Laden...
Bamberg
Fußball

Ex-Bundesliga-Torjäger schult künftige Profis

Nach zwei Toren in einem Spiel gegen die Bayern wollte Uli Hoeneß Dieter Trunk einst zu den Münchnern holen. Heute führt der ehemalige Club-Profi in der U14-Bayernauswahl die Talente der Bundesliga-Klubs an höhere Aufgaben heran.
Artikel drucken Artikel einbetten
Dieter Trunk gibt seine Erfahrung an die Talente weiter. Foto: Privat
Dieter Trunk gibt seine Erfahrung an die Talente weiter. Foto: Privat
Nicht ganz ein Jahr ist es her, dass Dieter Trunk als Trainer mit dem SC Reichmannsdorf aus der Kreisliga abstieg. Ein Nachfolge-Engagement bei einem Verein hatte der Ex-Profi, der für den Club und Kaiserslautern in Liga 1 auflief, nicht. Und er will auch keines mehr. Bei der U14-Bayernauswahl fühlt sich der A-Schein-Inhaber gut aufgehoben.

"Ligenunabhängig möchte ich mit Spielern zusammenarbeiten, bei denen Zug dahinter ist, die willig und lernfähig sind - sonst hätte ich meine A-Lizenz eigentlich nicht machen brauchen", so seine damaligen Worte. Diese Aufgabe hat er nun, wenn auch anders, als zunächst geplant, gefunden. Keine Vereinsmannschaft, sondern die U14-Bayernauswahl trainiert der in Bamberg geborene Reichmannsdorfer. Gemeinsam mit der hauptverantwortlichen Verbandstrainerin Friederike Kromp.

119 Einsätze in der Bundesliga

"Die Leistungsgruppe, das heißt, es handelt sich um die Spieler, die aus den Nachwuchsabteilungen der Bundesliga-Vereine kommen", spezifiziert der 55-Jährige, der in 119 Bundesliga-Begegnungen für Nürnberg und Kaiserslautern 26 Tore erzielte. Der Einstieg beim Verband gelang ihm über seine Aufgabe als Beisitzer bei der Trainer-Prüfungskommission in Oberhaching. "Ich hatte natürlich auch schon einige Bamberger Prüflinge", erklärt Trunk. "Die meisten haben es geschafft, nur einen mussten wir leider einmal durchfallen lassen...", schmunzelt er, nennt selbstverständlich aber keinen Namen.

"Die Anforderungen an die C-Schein-Anwärter sind aber mittlerweile auch sehr hoch, fast so schwer, wie bei meinem A-Schein vor 15 Jahren. Es macht riesig Spaß, es sind immer wieder motivierte, junge Leute dabei, die den Trainerschein anstreben. Selbst ich als alter Hase, lerne mit jeder zu korrigieren-den Lehrprobe dazu."
Nach nur einem halben Jahr wurde ihm dann der Job bei der U14 angeboten: "Ich hätte auch die Möglichkeit gehabt, in die Trainerausbildung zu gehen - aber das ist nichts für mich", gibt der 1,80 m große und "noch immer, so wie zu meinen aktiven Zeiten" 78 Kilogramm schwere Ex-Stürmer zu. "Trainer im unterklassigen Herrenbereich", so wie er es vorher beim FC Wacker Bamberg, ASV Sassanfahrt, SV Walsdorf und eben beim SC Reichmannsdorf war, "und Trainer einer Bayernauswahl - das kann man nicht vergleichen. Die Jungs haben spielerisch alle ein tolles Niveau, es geht schließlich um die zirka 40 besten Spieler eines Jahrgangs aus ganz Bayern. Und sie sind vor allem willig."


Etwas, dass ihm bei seinen vorherigen Aufgaben schlicht und ergreifend oftmals gefehlt hat. "Im Nachhinein muss ich zugeben, gerade in Anbetracht meiner Ansprüche und dem, was die Spieler auf Kreisebene heutzutage einbringen wollen, hätte ich unterklassige Mannschaften eigentlich gar nicht trainieren sollen. Und ich kann es mir zum jetzigen Zeitpunkt auch nicht mehr vorstellen", blickt er zurück, aber auch nach vorne. Im Jugendbereich, so wie jetzt wieder, war er bereits vorher tätig, als B-Jugendtrainer beim damaligen FC Bamberg und später als A-Juniorentrainer bei Greuther Fürth. "Die Arbeit mit den Kleinen macht mir eindeutig mehr Spaß."

Zehn Jahre lang Profi

Zehn Jahre lang konnte Dieter Trunk die Berufsbezeichnung Profifußballer führen. Bereits als 17-Jähriger stieg Trunk mit dem SC Reichmannsdorf in die Landesliga auf. 28 Treffer steuerte der Stürmer damals bei. Nach dem Abstieg ging Trunk für ein Jahr nach Coburg, um in der folgenden Saison wieder zurückzukehren und seinen Heimatverein erneut in die damals viertklassige Landesliga zu schießen. Diesmal gelangen ihm sogar 36 Tore. Der FC Nürnberg verpflichtete ihn daraufhin, nach einem zweitägigen Probetraining. Fortuna Köln, 1. FC Kaiserlautern und Darmstadt 98 waren die weiteren Stationen im deutschen Profifußball. Schließlich zog es Trunk sogar in die Schweiz und nach Österreich, wo er bei Zweit- und Drittligisten als Spielertrainer tätig war, bevor er sich schließlich wieder in Richtung Heimat orientierte.

Auch Hoeneß wollte Trunk holen

"Ich freue mich, dass ich nun meine Erfahrungen an die jungen Fußballer weitergeben kann", so der damals wegen seiner Schnelligkeit und Wendigkeit gefürchtete Stürmer, der nach zwei Toren in einem Spiel gegen die Bayern sogar einen Anruf von Uli Hoeneß erhalten hat. "Als er fragte, ob ich mir vorstellen könnte, für die Bayern zu spielen, habe ich gesagt: zu euch würde ich auch zu Fuß oder mit dem Fahrrad kommen!" Schlussendlich scheiterte der Wechsel an der Ablösesumme.

"Wer in der Bayernauswahl ist, hat es schon weit gebracht. Bis an den Fuß des Berges - bis nach oben auf den Gipfel schaffen es aber nur einer oder zwei. Jetzt heißt es dranbleiben, Biss zeigen, den Konkurrenzkampf annehmen." Um es am Ende dorthin zu bringen, wo Dieter Trunk zehn Jahre lang war: in den bezahlten Fußball.







Verwandte Artikel

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren