) für den FC Eintracht. Allerdings kam der TSV Großbardorf zurück und markierte in der Nachspielzeit den Treffer zum 3:3-Endstand. Fotos: sportpress
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Nach dem Abpfiff waren sie alle angefressen, ein turbulentes 3:3 und auf beiden Seiten nur Verlierer. Robin Renner pfefferte eine Wasserflasche über die Tartanbahn, Trainer Michael Hutzler stemmte die Hände in die Hüfte, ein kleiner Teil der Fans legte sich kurzzeitig mit dem Schiedsrichter an. Die Stimmung war im Keller, die Party vorbei. Und auch die Gäste vom TSV Großbardorf wirkten nicht so, als würden sie durch ihr Last-Minute-Tor, das ihnen gerade noch das 3:3-Unentschieden in der Bayernliga beim FC Eintracht Bamberg gerettet hatte, irgendeine Form von Freude verspüren.

"Wir kriegen wieder drei Gegentore und müssen als Mannschaft besser verteidigen", sagte etwa TSV-Stürmer Simon Snaschel nach dem dritten Spiel in Folge ohne Sieg - und gab damit eine Einschätzung ab, die genauso gut auf den FC Eintracht hätte zutreffen können. Der Unterschied: Großbardorf ist ein etabliertes Spitzenteam, Bamberg ein unerfahrener Aufsteiger. "Spielerisch war es ein toller Auftritt von uns, wir lassen eigentlich nicht viel zu, fangen uns dann aber wieder drei Stück", ärgerte sich Hutzler nach dem Spiel.

Sonntagsschuss in Nachspielzeit

Schließlich fehlten nur Sekunden für den dritten Heimsieg in dieser Saison. Weil Andre Rieß allerdings in der dritten Minute der Nachspielzeit zu viel Platz hatte, sein 20-Meter-Schuss mit dem Außenrist sich an einem Verteidiger vorbei drehte und nur noch von den Fingerspitzen von Torhüter Fabian Dellermann leicht touchiert wurde, mussten sich die Domreiter mit der Punkteteilung begnügen. Der Schiedsrichter pfiff die Partie danach zwar noch einmal an, direkt aber wieder ab.

"Sicher, wir waren am Ende platt, haben aber 90 Minuten leidenschaftlich gekämpft. Den Jungen im Team hat am Ende etwas die Luft gefehlt", sagte Hutzler und verwies dabei auf die blutjunge Elf, die er ins Rennen schicken musste. Weil die Stürmer Nicolas Görtler und Tobias Ulbricht verhindert waren, sank der Altersdurchschnitt auf knapp über 21 Jahre. Hutzler musste also im Sturm improvisieren, Patrick Görtler und Lukas Schmittschmitt wechselten sich in der Rolle des Mittelstürmers ab, ließen sich aber immer wieder ins Mittelfeld zurückfallen.

Ehe sich die Großbardorfer auf den ungewohnten FCE-Sturm einstellen konnten, lagen sie auch schon mit 0:2 zurück. Zunächst bediente Schmittschmitt den gestarteten Tobias Linz, der sich 13 Meter vor dem Tor gegen zwei Verteidiger behauptete und den Ball aus dem Stand über den Torhüter ins Netz chippte (9.). Der Jubel war kaum abgeklungen, da rappelte es erneut im TSV-Gehäuse. Wieder war Schmittschmitt der Initiator mit einem Pass in die Tiefe, Armend Elshani brauchte dann aber zwei Versuche, um den Ball am Torhüter vorbeizubekommen (13.). Dass die Domreiter zu diesem Zeitpunkt mit 2:0 führten, war sicherlich schmeichelhaft, zumal Snaschel das Spielgerät in der 7. Minute auf der Gegenseite nur an den Pfosten genagelt hatte.

Die Führung verlieh den Hausherren aber eine spielerische Sicherheit, im rechten Mittelfeld gab Vlad Saprykin sein Startelf-Debüt und setzte gelegentliche Akzente. Beide Teams forcierten weiter die Offensive und kamen zu Chancen, ein weiterer Treffer sollte bis zur Halbzeitpause aber nicht mehr fallen.

Das änderte sich schnell nach Wiederbeginn: Adrian Reith hatte zu viel Raum und Zeit, nahm den Ball 20 Meter zentral vor dem Tor an und schlenzte ihn flach ins link Eck (52.) zum 1:2 für die Gäste. Es folgten wilde Minuten: Linz scheiterte aus kurzer Distanz (53.), Görtler schoss dem Torhüter an die Hacke (55.), und Kollmer hätte nach einer Pirouette fast ein Eigentor fabriziert (60.). Kurios war schließlich auch der Treffer zum 3:1 in der 63. Minute, als der TSV-Keeper nach einem Rückpass den Ball wegschlagen wollte, dabei aber einen Verteidiger anschoss. Von dort landete der Ball direkt bei Patrick Görtler, er drehte sich und traf aus 30 Metern ins leere Tor.

Der Treffer setzte Großbardorf deutlich zu, die Gäste kamen erst ins Spiel zurück, als die FCE-Abwehr die Übersicht verlor und Tobias Fleischer aus sieben Metern eine Flanke aus dem Halbfeld zum 2:3 über die Linie köpfte (77.). Und den Gästen blieb noch einiges an Zeit auf der Uhr, begünstigt vielleicht auch dadurch, dass der Schiedsrichter aus Sicht manches FCE-Anhängers die Nachspielzeit etwas zu üppig angesetzt hat. Offiziell lief jedenfalls die dritte Minute der Nachspielzeit, als Rieß den Hausherren den sicher geglaubten Sieg aus den Händen riss.

"Wenn mir vor dem Spiel jemand gesagt hätte, dass die Partie 3:3 ausgeht, wäre ich sicher zufrieden gewesen. Bei diesem Verlauf ist es natürlich schade, dass es keine drei Punkte geworden sind", sagte Hutzler.

FC Eintracht Bamberg: Dellermann - Kollmer, Renner, Schmitt, Linz, Nögel (52. Heinz), Elshani (72. Tranziska), Saprykin (58. Hofmann), M. Reischmann, Schmittschmitt, P. Görtler / TSV Großbardorf: Schneider - Mangold (61. Fleischer), Kirchner, Heusinger (73. Poznic), Reith, Rieß, Rützel, Dinkel, Müller, Reitstetter, Snaschel / SR: Wenzlik (Velden) / Zuschauer: 460 / Tore: 1:0 Linz (9.), 2:0 Elshani (13.), 2:1 Reith (54.), 3:1 P. Görtler (66.), 3:2 Fleischer (77.), 3:3 Rieß (90.) / Gelbe Karten: Elshani, M. Reischmann, Renner / Dinkel, Reitstetter, Fleischer

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