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Basketball

Ein Obasohan allein reicht nicht

Der kräftige Belgier hält Bamberg bei KK Mornar Bar im Spiel. Das Brose-Team verliert aber nach schwacher Leistung in Montenegro verdient mit 73:77.
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Bambergs Retin Obasohan (links) sorgte in der zweiten Hälfte mit beherzten Aktionen dafür, dass die Gäste auf Schlagdistanz blieben. Hier zieht der bullige Belgier an Radoje Vujosevic vorbei und erzielt zwei seiner 20 Punkte. Foto: championsleague.basketball
Bambergs Retin Obasohan (links) sorgte in der zweiten Hälfte mit beherzten Aktionen dafür, dass die Gäste auf Schlagdistanz blieben. Hier zieht der bullige Belgier an Radoje Vujosevic vorbei und erzielt zwei seiner 20 Punkte. Foto: championsleague.basketball
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Die Bamberger Brose-Basketballer rutschen immer tiefer in eine Krise. Mit der 73:77 (41:45)-Niederlage bei KK Mornar Bar bleibt es für das Team von Trainer Roel Moors in den vergangenen sieben Wochen bei nur drei Siegen aus zwölf Spielen.

In der Gruppe C der Basketball-Champions-League (BCL) sind die Chancen, einen der ersten vier Plätze, die zum Achtelfinaleinzug berechtigen, zu belegen, bei einer Siegbilanz von 5:6 weiter gesunken.

Bamberg verschläft den Start

Wie in der vergangenen Woche gegen das türkische Team aus Gaziantep und wie so oft in anderen internationalen Begegnungen fanden die Oberfranken auch in Bar schlecht in die Partie. Erst nach 2:13 Minuten brachte Louis Olinde mit einem Freiwurf sein Team auf die Anzeigetafel. Bis dahin hatten die Montenegriner bereits neun Punkte erzielt. Die Gastgeber ließen nicht nach. Bamberg, mit 42,7 Prozent Trefferquote die am schlechtesten werfende Mannschaft der BCL aus dem Zweierbereich, bestätigte diese Tatsache erneut. Erst nachdem Coach Moors seine Startformation ausgewechselt hatte, kam mit den Bankspielern mehr Intensität und Treffsicherheit aufs Feld. Aus dem 7:20-Rückstand machten Bryce Taylor per Dreier, Tré McLean und Retin Obasohan binnen zwei Minuten ein 18:22.

Und die Bamberger machten nach der Viertelpause (25:18) so weiter und hatten nach 90 Sekunden durch Elias Harris zum 25:25 ausgeglichen. Der Gästekapitän wirbelte die großgewachsenen Centergarde der Montenegriner, die allerdings auf ihren mit 2,16 Meter Längsten, Mirza Begic, verzichten mussten, ordentlich durcheinander und hielt sein Team zusammen mit Darion Atkins und Bryce Taylor gleichauf (31:31, 15.). Auf der Gegenseite fischten sich die Hünen aus der Hafenstadt nach Fehlwürfen immer wieder den Ball vom Bamberger Brett und behaupteten mit zweiten Wurfchancen eine knappe Führung.

Doch auch die Gäste setzten ihren Fehlwürfen nach. Nachdem sich Christian Sengfelder den zwölften von insgesamt 20 Gäste-Offensivrebounds geangelt und zum 40:40 ausgeglichen hatte, sorgte der starke Amerikaner der Gastgeber, Jacob Pullen, mit fünf seiner am Ende 21 Punkte für das 45:41. Für Bamberg hatte Bryce Taylor in seiner zehnminütigen Zeit auf dem Feld bereits zur Pause elf Zähler erzielt.

Gute Chancen liegen gelassen

Die zweite Hälfte begannen beide Kontrahenten sehr zerfahren und übertrafen sich mit Ballverlusten. Dazu kam eine erneut schwache Wurfquote bei den Bambergern. Paris Lee und Louis Olinde schossen eine Fahrkarte nach der anderen. Zwei Überzahlsituationen ließen die Franken ungenutzt. Dies bestraften die Montenegriner, die die weniger schlechte der beiden Mannschaften in dieser Phase waren, und zogen bis zur 25. Minute wieder auf 53:44 weg.

Ein unsportliches Foul von Tré McLean nutzte Bar, um den Vorsprung wieder in den zweistelligen Bereich zu hieven (61:49). Doch Obasohan wehrte sich vehement. Mit seinem zweiten Dreier, einem Korbleger trotz Fouls und zu Beginn des Schlussabschnitts mit einem Dunking sowie einem guten Pass auf Atkins zum 62:59 hielt er sein Team fast im Alleingang im Spiel.

Moors probierte es in den letzten zehn Minuten mit Atkins beziehungsweise Sengfelder auf der Centerposition mit einer kleinen Formation. Doch auch diese taktische Maßnahme fruchtete nicht, denn zu schwach waren die Trefferquoten seines Teams.

Nur Obasohan und mit Abstrichen Bryce Taylor, der in der zweiten Hälfte abtauchte und bei elf Zählern blieb, Atkins (10) und McLean (7) überzeugten - zu wenig, um Bar zu schlagen.

Der Einsatz beim Brose-Team stimmte. So erkämpften sich die Gäste in den letzten zwei Minuten dank einiger Ballgewinne beim 73:71 wieder eine Siegchance. Doch Derek Needham zerstörte mit seinem Dreier elf Sekunden vor dem Ende die letzten Hoffnungen auf den Sieg und vermutlich auch die auf den Einzug der Bamberger ins Achtelfinale.

Die Statistik

KK Mornar Bar - Brose Bamberg 77:73

(25:18, 20:23, 17:14, 15:18) Bar Pullen (21 Punkte/1 Dreier), Lukovic (12), Bjelica (9), Needham (9/3), Vranjes (8), Waller (6/2), Harris (6), Pavic (6), Markota, Sehovic, Vujosevic Bamberg Obasohan (20/3), B. Taylor (11/1), Atkins (10), McLean (7), Olinde (6), Sengfelder (6), Marei (6), K. Taylor (3/1), Lee, Seric SR Rosso, Deman (beide Frankreich), Sahin (Italien) Gesamtwurfquote Bar 41 Prozent (27 Treffer/66 Versuche), Bamberg 36 (27/76)

Dreierquote Bar 23 Prozent (6/26), Bamberg 23 (5/22) Freiwurfquote Bar 65 Prozent (17/26), Bamberg 67 (14/21) Rebounds Bar 43 (30 defensiv/13 offensiv), Bamberg 49 (20/29) Ballgewinne/-verluste Bar 5/12, Bamberg 6/7 Assists Bar 9/ Bamberg 11 Fouls Bar 21/ Bamberg 24

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