Wildensorg
Fußball-Bayernliga Nord

Die Beharrlichkeit der DJK Don Bosco Bamberg zahlt sich aus

Die DJK Bamberg steht auf Platz 7 hervorragend da. Das Team von Coach Bail steht kurz vor dem Klassenerhalt, und deshalb können die Planungen schon laufen.
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Johannes Rosiwal (links) ist ein Eigengewächs und Urgestein der DJK, wie es so schön heißt. Doch ist er auch der neue Stern am Stürmerhimmel in Wildensorg. Foto: sportpress
Johannes Rosiwal (links) ist ein Eigengewächs und Urgestein der DJK, wie es so schön heißt. Doch ist er auch der neue Stern am Stürmerhimmel in Wildensorg. Foto: sportpress
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Die Fußballer der DJK Don Bosco Bamberg überwintern mit einem guten Gefühl. Sie sind nach 22 Spieltagen mit 35 Punkten und 35:25 Toren Siebter der Bayernliga Nord. Vor einem Jahr rangierten die Wildensorger auf Rang 15. Das Auslassen bester Chancen rächte sich immer wieder. Doch eine Energieleistung des ganzen Teams vertrieb die dunklen Wolken am Fuße der Altenburg. Mit 20 Zählern aus zwölf Partien gelang im neuen Jahr der Klassenerhalt.

Trainer Mario Bail und seine Schützlinge knüpften in dieser Runde vom Start weg an diese Beharrlichkeit an. Der Coach feilte am Spielsystem, was ihm seine Jungs mit starken Darbietungen und Ergebnissen dankten. Vier Siege in den ersten fünf Begegnungen, sieben "Dreier" nach elf Spieltagen ließen die DJKler nach oben blicken in der Tabelle. Nach dem zweiten und nach dem siebten Spieltag standen die "Gelb-Grünen" gar auf Platz 1. Die Niederlagen gegen die Meisterschaftsanwärter aus Gebenbach (13. Spieltag) und des Würzburger FV (14.) sorgten erstmals für eine schlechtere Platzierung als Rang 6.

Verletzungen weggesteckt

Die Mannschaft ließ sich von zahlreichen, meist langwierigen Verletzungen wichtiger Akteure nicht aus der Bahn werfen. Selbst ein Durchhänger sorgte nicht für Panik. Von Mitte September bis Mitte Oktober setzte es vier Niederlagen am Stück, davon drei gegen Titelaspiranten, was ein Abrutschen auf Rang 8 zur Folge hatte. Die 1:2-Heimniederlage gegen den Aufsteiger ATSV Erlangen trübte etwas die Stimmung. Angstgegner DJK Ammerthal wurde nach zähem Kampf mit 2:1 geschlagen nach Hause geschickt und damit ein Jahresendspurt mit drei Erfolgen, jeweils zu Null, eingeläutet. Die Wildensorger DJK-Fußballer ließen sich vor der jüngsten Siegesserie weder vom Remis gegen Abtswind (2:2) noch von der Pleite beim ASV Neumarkt (0:2:0) aus der Bahn werfen.

Überflüssig waren die Niederlagen bei den Würzburger Kickers (1:2) und in Vach (0:2), wo die DJK zu allem Überfluss zweimal trotz Überzahl und vieler ungenutzter Torchancen die Segel streichen musste. Torjäger Johannes Rosiwal und seine Nebenleute blieben in diesen Vergleichen unter ihren Möglichkeiten. Ähnlich erging es ihnen gegen die SpVgg Ansbach, das 0:1-Endergebnis stellte den Spielverlauf auf den Kopf. Die Ansbacher waren mit einer sehr defensiven Grundordnung angetreten und dokumentierten damit den gestiegenen Respekt der ligaweiten Konkurrenz vor den Wildensorgern.

"Haben vieles richtig gemacht"

Holger Denzler, der Sportliche Leiter der DJK, bilanziert: "Unser Abschneiden ist hervorragend. Nach zwei Dritteln der Saison befindet sich unser Ziel Klassenerhalt bereits in großer Reichweite. Wir haben vieles richtig gemacht. Unser Vorhaben, bei den Neuzugängen auf charakterstarke Typen zu setzen, ist uns prima gelungen." Coach Bail und sein Co-Trainer Bernd Oberst hätten die Mannschaft nicht nur physisch und läuferisch top vorbereitet, sondern hievten sie auch taktisch auf ein höheres Level als in der Spielzeit zuvor. "Die Systemumstellung leistete hierzu einen riesen Beitrag. Die Jungs setzen das mittlerweile richtig gut um."

Mit Demut in die nächsten Spiele

Denzler blickt voraus: "Wir werden weiterhin mit Demut die restlichen Spiele angehen, denn wir wissen, wo wir noch Entwicklungspotenzial besitzen." Der Sportliche Leiter meint dabei auch die Gegentore nach Standards. "Da müssen wir uns noch verbessern, obwohl wir nach Gegentoren auf einem prima Rang 3 stehen." Die Bayernliga Nord sei eine "verdammt enge Liga mit sehr vielen Teams, die auf Augenhöhe unterwegs sind. Oft entscheiden nur Nuancen über Sieg oder Niederlage. Genauso häufig gibt die hohe individuelle Qualität einzelner Spieler den Ausschlag. Wir wissen, wovon wir reden und was noch auf uns zukommen wird, nämlich zwölf brutal schwere Spiele." Denzlers Wunsch fürs neue Jahr: "Mit breiter Brust, riesigem Selbstbewusstsein und wahnsinnigem Mut werden wir die noch ausstehenden Zähler für unser Ziel holen, um auch in der Saison 2019/20 Bayernliga zu spielen und die Nr. 1 in Fußball-Bamberg zu bleiben."

Es werden Gespräche geführt

Die Planungen laufen. "Wir wollen uns bereits zur Frühjahrsrunde auf der einen oder anderen Position verstärken. Hier gibt es bereits eine Zusage." Fix ist der Zugang des 28-jährigen Studenten Manuel Hümmer vom TSV Aubstadt, der nach einem halbjährigen USA-Aufenthalt zurückkehrte und beim Ligarivalen FC Sand mittrainierte (der FT berichtete). Der erfahrene Mittelfeldspieler (allein 138 Bayernligaspiele für Aubstadt) wohnt in Reckendorf und schließt sich zum 1. Januar der DJK an.

Denzler setzt auf den bewährten Trainerstab. "Mit Cheftrainer Mario Bail, mit dem ich täglich im Austausch bin, werde ich zeitnah in Klausur gehen. Mario leistet gemeinsam mit dem Rest des Trainerteams eine richtig gute Arbeit. Ich denke, er ist noch nicht fertig und kann die Mannschaft noch weiter entwickeln. Ich gehe positiv in die Gespräche. Und danach sehe ich es als meine vorwiegende Aufgabe an, die Kaderplanung voranzutreiben."

Die Club-"Zweite" kommt

Nun steht die Vorbereitung auf die Frühjahrsrunde an. Der Höhepunkt zwischen den Trainingseinheiten ist sicher das Testspiel gegen die U23-Mannschaft des 1. FC Nürnberg, des Rangsiebten der Regionalliga Bayern, das am 16. Februar auf dem Kunstrasen der Rudi-Ziegler-Sportanlage stattfinden soll.

Die Statistik bis zur Winterpause

Tabelle 35 Zähler (+ 15 gegenüber Vorjahr) aus bisher 22 absolvierten Saisonspielen hat die DJK Bamberg für sich verbucht, bei elf Siegen (+ 6), zwei Unentschieden (- 3) und neun Niederlagen (- 3). Zu Hause gelangen sieben Erfolge (+ 5, Platz 5 der Heimtabelle), auswärts vier (+ 1, Platz 8 der Auswärtstabelle).

Tore 35 Treffer haben die Bamberger erzielt (+ 13 gegenüber Vorjahr), 25 mussten sie hinnehmen (- 8). Zehn Konkurrenten gelangen mehr eigene Treffer, nur zwei Teams (TSV Aubstadt und Würzburger FV) mussten weniger einstecken. Die treffsichersten DJK-Akteure waren der Shootingstar der Frühjahrsrunde, Eigengewächs Johannes Rosiwal, der mit elf Toren und dazu acht Torvorlagen erneut großen Anteil am erfolgreichen Abschneiden hatte, Christopher Kettler (9 Tore), Simon Allgaier (5) sowie die Neuzugänge Patrick Hoffmann und Sayko Trawally (jeweils 3).

Höchste Siege/Niederlagen Die höchsten Heimsiege gelangen gegen Neumarkt (4:0), SC Eltersdorf und Jahn Forchheim (je 3:0). Die höchsten Auswärtssiege stehen beim TSV Abtswind (3:0) und in Großbardorf (3:1) zu Buche. Die heftigsten Auswärtsniederlagen setzte es in Gebenbach (1:3), Vach, Neumarkt sowie beim Würzburger FV (je 0:2).

Kader 22 verschiedene Spieler setzte die DJK ein. Keeper Julian Glos (23 Jahre) wirkte in allen 22 Partien mit und stand als einziger im Team alle 1980 Spielminuten auf dem Feld. Ebenfalls 22 Mal zum Einsatz kamen Routinier Nico Wunder (31), Torjäger Johannes Rosiwal (24) und der aus der Abwehrkette nicht mehr wegzudenkende Pascal Niersberger (22). 14 Akteure bestritten mindestens 15 Partien. Verletzte Kapitän Markus Fischer (28 Jahre) zog sich einen Kreuzbandriss zu und fällt noch länger aus. Nachwuchsangreifer Moritz Straub (19) und Henrik Schwinn (21) plagten sich mit den Folgen der gleichen Verletzung im Knie herum. Dazu gesellte sich mit Nicolas Esparza (25) ein weiterer Stammspieler, der nach einer Zehenfraktur ausfiel. Ohne Einsatz blieben bisher die Langzeitverletzten Ali Eckert (27) und der aus Burkina Faso kommende Azizou Zoumbare (25).

Neuzugänge Ein glückliches Händchen bewies der Sportliche Leiter Holger Denzler bei seinen Verpflichtungen. Sowohl Innenverteidiger Manuel Müller (26 Jahre) als auch die Offensivspieler Patrick Hoffmann (22) und Sayko Trawally (bald 20, aus dem kleinsten afrikanischen Flächenstaat Gambia stammend) entpuppten sich als die gewünschten Verstärkungen.



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