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Basketball

Dritte Heimpleite für Brose Bamberg im Derby

Die Bamberger sehen im Frankenduell lange wie der sichere Sieger aus, doch einmal fehlt vor heimischem Publikum die Konstanz. Das nutzen die Würzburger und feiern den ersten Sieg in Freak City.
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Maurice Stackey (rechts) hat den Korb im Blick, links der Würzburger Johannes Richter, vorne dessen Teamkollege Junior Etou. Foto:
Maurice Stackey (rechts) hat den Korb im Blick, links der Würzburger Johannes Richter, vorne dessen Teamkollege Junior Etou. Foto:
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Im elften Frankenderby ist die Würzburger Negativserie in Freak City gerissen: Erstmals machten sich die Unterfranken mit einem 72:69 (38:35)-Auswärtssieg auf den kurzen Nachhauseweg. Die in der Bundesliga auswärts noch unbesiegten Bamberger kassierten am Dienstagabend bereits die dritte Heimniederlage der Saison. Maurice Stuckey, der in 165 Erstliga-Partien für die Würzburger für Furore gesorgt hatte, erhielt von Bambergs Trainer Roel Moors gegen seinen Ex-Klub deutlich mehr Spielzeit und bedankte sich mit einer engagierten Vorstellung. Weiter geht's für die Oberfranken am Sonntag in Oldenburg, wo eine deutlich bessere Leistung nötig sein wird, wenn die weiße Auswärtsweste keine Flecken bekommen soll.

Der gebürtige Bamberger Nils Haßfurther sorgte für die ersten Punkte der Partie, doch das sollte für lange Zeit die einzige Führung der Würzburger gewesen sein. Die Hausherren gingen in der Verteidigung aggressiv zu Werke und klauten den Unterfranken im ersten Viertel viermal den Ball. In der Brose-Offensive glänzte Louis Olinde mit einem Dreier und zwei krachenden Dunkings. Der 17:7-Vorsprung (9.Minute) schrumpfte aber bis zur Viertelsirene, weil vor allem Cameron Wells zur Aufholjagd blies (19:17). Skyler Bowlin und Junior Etou stellten die Bamberger dann in der Verteidigung vor einige Probleme, so dass die Gäste nach 14 Minuten mit 30:24 in Front lagen. Allerdings trugen auch die Schiedsrichter mit einseitigen Foulpfiffen zur Verunsicherung der Gastgeber bei. Jetzt übernahm bei den Brose-Jungs wieder einmal Kapitän Elias Harris: Der Center wühlte sich zum Korb und verwandelte nach Würzburger Fouls seine Freiwürfe sicher. Die Tatsache, dass die Wucherer-Truppe vier Minuten ohne Punkt blieb, nutzten Harris und Paris Lee zu einem 12:0-Lauf (36:30). Zur Pause betrug der Vorsprung aber nur drei Zähler (38:35).

Zu Beginn der zweiten Hälfte bestimmten Bambergs Große, Assem Marei und Chris Sengfelder, das Geschehen unter den Körben, doch weiter als bis auf fünf Punkte konnten sich die Gastgeber nicht absetzen, da die Unterfranken die Lücken in der Brose-Defensive konsequent ausnutzten. Nach seinem vierten Ballgewinn baute Lee die Führung aber nach 26 Minuten aus und ließ gleich eine Vorlage für Marei zum 54:45 folgen. Wie schon so oft verpasste es das Brose-Team aber den Sack vorzeitig zuzumachen - für die Würzburger war beim 53:57-Zwischenstand vor den letzten zehn Minuten noch alles drin.

Bei einer 64:56-Führung (34.) sah alles so aus, als würden die Gastgeber einem sicheren Sieg entgegensteuern. Nach einem überaus fragwürdigen Offensiv-Foul für Marei und einem "Technischen" standen die Hausherren aber ohne eine ihrer besten Waffen da. Beim 64:62 wirkte der Lee-Dreier wie eine Erlösung, und der starke Olinde stellte auf 69:62. Nach einem diskussionswürdigen unsportlichen Foul gegen Sengfelder verkürzte der Gast zweieinhalb Minuten vor dem Ende auf 68:69. Es folgten mehrere Brose-Fehlwürfe, Wells brachte Würzburg 25 Sekunden vor Schluss in Front. Der Dreier von Olinde und der Korbleger von Lee verfehlten ihr Ziel, Etou stellte auf der Gegenseite von der Freiwurflinie auf 69:72. 6,8 Sekunden blieben den Hausherren, sich noch in die Verlängerung zu retten, doch die Distanzwürfe des diesmal indisponierten Tre McLean und von Mo Stuckey verfehlten das Ziel.

Spieler des Spiels

Louis Olinde  Der Youngster zeigte im Derby von Beginn an eine engagierte Leistung und glänzte früh in der Partie mit einem Dreier und zwei krachenden Dunkings. Mit 15 Punkten, sechs Rebounds und zwei Assists war er der treffsicherste und zugleich effektivste Akteur in Reihen der Brose-Mannschaft.

Die Statistik

Brose Bamberg - s.Oliver Würzburg 69:72

(19:17, 19:18, 19:18, 12:19)

Bamberg Olinde (15 Punkte/ 1 Dreier), Lee (13/1), Marei (12), Harris (10), McLean (6/1), Sengfelder (4), Stuckey (4), Obasohan (3/1), Seric (2), Weidemann, K. Taylor Würzburg Wells (13/1), Etou (13), Bowlin (11/3), Rudd (10), Fischer (8), Hulls (6), Obiesie (4), Haßfurther (4), Richter (3), Koch, Hoffmann SR Matip, Simonov, Arik

Zuschauer 5693 Gesamtwurfquote Bamberg 39 Prozent (23 Treffer /59 Versuche), Würzburg 41 (23/56)

Dreierquote Bamberg 16 Prozent (4/25), Würzburg 22 (4/18) Freiwurfquote Bamberg 76 Prozent (19/25), Würzburg 71 (22/31) Rebounds Bamberg 39 (29 defensiv/10 offensiv), Würzburg 34 (27/7) Ballgewinne/-verluste Bamberg 9/11, Würzburg 7/14

Assists Bamberg 14 / Würzburg 12 Fouls Bamberg 26 / Würzburg 20

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