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Fußball

Die Lage in den Kreisklassen: Titeltraum trifft Abstiegsangst

Im Titelkampf der Kreisklasse 1 kann sich der FC Baunach nur selbst stoppen. Während in der Kreisklasse 2 ein Dreikampf um den Aufstieg läuft, spielen in der Kreisklasse 3 zwölf Teams um Auf- oder Abstieg.
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Michael Haas (l.) spielt groß auf: 27 Torbeteiligungen verzeichnet der Teuchatzer Angreifer.Markus Schütz
Michael Haas (l.) spielt groß auf: 27 Torbeteiligungen verzeichnet der Teuchatzer Angreifer.Markus Schütz

In wenigen Wochen starten die Bamberger Kreisklassen ins letzte Saisondrittel. Die Ausgangslage in den drei Staffeln unterscheidet sich stark: In der Kreisklasse 1 ist der FC Baunach kurz vor dem Ziel. Die DJK Teuchatz liegt in der Zweier-Staffel nur scheinbar komfortabel vorne. Auf die Spitzenplätze der Kreisklasse 3 hoffen vier Mannschaften. Sogar acht Teams müssen den Abstieg in die A-Klasse fürchten.

Kreisklasse 1

19 Spiele, 52 Punkte und nur eine Niederlage: Der FC Baunach ist im Norden des Bamberger Spielkreises das Maß aller Dinge. Spielertrainer Manuel Meyer hat die Mannschaft zu einem Spitzenteam geformt und geht selbst mit Leistung voran. 14 Tore und elf Vorlagen steuerte der 31-Jährige bislang bei. Sturmpartner Simon Jungkunz gelangen sogar 26 Scorerpunkte. Das erste Punktspiel im neuen Jahr könnte die letzten Zweifel beseitigen: Mit einem Sieg im Heimspiel gegen den Tabellenzweiten DJK Gaustadt wäre dem FCB die Rückkehr in die Kreisliga nach 14 Jahren nur noch rechnerisch zu nehmen.

Die Teutonen kämpfen mit dem TSV Staffelbach daher höchstwahrscheinlich um die Aufstiegsrelegation. Die DJK hat sich nach dem Abstieg auf gutem Niveau stabilisiert. Tobias Weber (SV Memmelsdorf) erweist sich als der erhoffte Leitwolf im defensiven Mittelfeld. Auch im Angriff der Teutonia ist Routine Trumpf: Spielertrainer Daniel Rinbergas (38) und der ein Jahr ältere Nabil Raki erzielten zusammen 24 Tore.

Überraschend stark schneidet der TSV Staffelbach ab: Nach Platz 11 in der Vorsaison führte Spielertrainer Maximilian Schug seine defensiv stark organisierte Mannschaft mit 22 Treffern in die Spitzengruppe. Auch der Spielplan meint es gut mit dem Tabellendritten: Sieben der verbleibenden elf Partien bestreitet Staffelbach zuhause.

Sechs Teams trennen vier Punkte

Eng geht es im Abstiegskampf zu: Die SG Dörfleins/Memmelsdorf II hat auf Platz elf liegend nur vier Punkte Vorsprung auf Schlusslicht ASV Gaustadt. Ähnlich wie beim TSV Ebensfeld II hängt die Qualität der Spielgemeinschaft von den Spielern ab, die aus den ersten Mannschaften hinzukommen.

Hart erwischte es die SG Reckendorf: Nach fünf Spielen ohne Niederlage zum Saisonauftakt verletzte sich ein Leistungsträger nach dem anderen. Die Folge: acht Niederlagen in Folge und der Absturz auf Platz 15. Zur Restrunde freut sich Reckendorf auf einige Rückkehrer, das gilt auch für den Post-SV Bamberg. Fünf Spieler der Vorsaison sind im Winter zurückgekehrt, darunter mit Miro Endres, Benjamin Lacher und Niko Doktorowski echte Leistungsträger. Hinzu kommen zwei externe Neuzugänge, die dem Team deutlich mehr Tiefe geben.

Schwer einzuschätzen ist der SV Zückshut, dem zur Restrunde mit Christoph und Florian Schneider zwei langzeitverletzte Gesichter des Vereins wieder zur Verfügung stehen. Der ASV Gaustadt hat seine größte Baustelle extern geschlossen: Simon Fischer kommt aus Trunstadt zurück und schließt die Lücke auf der Torwartposition.

Kreisklasse 2

Die DJK Teuchatz ist ein Musterbeispiel für konstante Entwicklung: Seit dem 14. Platz in der Saison 2013/14 schneidet das Team von Bernd Schütz Jahr für Jahr besser ab. In dieser Spielzeit könnte am Ende der Aufstieg ins Kreisoberhaus stehen. 49 Punkte holte die beste Offensive der Liga, die mit Daniel Schick (23 Tore) den treffsichersten Spieler aller Kreisklassen stellt. Auf die letzten zehn Partien bereitet sich Teuchatz im Trainingslager im türkischen Belek vor. Neuzugänge gibt es nicht, dafür sind mit Florian Krug und Bastian Lämmlein zwei etablierte Spieler wieder fit.

Auch der ärgste Verfolger SV Weichendorf vertraut dem vorhandenen Personal. Dabei besteht in der Defensive Verbesserungspotenzial: 28 Gegentore kassierte die Mannschaft von Manfred Drozd, gerade zuhause kosteten Unkonzentriertheiten in der Abwehr einige Punkte. Den Restrundenstart absolviert Weichendorf beim Vierten ASV Hollfeld - ein Schlüsselspiel für den restlichen Saisonverlauf.

Aufstiegshoffnungen hegt auch die DJK Bamberg III. 13 Punkte fuhr Don Bosco in fünf Partien vor der Winterpause ein und kassierte dabei kein Gegentor. Setzen die Wildensorger diesen Trend fort, könnte die Amtszeit von Trainer Roland Zeitler spannend enden: In den letzten beiden Heimspielen empfangen die Wildensorger Teuchatz und Weichendorf.

Ganz andere Sorgen haben die Teams der Abstiegszone, die beim FV Zeckendorf beginnt: Mit nur zehn Punkten hängt der RSV Drosendorf im Tabellenkeller fest. Auch der Rücktritt des langjährigen Spielertrainers Marco Hornung im Oktober brachte keinen Aufschwung. Zur Winterpause übernahm Christian Haidinger (zuletzt RSC Oberhaid) das Traineramt, Angreifer Stefan Truxa verstärkt die Offensive. Zudem meldeten sich diverse Langzeitverletzte wieder fit.

Auch der ASV Aufseß geht die Restrunde mit einem neuen Übungsleiter an: Kamil Borkowski ist bereits der dritte Trainer diese Saison. Der 36-Jährige hat jedoch nur einen Rumpfkader zur Verfügung. Von den zahlreichen verletzten Leistungsträgern hat sich nur Thomas Schnörer zurückgemeldet. Neuzugänge blieben ebenso aus wie bei der DJK Königsfeld und beim FSV Buttenheim II.

Kreisklasse 3

Die beste Ausgangsposition hat sich der SV Frensdorf geschaffen. Wie in der Vorsaison überwintert das Team um Spielertrainer und Torjäger Jan Dippold ganz oben, hat im gleichen Zeitraum aber neun Punkte mehr gesammelt. In der Vorsaison wurde der SVF noch von der SpVgg Mühlhausen abgefangen. In diesem Jahr bilden Walsdorf, Schlüsselfeld/Aschbach und der FC Röbersdorf das Verfolgerfeld.

Dass Walsdorf die stärkste Offensive aller Kreisklassisten stellt, überrascht nicht: Spielertrainer Marcel Kutzelmann ist die personifizierte Torgarantie und kommt in 17 Partien auf 39 Torbeteiligungen. Max Blumenstein erzielte 16 Treffer. Mit Rückkehrer Dennis Maier (SV Pettstadt) verstärkte der SVW den Abwehrverbund.

Die SG Schlüsselfeld verspielte vor der Winterpause eine bessere Ausgangsposition: Nur eine der vergangenen sechs Partien gewann der Kreisliga-Absteiger. Röbersdorf setzte nach verpatztem Start zu einer Serie an, gewann acht von zehn Partien und hat zudem ein Nachholspiel in der Hinterhand. Die Heimniederlage gegen Waizendorf tat den Falken jedoch weh.

Neuling Waizendorf kämpft mit sieben anderen Teams um den Klassenerhalt. Abgeschlagen am Tabellenende liegt der Mitaufsteiger Reundorf. Nur 20 Tore schoss das Schlusslicht, Hoffnung macht jedoch der neue Coach: Mit dem 26-jährigen Konstantin Körner holte der SVR einen Spielertrainer vom Landesligisten VfL Frohnlach, der die Qualität des Teams deutlich anhebt.

Ganz bescheiden lief es für den SV Wachenroth: Die einzige Konstante des Vorletzten waren Verletzungen, immer wieder brachen Schlüsselspieler weg. Sechs verschiedene Torwarte hüteten das Gehäuse des SVW, der im Winter mit Jan Meschede zudem ein Urgestein abgeben musste.

Immerhin hat Wachenroth einen Nachfolger für Trainer Alfred Bauer gefunden. Im Sommer hört der Coach nach vier Jahren auf, Roland Kleebauer übernimmt. Der 32-Jährige Spielertrainer kämpft mit dem FC Pommersfelden selbst gegen den Abstieg. Am vorletzten Spieltag treffen beide Teams aufeinander - gut möglich, dass eine der beiden Mannschaften am Ende absteigt.

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