Memmelsdorf
Fußball-Landesliga Nordost

Duell auf Augenhöhe?

Die Saison beginnt am Donnerstag mit dem Derby zwischen dem SV Memmelsdorf und dem FC Eintracht Bamberg.
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SVM-Trainer Rolf Vitzthum. Fotos: sportpress
SVM-Trainer Rolf Vitzthum. Fotos: sportpress
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Nach 55 Tagen ist die Sommerpause in der Fußball-Landesliga Nordost vorbei, und der Start in die neue Saison hat es gleich in sich. Die Spielzeit 2018/19 wird am Donnerstag (18.30 Uhr) mit dem Nachbarderby zwischen dem SV Memmelsdorf und dem FC Eintracht Bamberg eröffnet.
Mit dem Neuling trifft der Vorjahressechste aus der Schmittenau auf ein junges, ambitioniertes Team, das in der vergangenen Saison in der Bezirksliga mit Abstand die meisten Tore (118) erzielte und sich in der Landesliga mit 55 Punkten plus x ein ehrgeiziges Ziel gesetzt hat. Bescheidener geben sich die Memmelsdorfer. "Unser Ziel kann nur sein, dass wir drin bleiben", meint Trainer Rolf Vitzthum angesichts von neun Spielerabgängen, die der SVM verkraften musste.
Die Vorfreude auf das Nachbarduell zum Saisonstart ist bei beiden Kontrahenten groß, auch wenn beide nicht in Bestbesetzung antreten können. Bei den Memmelsdorfern fallen drei Spieler gleich für einen längeren Zeitraum aus. Neuzugang Dominic Leim vom FC Sand laboriert an einem Meniskusriss, sein Innenverteidiger-Kollege Nicolas Müller zog sich im Training einen Muskelfaserriss zu und fällt wie Mittelfeldspieler Daniel Schäfer (Armbruch) ebenfalls mehrere Wochen aus. FCE-Trainer Michael Hutzler muss bis zur Winterpause auf Pascal Nögel (Meniskusriss) verzichten. Marc Reischmann (Außenbandriss) und Josha Wich (Mittelfußbruch) fehlen ebenfalls länger. Neuzugang Tobias Ulbricht plagen Knieprobleme.


Rahmenprogramm ab 18 Uhr

Damit möglichst viele Fans den Weg in die Schmittenau finden, haben sich die Verantwortlichen des SV Memmelsdorf einiges einfallen lassen: Jugendliche unter 18 Jahren haben bei Vorlage des Personalausweises freien Eintritt. Ab 18 Uhr beginnt das Rahmenprogramm mit der Vorstellung aller Landesligamannschaften und einem Auftritt der Memmelsdorfer Garde ps/sm
SV Memmelsdorf: Medem, Schubert - Nikiforow, Krüger, Schneider, Weber, Siric, Wernsdorfer, Saal, Hörnes, Sperlein, Sowinski, Ogunjimi, Römer, Kamm, Keita
FC Eintracht Bamberg: Dellermann, Lüth - Horn, Popp, Dümig, T. Görtler, Hofmann, Jessen, Linz, Renner, Schmitt, Schmittschmitt, Bube, P. Görtler, Großmann


Beide Trainer im Interview

Die beiden Trainer Rolf Vitzthum (SV Memmelsdorf) und Michael Hutzler (FC Eintracht Bamberg) stellten sich vor dem Nachbarduell zum Saisonstart unseren Fragen.

Wie verlief die Vorbereitung aus Ihrer Sicht?
Rolf Vitzthum: Natürlich passieren noch einige Fehler wie beispielsweise im Pokalspiel gegen Jahn Forchheim. Die Ergebnisse sind aber zweitrangig. Ärgerlich ist natürlich, dass wir schon wieder Verletzte zu beklagen haben. Zwei Innenverteidiger fallen zum Saisonstart aus, daher muss Daniel Krüger jetzt auf einer Position spielen, für die er nicht vorgesehen war.
Michael Hutzler: Nach dem ganzen Trubel nach dem Aufstieg haben wir schnell wieder zurückgefunden. Die Jungs ziehen super mit, aber die Verletzungen haben die Stimmung ein bisschen getrübt. Wir hatten viele Testspiele vereinbart, um bei unserem großen Kader durchwechseln zu können, aber aufgrund der Verletzungen wurden die vielen Spiele für den ein en oder anderen zum Stress. Daher waren auch die Ergebnisse nicht so optimal. Mit den Trainingsleistungen war ich sehr zufrieden. Am meisten geärgert habe ich mich über mich selbst, weil ich so viele Spiele ausgemacht habe.

Welchen Eindruck hinterlassen die Neuzugänge in Ihrem Team bislang?
Vitzthum: Daniel Krüger ist in der Abwehr sicher ein gleichwertiger Ersatz für Manuel Schwarm, vielleicht ist er sogar noch einen Tick besser. Dominik Römer ist ein guter Mann, er kann auf der Außenbahn auf beiden Seiten spielen. Mal schauen, ob er den Durchbruch schafft. Mit Thomas Schubert habe ich einen zweiten guten Torwart hinzubekommen. Das ist ein Fortschritt im Vergleich zur vergangenen Saison, da hatte ich mit Florian Dörnbrack nur einen.
Hutzler: Die fünf Jugendlichen, die dazugestoßen sind, sind ja eigentlich keine Neuzugänge. Sie haben schon während der Argentinienreise der Studenten im Frühjahr ausgeholfen. Wir wollen sie jetzt voll in die Herrenmannschaft integrieren. Es macht Spaß, mit ihnen zu arbeiten. Leider hat sich der einzige erfahrene Neuzugang, Tobias Ulbricht, am Knie verletzt. Wie lange er fehlen wird, ist noch nicht abzusehen. Philipp Pfeiffer und Erich Weber sind beides Spieler, die noch in der A-Jugend spielen können.

Was haben sich sich für das heutige Derby vorgenommen, und wie stark schätzen Sie den Gegner ein?
Vitzthum: Wir werden offensiv so spielen, wie wir uns das immer vornehmen. Leider haben wir das in der vergangenen Saison nicht immer hinbekommen. Bis auf die Spiele gegen den SC Feucht und den ATSV Erlangen waren wir eigentlich immer die dominante Mannschaft, die mehr Ballbesitz hatte. Aber bei Fehlern waren wir dann konteranfällig. Das wird auch heuer so sein. Bringen wir unser Spiel durch, ist es o.k., wenn nicht, haben wir ein Problem. Ich glaube, dass die Bamberger vorne mitspielen werden. Sie zählen für mich zum erweiterten Favoritenkreis von der Qualität her, die sie im Kader haben. Die Mannschaft ist zusammengeblieben, der FCE hat einen großen Kader, und junge Spieler drängen nach oben. Das ist optimal. Ich wäre froh, wenn ich das hätte.

Hutzler: Als Aufsteiger müssen wir zunächst einmal schauen, dass wir in der Landesliga Fuß fassen. Da sind uns die Memmelsdorfer um Längen voraus. Sie kennen die Spiele auf diesem Niveau wesentlich besser. In der Bezirksliga haben wir meist gegen Mannschaften gespielt, die tief standen. Das wird in der Landesliga ganz anders sein. Ich hoffe, dass wir gegen den SVM ein gutes Spiel abliefern, egal, wie das Ergebnis am Ende aussieht. Wichtiger ist, dass die Jungs merken, dass sie mithalten können. Die Vorfreude auf die Landesliga spüre ich in jeder Trainingseinheit. Wir wollen jetzt das genießen, was wir in der letzten Saison mit der Meisterschaft geschafft haben.
Zu Saisonbeginn weiß man nie, wo die Mannschaften in punkto Leistungsfähigkeit stehen. Hätten Sie das Derby lieber zu einem späteren Zeitpunkt ausgetragen?

Vitzthum: Nein, das passt. Das Derby ist für beide Mannschaften ein guter Einstieg in die Saison. Ich hoffe, es kommen viele Zuschauer. Denn in beiden Mannschaften stehen Spieler, die in der Region groß geworden sind. Beide Mannschaften werden versuchen, nicht nur Tore zu verhindern wie bei der langweiligen WM, sondern Fußball zu spielen.
Hutzler: Natürlich hätte ich das erste Derby lieber zu Hause ausgetragen, aber ansonsten bin ich mit dieser Ansetzung voll zufrieden. Ich glaube, dass es ein freundschaftliches Derby werden wird. Die Spieler kennen sich untereinander, wir freuen uns alle darauf.
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