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Fußball-Bayernliga Nord

DJK verspielt in wenigen Minuten 3:0

Nach 86 Minuten sind die Wildensorger der vermeintlich sichere Sieger bei der SpVgg Ansbach, um dann noch drei Gegentore zum 3:3-Endstand zu kassieren.
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Der Wildensorger Neuzugang Azizou Zoumbare nimmt den Ball mit der Brust an; rechts lauert sein Mannschaftskamerad und "Jung-Dreißiger" Felix Strobler. Foto: Dirk Meier
Der Wildensorger Neuzugang Azizou Zoumbare nimmt den Ball mit der Brust an; rechts lauert sein Mannschaftskamerad und "Jung-Dreißiger" Felix Strobler. Foto: Dirk Meier
In einer denkwürdigen Partie am 19. Spieltag der Bayernliga Nord haben die Fußballer der DJK Don Bosco Bamberg bei der SpVgg Ansbach am Samstag 3:3 gespielt. Grundsätzlich wäre das ja ein ordentliches Ergebnis. War es am Ende aber nicht, denn die Bamberger führten bis in die 87. Min. hinein noch mit 3:0. Die Ansbacher kamen aber nach Toren von Azizou Zoumbare, Markus Fischer und Daniel Schäffler noch einmal zurück. Patrick Kroiß (2) und Nicolas Müller mit dem Schlusspfiff glichen noch aus. Damit hat die Mannschaft von Trainer Mario Bail zwei Punkte verschenkt.
Bei den Gästen standen nach langer Pause Markus Fischer und im Sturmzentrum Azizou Zoumbare in der Startelf. Mittelstürmer Alassane Kane, mit dem Trainer Mario Bail in den letzten Spielen nicht zufrieden war, wurde nicht eingewechselt. Dazu gab es auch keinen Grund, denn die DJK führte ja bis kurz vor Schluss mit 3:0.
Die heimstarken Ansbacher zeigten einen schwachen Auftritt, leisteten sich viele Fehlpässe auf dem kleinen Platz im Xaver-Bertsch-Sportpark. Bamberg stand in der Defensive sicher und hatte zu Beginn Glück, dass Topstürmer Patrick Kroiß bei einem Schuss nur das Außennetz traf (5. Min.). Die DJK wurde in der Offensive immer mutiger. Nach Flanke von Felix Strobler verpasste Calvin Sengül das 1:0 (28.). Das 1:0 für Don Bosco fiel nach einem Freistoß an der Eckfahne. Fischer servierte die Kugel, und aus sechs Metern köpfte Zoumbare ein (38.). Ansbach scheint sein Lieblingsgegner zu sein, denn im Eltersdorfer Trikot schenkte der Mittelstürmer den Ansbacher auch schon zwei Treffer ein. Kurz vor der Pause wurde Zoumbare in zentraler Position im Strafraum vom Ansbacher Abwehrchef Marcel Fürsattel gelegt. Der Schiedsrichter entschied auf Strafstoß, den Fischer zum 2:0 verwandelte (42.).
Wie erwartet kehrten die Westmittelfranken engagierter aus der Pause zurück. Bamberg lauerte auf Konter, um das Match zu entscheiden. Das gelang vermeintlich in Minute 68 Daniel Schäffler, der nach Vorarbeit von Simon Schmoll auf dem rechten Flügel aus kurzer Distanz eingrätschte. Die Partie plätscherte vor sich hin, bei Ansbach lief es nicht. Doch das sollte sich in der 87. Min. ändern. Ein weiter Ball des eingewechselten Stefan Hammeter kam zu Kroiß, der knallte die Kugel aus zwölf Metern unten links rein zum 1:3. Der Ansbacher Kapitän Christoph Hasselmeier war es, der über halblinks mit Steilpass Kroiß bediente, und der ließ Julian Glos im Bamberger Tor mit einem Schuss ins lange Eck erneut keine Chance (90.+1).
Zwar hatte gleich im Gegenzug der eingewechselte Timo Strohmer eine Großchance, als er aus halbrechter Position frei am langen Eck vorbeizielte. Doch auf der anderen Seite war es Joker Nicolas Müller, der ein Zuspiel von Tobias Dietrich zum 3:3-Ausgleich verwertete. In beiden Lagern konnte niemand diesen überraschenden Ausgang begreifen, der auf die Wildensorger wie eine Niederlage wirkte. Die DJK Don Bosco hatte sich leichtfertig um zwei Punkte gebracht, denn ein Sieg wäre, das bestätigten Fans und Funktionäre aus Ansbach, hochverdient gewesen.
DJK-Coach Bail erklärte: "Es ist unglaublich und unfassbar, was wir hier erlebt haben. Ich ringe um Fassung, suche nach Worten. Natürlich hätte ich vor dem Spiel ein Unentschieden unterschrieben. Aber so, wie das Spiel gelaufen ist, hätten wir gewinnen müssen. Das 3:3 ist eine gefühlte Niederlage. Wir hatten durch die Rückkehrer Zoumbare und Fischer deutlich mehr Potenzial und konnten Ansbachs Torjäger Kroiß lange aus dem Spiel nehmen. In der Schlussphase aber hätten wir den Vorsprung über die Zeit bringen müssen, dass muss ich von einer Bayernliga-Mannschaft erwarten können."
Die Ansbacher Trainer Carl Collins und Marco Schülein ließen wissen: "Der Punkt fühlt sich an wie ein Sieg. Damit haben wir nach dem 0:3 nicht mehr gerechnet. Kompliment an die Mannschaft, die an sich geglaubt, Moral und Charakter gezeigt hat. Schade, dass das Spiel nicht noch zwei Minuten länger gedauert hat, denn dann hätten wir wohl noch gewonnen." dme
SpVgg Ansbach -
DJK Don Bosco Bamberg 3:3
SpVgg Ansbach: Heid - Fürsattel, Belzner, Zillmann, Reutelhuber (80. Müller), Dietrich, Schmidt, Mechnik (58. Landshuter), Hasselmeier, Störzenhofecker (58. Hammeter), Kroiß / DJK Don Bosco Bamberg: Glos - Spies, Strobler, Leicht, Esparza, Schäffler (90. Niersberger), Schmoll, Wunder, Fischer, Sengül (86. Strohmer), Zoumbare (75. Ljevsic) / SR: Scharf (Pressath) / Zuschauer: 303 / Tore: 0:1 Zoumbare (38.), 0:2 Fischer (42., Foulelfmeter), 0:3 Schäffler (68.), 1:3 Kroiß (87.), 2:3 Kroiß (90. + 1), 3:3 Müller (90. + 4)

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