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DJK Don Bosco Bamberg hat Gold mit Sicherheit nicht verloren

Die Vizemeisterschaft fühlt sich für die Damen der DJK Don Bosco Bamberg samt Trainer, Organisation und Fans fast schon wie der Titel an.
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Neu aufgestellt und gleich Vizemeister in der 2. Liga Süd, die Basketballerinnen der DJK Don Bosco Bamberg, hinten von links: Dirk Landwehr, Oliver Edelmann (beide DJK Damenbasketball GmbH), Trainer Konstantin Hammerl, Eva Marschall, Magdalena Landwehr, Victoria Waldner, Branka Lukovic, Ivana Grbic, Physiotherapeutin Christina Lang; vorn von links: DaJonee Hale, Ramona Hesselbarth, Jana Barth, Franziska Hager, Julia Förner, Marie Ulshöfer. Fotos: Thomas Paal/Kopfwerk
Neu aufgestellt und gleich Vizemeister in der 2. Liga Süd, die Basketballerinnen der DJK Don Bosco Bamberg, hinten von links: Dirk Landwehr, Oliver Edelmann (beide DJK Damenbasketball GmbH), Trainer Konstantin Hammerl, Eva Marschall, Magdalena Landwehr, Victoria Waldner, Branka Lukovic, Ivana Grbic, Physiotherapeutin Christina Lang; vorn von links: DaJonee Hale, Ramona Hesselbarth, Jana Barth, Franziska Hager, Julia Förner, Marie Ulshöfer. Fotos: Thomas Paal/Kopfwerk
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Eine Bombenstimmung hat geherrscht unter den Fans bei den beiden Fahrten im großen Bus gen Heidelberg und zurück. So ausgelassen, dass so manche Bamberger Basketballerin vielleicht daran gedacht hat, sich der Ruhe wegen zur entscheidenden dritten Partie um den Titel per Pkw in Richtung Neckar kutschieren zu lassen. Egal. Wohl in fast jedem Fahrzeug, das am späten Sonntagnachmittag von Heidelberg nach Bamberg unterwegs war, dürfte die Gefühlslage zwischen großer Zufriedenheit und Glückseligkeit gelegen haben. Der Grund: Als Vizemeister der 2. Liga Süd übertraf die DJK Don Bosco Bamberg die eigene Zielsetzung klar. Dem Titelträger BasCats USC Heidelberg mit 79:71 seine einzige Niederlage in dieser Runde beigebracht zu haben, noch dazu in dessen Halle, war die Krönung einer erfolgreich absolvierten Saison.

"Wir haben keineswegs Gold verloren, sondern Silber gewonnen. Eine Erkenntnis, die sich von Minute zu Minute mehr verfestigt", erklärt Konstantin Hammerl, der 25-jährige Trainer der DJK-Damen. "Wir sind stolz auf das in dieser Saison Erreichte, insbesondere in den Play-offs." Der Bamberger Vorteil in den letzten Gastspielen beim USC? "Wir hatten in beiden Partien nichts zu verlieren, mit dieser mentalen Freiheit haben wir gespielt", sagt Hammerl. Ausgezahlt hätten sich zudem auch schon in den drei geschichtsträchtigen Halbfinalbegegnungen mit ihren insgesamt vier Verlängerungen gegen die TS Jahn München zuvor kleine, aber wirkungsvolle Änderungen in der Verteidigungsarbeit.

Den Bambergerinnen gelang es bei ihrem Sieg im zweiten Finalspiel am Neckar, die BasCats gänzlich aus dem Konzept zu bringen, ihnen den Schneid abzukaufen, so dass die Heidelbergerinnen nicht einmal mehr ihre freien Würfe trafen. Allein die Heim- und erneute Anfahrt in den knapp 40 Stunden bis zum dritten Vergleich verstärkten den Heimvorteil der Mannschaft von USC-Trainer Dennis Czygan. Sein Team war wieder da, spielte bekannt rasant, hatte seine Treffsicherheit auch von der Dreierlinie wiedergefunden und siegte mit 93:73. Hammerl: "Jede einzelne unserer Spielerinnen hat alles gegeben. Klar, dass angesichts der Umstände am Sonntag die letzte Frische gefehlt hat. Wir haben aber Nehmerqualitäten bewiesen, jede einzelne Sekunde gekämpft und trotz immer wieder hoher Rückstände nie aufgegeben."

Ausgezeichnet habe die Mannschaft in der Saison 2018/19, "dass sie keine noch so große Widrigkeit letzten Endes umgeblasen hat". Die Chance, mit 24 Jahren das Amt eines Zweitliga-Trainers antreten zu können, schätzt der gebürtige Nördlinger: "Ich bin ehrlich dankbar für jede Sekunde, die ich mit diesem Team verbringen und investieren durfte." Jede einzelne Erfahrung, die er gemacht habe, sei unbezahlbar.

Und wohl auch bereits ein Schatz, auf dem sich aufbauen lässt. Die akribische Arbeit Hammerls wird belohnt, unter seiner Führung soll es auch in die kommende Serie gehen, wie Dirk Landwehr, der Geschäftsführer der DJK Damenbasketball GmbH, bestätigt. Die GmbH zeichnet seit Ende letzten Jahres für das Fortkommen des Zweitligateams verantwortlich. Was Landwehr auch deutlich machte: In der Saison 2019/20 soll der Aufstieg in die Bundesliga in Angriff genommen werden. Was es braucht, um in der 1. Liga zu bestehen, kann in der kommenden Saison das Beispiel der in der abgelaufenen Serie nur einmal nicht mehr selbstbewussten Heidelbergerinnen lehren.

Die Vorbereitungen und Gespräche mit (auch neuen) Spielerinnen, Kandidaten für den Trainerstab sowie möglichen Mitarbeitern und Helfern in der Organisation laufen. Während die Serbinnen Ivana Grbic und Branka Lukovic am Dienstag in der Früh im Flieger nach Belgrad saßen, hat sich auch DaJonee Hale auf den Weg in die Heimat nach Alaska gemacht. Noch längst nicht vorbei ist die Hatz für Jana Barth, Julia Förner und Magdalena Landwehr: Das Abitur steht an, mit der Schulmannschaft geht es zur Weltmeisterschaft nach Griechenland und als Höhepunkt wartet das Finalturnier um die deutsche U18-Meisterschaft.

Statistik

Finalspiele um die Meisterschaft der 2. Liga Süd: Bamberg - Heidelberg 52:65, Heidelberg - Bamberg 71:79, Heidelberg - Bamberg 93:73

Beste Bamberger Spielerinnen in dieser Saison (pro Spiel im Durchschnitt): Punkte DaJonee Hale 16,8, Ivana Grbic 12,2, Branka Lukovic 11,9, Magdalena Landwehr 10,5 Dreier (insgesamt getroffen) Hale 46, Julia Förner 20, Grbic 14, Ramona Hesselbarth 9

Rebounds Victoria Waldner 8,8, Lukovic 7,7, Eva Marschall 6,0, Landwehr 5,2, Grbic 4,6 Assists Grbic 4,5, Förner 2,1, Hale 2,0

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