Wildensorg
Fußball-Bayernliga

DJK Bamberg siegt vor der Riesen-Kulisse

Mehr als 2000 Zuschauer wollten das Derby gegen den FC Eintracht sehen: Nach der Pause nahm die Partie Fahrt auf - und fand einen späten Sieger.
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Und da ist es passiert: Nach einer Ecke bugsiert Nicolas Esparza (verdeckt von Lukas Reischmann, Nummer 10) in der 83. Minute aus wenigen Metern den Ball zum 1:0-Sieg für die DJK Don Bosco Bamberg im Bayernliga-Stadtderby  über die Linie. sportpress
Und da ist es passiert: Nach einer Ecke bugsiert Nicolas Esparza (verdeckt von Lukas Reischmann, Nummer 10) in der 83. Minute aus wenigen Metern den Ball zum 1:0-Sieg für die DJK Don Bosco Bamberg im Bayernliga-Stadtderby über die Linie. sportpress
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Das Spiel lief bereits, da drängelten sich noch immer Zuschauer am Kassenhäuschen und begehrten um Einlass. Die Tribüne war da längst bis auf den letzten Platz gefüllt. Zwar hat das große Stadtderby in der Fußball-Bayernliga zwischen der DJK Don Bosco Bamberg und dem FC Eintracht Bamberg (1:0) die sportlichen Erwartungen nur zu Teilen erfüllen können, das Interesse an dieser Paarung nach vierjähriger Zwangspause war aber immens. 2017 Zuschauer und damit mehr als 700 Besucher als beim letzten Aufeinandertreffen im August 2015 säumten die Rudi-Ziegler-Sportanlage.

"Es war ein Fußball-Fest in einem tollen Rahmen", sagte FCE-Abteilungsleiter Sascha Dorsch, ärgerte sich aber über den aus seiner Sicht unglücklichen Spielverlauf für die Gäste. "Wir hätten hier liebend gern gewonnen, ein Sieg für uns wäre auch verdient gewesen. Aber wir machen unsere Chancen nicht. Aus solchen Spielen müssen und werden wir lernen." Sein DJK-Pendant Holger Denzler zog ein ganz ähnliches Fazit: "Ja, der Sieg ist glücklich. Die Eintracht hatte die besseren Chancen, wir aber auch unsere Momente. Ich bin aber ehrlich: Unter dem Strich zählen nur die drei Punkte. Das Spiel war Werbung für den Bamberger Fußball, und ich bin froh, dass die Spieler vor einer solchen Kulisse spielen durften."

Sicherheit geht vor

Zwar nahm die Partie ein fulminantes Ende, die Hoffnung auf ein großes Spektakel wurde in der ersten Halbzeit aber noch nicht erfüllt. Dass es kein Tag für irgendwelche Experimente war, zeigte schon der Blick auf die Aufstellungen: Während die DJK auf Erfahrung setzte und auf Neuzugänge in der Startelf verzichtete, spielte auch der FCE nahezu mit seiner Aufstiegsmannschaft - bis auf Nicolas Görtler in der Sturmzentrale. Der 29-Jährige hatte zunächst aber einen ebenso schweren Stand wie jeder Offensivakteur auf dem Rasen. Die Unterstützung aus dem Mittelfeld fehlte, das Absichern hatte Priorität. Viel Taktik, wenig Risiko.

Bis auf einen Schuss von Tobias Ulbricht nach sieben Minuten aus 13 Metern halblinker Position, der aber zu zentral auf DJK-Keeper Michael Edemodu flog, bekamen die Zuschauer vorerst nur wenige gefährliche Szenen zu sehen. Die DJK suchte vergeblich nach den spielerischen Lösungen, auch die sonst gefährlichen Standards durch Johanns Rosiwal brachten nicht den gewünschten Ertrag. Brenzlig wurde es nach 23 Minuten wieder auf der Gegenseite, als Ulbricht den Ball durchgesteckt bekam und ihn im Fallen aus rund acht Metern an Edemodu, aber auch am rechten Pfosten vorbeibeförderte.

Nachdem ein Schuss von Robin Renner aus 20 Metern geblockt wurde (36.), machte sich kurz vor dem Seitenwechsel zum ersten Mal die DJK vor dem Tor bemerkbar. Christopher Kettler kam nach einem Eckball im Strafraum ausgesprochen frei zum Abschluss, schnippelte den Ball aber mit dem rechten Fuß am langen Pfosten vorbei. Und nachdem es die Eintracht noch einmal aus 20 Metern zentraler Position versucht hatte, bat der eigentlich in der Regionalliga pfeifende Steffen Brütting aus Effeltrich die Teams in der bislang so fairen Begegnung in die Halbzeitpause.

Chancen auf beiden Seiten

Wenn einem die 15-minütige Pause genutzt hat, um sich neu zu sortieren - dann dem FC Eintracht. Die Gäste hätten sich unmittelbar nach Wiederbeginn mit dem Führungstreffer belohnen können. Erst setzte Nicolas Görtler einen 20-Meter-Freistoß über die Querstange (49.), dann entschärfte Edemodu seinen Linksschuss (54.). Allerdings: Nun legte auch die DJK ihre Zurückhaltung ab. Patrick Hofmann per Kopf (58.) hätte für das 1:0 sorgen können, kurz danach klatschte der Ball nach einer unübersichtlichen Situation nur an den Pfosten. Bei einer Eins-gegen-eins gegen Torhüter Fabian Dellermann agierte die DJK zu überhastet und ließ den nächsten Hochkaräter liegen (64.).

So chancenarm die Partie im ersten Durchgang noch war, so fahrlässig gingen beide Teams nun mit der Fülle an Gelegenheiten um. Mit dem Lösen der taktischen Fesseln entwickelte sich in den letzten 25 Minuten ein munteres Hin und Her, jedes Team suchte die Entscheidung. Der 23-Meter-Freistoß von Lukas Schmittschmitt war aber erneut eine sichere Beute für Edemodu (74.), kurz darauf rutschte der eingewechselte Patrick Görtler bei seinem Schussversuch aus zehn Metern weg.

Esparza trifft per Abstauber

Wie so oft im Fußball, sollte sich auch an diesem Tag in Wildensorg eine alte Weisheit bewahrheiten: Wer das Tor nicht macht, kassiert selbst eins. Und so war es auch: Eine Geyer-Ecke auf den langen Pfosten brachte ein DJKler mit dem Kopf nach innen, aus wenigen Metern staubte der aufgerückte Nicolas Esparza zum 1:0 (83.) ab.

Der FCE warf in den verbliebenen Minuten alles nach vorn: Die zwei Abschlüsse von Nicolas Görtler verfehlten aber das Ziel (85./ 86.), Patrick Görtler traf zudem nur die Latte (88.). Nachdem Schmittschmitt einen Kopfball über die Latte setzte, hatte das Zittern der DJK mit dem Ertönen des Schlusspfiffs ein Ende.

DJK Don Bosco Bamberg: Edemodu - Niersberger, Esparza, Allgaier, Kettler, Haaf (73. Strobler), Wunder, Rosiwal (77. Bergmann), Hümmer, Hoffmann (63. Geyer), Trawally

FC Eintracht Bamberg 2010: Dellermann - Schmitt (79. L. Reischmann), Pfeiffer, Kollmer, M. Reischmann, Linz, Renner, Schmittschmitt, Jessen (82. Elshaini), Ulbricht (68. P. Görtler), N. Görtler

Zuschauer: 2017

Schiedsrichter: Brütting (Effeltrich)

Tor: 1:0 Esparza (83.)

Gelbe Karten: Allgaier / Schmitt, M. Reischmann

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