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Fußball-Bayernliga Nord

DJK Bamberg will mit Sieg auf die Sandkerwa

Die DJK Don Bosco Bamberg geht als klarer Favorit ins Derby gegen den FC Sand.
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Zu diesem Duell könnte es auch heute wieder kommen: Der Sander Neuzugang Shaban Rugovaj (l., hier noch im Großbardorfer Trikot) im Zweikampf mit dem Bamberger Pascal Niersberger Foto: sportpress
Zu diesem Duell könnte es auch heute wieder kommen: Der Sander Neuzugang Shaban Rugovaj (l., hier noch im Großbardorfer Trikot) im Zweikampf mit dem Bamberger Pascal Niersberger Foto: sportpress

Mit dem Nachbarn FC Sand empfängt die DJK Bamberg am Samstag (15 Uhr) erneut den aktuell Tabellenletzten der Bayernliga Nord. Nach der unglücklichen 1:2-Niederlage gegen den SV Seligenporten wollen die Bail-Schützlinge zur Sandkerwa wieder punkten und in die Erfolgsspur zurückfinden.

Der Fußballsport lebt von Überraschungen. Der neutrale Beobachter mag von einer solchen sprechen, wenn die jüngste Niederlage der Wildensorger gegen Seligenporten diskutiert wird. Der Regionalliga-Absteiger kam zwar als Träger der Roten Laterne, zählt aber sowohl finanziell als auch sportlich zu den Schwergewichten der Liga. "Geld schießt eben doch Tore!" Mit dieser in Fußballerkreisen oft benutzten Floskel könnte man die Partie der DJK gegen den SVS umschreiben. Der unmittelbar zuvor verpflichtete Ex-Profi Sebastian Glasner entschied in seinem ersten Einsatz mit einem genialen Freistoßtreffer das Duell zugunsten der Oberpfälzer. Dennoch hatte das Don-Bosco-Team genügend Möglichkeiten, etwas Zählbares auf der Habenseite zu verbuchen. Dies soll gegen den Lokalrivalen nachgeholt werden.

DJK-Trainer Mario Bail ist mit seiner Mannschaft erstmals in dieser Saison von der Papierform gesehen klarer Favorit. Die Korbmacher aus Unterfranken sind seit fünf Spieltagen ohne Sieg, holten aber ihre bisherigen vier Zähler auswärts. Vor allem bei der SpVgg Ansbach ließen sie vor 14 Tagen aufhorchen und verdienten sich ein beachtenswertes 2:2. Am dritten Spieltag überraschten sie bereits beim Gastspiel in Neumarkt, wo sie als verdienter 3:1-Sieger die Heimreise antraten.

Sander nicht unterschätzen

Der Bamberger Coach muss seine Jungs auf einen tapfer kämpfenden, sich teuer verkaufenden Kontrahenten einstellen und wird gebetsmühlenartig auf den Derbycharakter hinweisen. Gerade solche Partien halten faustdicke Überraschungen parat, vor allem, wenn die in der Tabelle klar besser postierte Mannschaft nicht an ihre Grenze geht. Doch der 38-jährige Bail wusste schon die bisherigen Erfolge richtig einzuordnen und wird seiner Elf keine lange Leine lassen. "Wir freuen uns aufs Derby, wissen aber, dass unser Gegner über eine sehr hohe Mentalität verfügt und uns alles abverlangen wird. Alle kennen sich untereinander bestens. Ich rechne mit einem sehr engen Spiel."

Sein Gegenüber ist neu auf der Kommandobrücke. Der 56 Jahre alte Dieter Schlereth, dessen beide Söhne Danny (25 Jahre) als linker Außenverteidiger und Thorsten (35) als immer noch sehr sprintstarker Offensivspieler zu den Leistungsträgern zählen, übernahm die schwierige Aufgabe, den Neuanfang der Sander zu moderieren. Schließlich stehen nach der kräftezehrenden Relegation, die dem FCS verdientermaßen den Ligaverbleib bescherte, 14 Akteure nicht mehr zur Verfügung, von denen zehn den Klub verließen. Darunter befanden sich etliche Führungsspieler, die kein Team so ohne weiteres kompensieren kann. Unter den acht Neuen sind fünf Externe, die allesamt von niederklassigen Vereinen hinzustießen. Lediglich der 26-jährige, dribbelstarke Sven Wieczorek (vom Landesligaabsteiger VfL Frohnlach) bringt höherklassige Erfahrung (u. a. Regionalliga mit dem FC Eintracht Bamberg) mit. Herausragende Qualitäten besitzt zudem der aus Strullendorf stammende Basti Wagner, der als "Zehner" oder auch als Spitze einsetzbar ist. Der 29-Jährige hat ein feines Füßchen und gilt als Spezialist für ruhende Bälle. Mit seinem Freistoßtreffer gegen den TSV Großbardorf zum zwischenzeitlichen 1:2 hielt er die Seinen im Spiel und ließ die treuen Fans lange Zeit vom ersten Punktgewinn auf heimischem Terrain träumen. Am Ende setzte es eine 1:3-Niederlage, die zum Abrutschen auf den letzten Rang der Tabelle führte.

Zwei Neue und ein Rückkehrer

Im Sander Lager hat man in dieser Woche auf den schlechten Start und die Tatsache, bisher nur neun Treffer erzielt zu haben, reagiert. Mit Shaban Rugovaj vom TSV Großbardorf und Adrian Reith, der aus Berlin in seine unterfränkische Heimat zurückkehrte, sind ab sofort zwei Stürmer spielberechtigt. Ab September kehrt dann auch Abwehrchef Joe Bechmann nach einer Auszeit in die Mannschaft zurück.

Doch das klare Konzept des Trainers ist nicht zu übersehen. Kapitän André Karmann und seine Nebenleute werfen in Anbetracht der fehlenden spielerischen Mittel kämpferisch alles in die Waagschale und setzen die Vorgaben nach bestem Können um. Auch gegen Großbardorf standen die Sander sehr tief und ließen wenige Chancen zu. Das beabsichtigte schnelle Umschaltspiel klappte dagegen nicht. Die"Gelbgrünen" müssen sich vor allem auf die langen Bälle und brandgefährliche Standards einstellen.

DJK Don Bosco Bamberg: Edemodu, Glos - Allgaier, Esparza, Fischer, Haaf, P. Hoffmann, Jessen, Kettler, Leicht, Müller, Niersberger, Rosiwal, Schmoll, Spies, Strobler, Trawally, Wunder



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