Bamberg

Erleichterung nach dem Kantersieg

Brose Bamberg wahrt mit dem 91:53-Heimerfolg gegen VEF Riga die Chance auf den Achtelfinaleinzug in der Champions League. Die Gastgeber spielen gegen die schwachen Letten über 40 Minuten konstant auf gutem Niveau.
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Nach zuvor drei Niederlagen in Folge lassen die Bamberger ihrer Freude über den Sieg gegen Riga freien Lauf (von links): der verletzte Nelson Weidemann, Retin Obasohan, Christian Sengfelder, Moritz Plescher, Mateo Seric, Bryce Taylor und Elias Harris. Foto: Daniel Löb
Nach zuvor drei Niederlagen in Folge lassen die Bamberger ihrer Freude über den Sieg gegen Riga freien Lauf (von links): der verletzte Nelson Weidemann, Retin Obasohan, Christian Sengfelder, Moritz Plescher, Mateo Seric, Bryce Taylor und Elias Harris. Foto: Daniel Löb

Diesmal war der Vorsprung vor dem letzten Viertel mit 32 Punkten groß genug, als dass die Bamberger Basketballer in Gefahr geraten wären, ihn noch zu verspielen. Entsprechend gut gelaunt waren Spieler und Trainer nach der Schlusssirene. Während sie sich nach den vergangenen beiden Heimspielen gegen Berlin und Vechta mit gesenktem Kopf auf die obligatorische Runde durch die Halle gemacht hatten, klatschten sie am Dienstagabend mit einem Grinsen im Gesicht mit den Fans ab.

Der 91:53 (39:24)-Kantersieg über VEF Riga am drittletzten Spieltag der Champions League war für die Bamberger in zweifacher Hinsicht wichtig. Zum einen stoppten sie nach zuvor drei Niederlagen in Folge den Abwärtstrend, zum anderen haben sie es weiter in eigener Hand, das Achtelfinale zu erreichen. Tabellenplatz 4, der zum Einzug in die erste Play-off-Runde berechtigt, können die Oberfranken am nächsten Dienstag mit einem Sieg bei Peristeri BC von den Griechen zurückerobern.

Erschreckend harmlos präsentierte sich der lettische Meister aus Riga in der Brose-Arena. Den Zuschauern wurde vor Augen geführt, warum der Gast zuletzt elfmal in Folge in der Champions League verlor und mit nur einem Sieg in zwölf Spielen das schlechteste der 24 teilnehmenden Teams ist. Überbewerten wollte Brose-Coach Roel Moors den Erfolg daher nicht: "Wir haben so gespielt, wie wir uns das vorgenommen haben, und damit viel Frust aus dem System gespült. Aber es ist nur ein Sieg." Völlig bedient war Gästetrainer Janis Gailitis nach der desolaten Vorstellung seiner Mannschaft: "Einige Spieler waren heute eine Schande für unseren Verein. Das wird Folgen haben."

Nach einem ausgeglichenen ersten Viertel (17:15) setzten sich die Bamberger mit zwei starken Durchgängen (22:9, 28:11) ab. Sie kauften ihrem Gegner mit ihrer aggressiven Defensivarbeit den Schneid ab. Elf der insgesamt 16 Ballverluste von Riga erzwangen die Gastgeber, was zu 20 Punkten führte. "Wir haben sehr gut verteidigt. Immer, wenn wir das schaffen, kommen wir zu einfachen Körben", merkte Assem Marei (13 Punkte) an. Neben dem ägyptischen Center punkteten mit Darion Atkins (13), Christian Sengfelder, Kameron Taylor und Retin Obasohan (alle je 10) vier weitere Spieler zweistellig. Mit zusätzlich neun Rebounds schrammte Sengfelder nur knapp an einem "Double-Double" vorbei.

Das 20 Jahre alte Talent Mateo Seric, von den Fans lautstark gefordert, durfte im letzten Viertel ran und erzielte in zehn Minuten acht Punkte (davon zwei Dreier). "Es war eine gute Teamleistung. Jeder, der von der Bank kam, brachte Energie aufs Feld", meinte Marei. 53 Punkte erzielten die Spieler aus der Bamberger "zweiten Fünf", bei Riga waren es nur 25 Zähler, die die Bankspieler beisteuerten. "Es ist schwer, eine Mannschaft zu schlagen, in der jeder fast zehn Punkte erzielt", sagte Rigas Aufbauspieler Lester Medford (10).

War das die Trendwende?

Ob das dringend benötigte Erfolgserlebnis für die Bamberger die Trendwende eingeläutet hat, lässt sich angesichts des schwachen Gegners nicht einschätzen. Dennoch war die Erleichterung bei Moors groß, "weil wir heute das ganze Spiel über konstant waren". In den Wochen zuvor, als nur drei Siege aus 13 Spielen herausgesprungen waren, hatte sein Team so manchen Erfolg leichtfertig aus der Hand gegeben und damit bei den Anhängern offensichtlich Kredit verspielt. Die Partie gegen Riga wollten nur 4848 Fans sehen. Das ist Minusrekord seit dem Ausbau der Halle auf eine Zuschauerkapazität von mehr als 6000 im Jahr 2006.

Moors hofft, dass seine Mannschaft an die gute Leistung in der Partie gegen Riga möglichst schon am Sonntag im Bundesligaspiel in Braunschweig anknüpft: "Wir brauchen drei, vier Siege in Folge. Dann bin ich mir sicher, dass wir viele Leute überraschen werden."

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