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Fans unterstützen Brose Bamberg in der Corona-Krise

Der neunfache deutsche Meister rechnet mit einem Einnahmeverlust im sechsstelligen Bereich, sollte die Bundesliga-Saison vorzeitig beendet werden.
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Arne Dirks
Arne Dirks

Während beim oberfränkischen Rivalen Medi Bayreuth mit Reid Travis, Nate Linhart, James Woodard, Bryce Alford, James Robinson und Evan Bruinsma alle sechs US-Amerikaner in die Heimat zurückgekehrt sind, haben die Bamberger Brose-Basketballer noch alle Importspieler an Bord. Doch wie lange noch? Darauf konnte Geschäftsführer Arne Dirks keine Antwort geben.

Nachdem das US-Außenministerium am Freitag alle sich im Ausland befindlichen US-Bürger dazu aufgerufen hatte, sofort nach Hause zu kommen oder sich darauf einzustellen, für einen unbestimmten Zeitpunkt dort bleiben zu müssen, ist zu befürchten, dass sich auch der Bamberger Kader ausdünnt.

Im Zuge der Corona-Krise steht der Bundesliga-Siebte täglich vor neuen Herausforderungen. "Es ist eine bedrohliche Situation für alle Vereine und trifft auch auch uns extrem. Wir haben ein Worst-Case-Szenario und ein Best-Case-Szenario erarbeitet. Doch dieses ändert sich stündlich", sagte Dirks im Austausch mit den Fans am Donnerstagabend. Dieser stand ebenfalls ganz im Zeichen von Covid-19 und fand daher nicht im persönlichen Dialog, sondern per "Facebook Live" statt.

Sportlich sei der Verein mit dem Abschneiden laut Dirks zwar nicht zufrieden, aber wirtschaftlich wäre er bis zum Ausbruch der Corona-Krise auf einem guten Weg gewesen. "Wir haben solide gewirtschaftet und hätten das von der Liga geforderte Eigenkapital von 250 000 Euro auf jeden Fall erreicht", so Dirks. Doch die Aussetzung des Spielbetriebs mache es nun sehr schwer, seriös zu planen.

Am 13. März hatte die Basketball-Bundesliga (BBL) beschlossen, den Spielbetrieb bis auf Weiteres ruhen zu lassen. "Der Großteil der Clubs will keinen Abbruch der Saison. Es gibt Pläne, die Saison Anfang Mai fortzusetzen. Doch aufgrund der aktuellen Situation muss man eher pessimistisch sein, ob das so umgesetzt werden kann", erklärte Dirks. Mitte nächster Woche wollen die 17 BBL-Vereine über das weitere Vorgehen beraten.

Drastischer Einnahmenverlust

Sollte die Saison vorzeitig beendet werden, träfe das die Bamberger hart. "Pro entgangenem Heimspiel geht uns ein mittlerer fünfstelliger Betrag verloren. Da wir noch mindestens sechsmal zu Hause spielen würden, würde sich das auf einen sechsstelligen Betrag summieren", so Dirks. Hinz kämen eventuelle Rückforderungen von Sponsoren und Dauerkartenbesitzern. Der Brose-Geschäftsführer betonte jedoch, dass sowohl Gönner als auch Anhänger großes Verständnis für die aktuelle Situation hätten. So hätten alle drei Fanclubs signalisiert, dass deren Dauerkartenbesitzer auf eine Rückerstattung verzichten würden. Zudem sei der Verein permanent im Dialog mit den Sponsoren.

Dirks gab aber zu bedenken: "Von denen kämpfen selbst mittlerweile einige ums Überleben." Das mache eine seriöse Planung für die nächste Saison unmöglich, sowohl in wirtschaftlicher als auch in sportlicher Hinsicht. "Die langfristige Planung, die wir hatten, können wir in den Papierkorb werfen", stellte Dirks fest.

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