Bamberg
Basketball-Interview

Elias Harris: Wir sind gerannt wie die Hasen

Für die Profis von Brose Bamberg ist die Sommerpause vorbei. Elias Harris ist zufrieden mit seinen neuen Teamkollegen und dem neuen Coach. Nur das Athletiktraining ist nicht mehr seine Sache.
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Elias Harris (rechts) und Neuzugang Christian Sengfelder schwitzen bei einer Athletik-Trainingseinheit auf dem Kunstrasenplatz der DJK Don Bosco Bamberg in Wildensorg. Foto: privat
Elias Harris (rechts) und Neuzugang Christian Sengfelder schwitzen bei einer Athletik-Trainingseinheit auf dem Kunstrasenplatz der DJK Don Bosco Bamberg in Wildensorg. Foto: privat

Elias Harris ist der dienstälteste Profi im Bamberger Brose-Team. Der 30-Jährige geht in seine sechste Saison beim einstigen Basketball-Serienmeister. Zum Trainingsstart vor knapp zwei Wochen traf er auf viele ihm unbekannte Gesichter. Sechs neue Spieler stießen zum Team, zwei fehlen noch. Im Interview spricht Mannschaftskapitän Harris über die ersten Trainingstage und seine Eindrücke vom neu zusammengestellten Team.

Was waren die Schwerpunkte in den ersten zwei Trainingswochen?

Elias Harris: Wir sind sehr viel gelaufen, eigentlich sind wir gerannt wie die Hasen. Die Lungen wurden zum Brennen und der Körper dazu gebracht, aus dem Sommerschlaf rauszukommen. Viel mehr haben wir in der ersten Woche eigentlich nicht gemacht.

Also ist Athletiktrainer Sandro Bencardino zurzeit der eigentliche Chefcoach?

Es war gut aufgeteilt. Sandro hatte seine Anteile, wie es in der Vergangenheit schon immer der Fall war. Coach Moors hat den basketballerischen Teil übernommen, wobei wir auch da viel gelaufen sind und viele Drills gemacht haben. Ins Taktische sind wir bislang noch gar nicht so tief eingedrungen.

Ist diese frühe Saisonphase der unangenehmste Teil der Spielzeit für einen Profi?

Das kommt darauf an, wie alt man ist. Ich bin ja noch nicht uralt, aber für mich gibt es schon Schöneres als Laufen. Ich bin immer ganz dankbar, wenn es ans Taktische geht, aber die körperliche Vorbereitung gehört einfach dazu. In den ersten beiden Wochen müssen körperlich die Grundlagen geschaffen werden, und das haben wir, finde ich, gut gemacht.

Welchen ersten Eindruck hat der neue Coach Roel Moors bislang bei Ihnen hinterlassen?

Einen sehr guten. Er ist sehr ruhig und bedacht in dem, was er sagt. Er ist ja noch nicht so lange Trainer und war gefühlt bis vor kurzem noch als Spieler unterwegs. Dafür macht er seine Sache sehr gut. Er ist sehr abgeklärt, erklärt sehr gut. Das ist wichtig bei einer jungen Mannschaft, die wir ja haben. Und er hat einen klaren Plan, den er durchzieht.

Sechs Neuzugänge sind schon da. Was sind das für Typen?

Normalerweise ist es in den ersten beiden Wochen immer erst einmal ein gegenseitiges Beschnuppern. Die Neuen sind meist zunächst etwas ruhig und schauen sich das Ganze erst einmal an. Aber bei uns ist das nicht so. Wir kommunizieren schon ganz gut, da ist keiner dabei, der sehr introvertiert ist. Paris Lee hat immer einen lockeren Spruch auf den Lippen.

Zwei Spieler fehlen noch. Assem Marei hat noch kein Visum, und für Coty Clarke läuft die Suche nach Ersatz noch. Wann sollte das Team Ihrer Meinung nach komplett sein?

Natürlich so schnell wie möglich. Einige Wochen kann man überbrücken, aber wenn es an den Feinschliff geht, dann wird jeder gebraucht.

Welche Erkenntnisse nehmen Sie aus dem ersten Testspiel mit, dem klaren 109:52-Sieg gegen BK Decin? Der tschechische Vizemeister ist ja ohne ausländische Spieler angetreten.

Der Gegner war in dieser Besetzung natürlich kein Gradmesser. Aber für uns ging es in erster Linie darum, zu schauen, ob das, was wir bisher im Training getan haben, irgendwie fruchtet. Dafür, dass wir erst seit eineinhalb Wochen zusammen sind, tut es das meiner Meinung nach. Bei uns läuft der Ball schon sehr gut, es ist kein Ego-Gezocke. Jeder ist bereit, den Extrapass zu spielen. Für den so frühen Zeitpunkt der Saison ist das schon ein sehr gutes Zeichen, dass da etwas zusammenwachsen könnte. Die Fragen stellte Peter Seidel

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