Baunach

Die Baunacher verspielen eine klare Führung

Die Young Pikes führen in der Pro A sechs Minuten vor Schluss mit 19 Punkten gegen Trier und kassieren nach zweimaliger Verlängerung eine 112:115-Niederlage.
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Das Baunacher Talent Henri Drell (rechts) zieht am Trierer Till Gloger vorbei. Foto: sportpress
Das Baunacher Talent Henri Drell (rechts) zieht am Trierer Till Gloger vorbei. Foto: sportpress

Ein Drama in sechs Akten über zweieinhalb Stunden mit 227 Punkten erlebten die 767 Basketball-Zuschauer am Sonntagabend in der "Blauen": Nach einer berauschenden ersten Halbzeit (56:38) feierten die Anhänger der Baunacher ihre Mannschaft und fragten sich, wer der Abstiegskandidat und wer der Tabellensiebte ist. In den letzten sechs Minuten der regulären Spielzeit wurde den Young Pikes aber einmal mehr ihre fehlende Erfahrung zum Verhängnis. Die Brose-Talente verspielten einen 88:69-Vorsprung und gaben fahrlässig den sicher geglaubten Sieg gegen die nie aufsteckenden Römerstrom Gladiators Trier noch aus der Hand.

Beim Stand von 90:90 standen fünf Extraminuten auf dem Programm, die aber auch nicht reichten, um den Krimi in der 2. Basketball-Liga ProA zu entscheiden. Beim Stand von 104:104 ging es in die zweite Verlängerung. 42 Sekunden vor dem Ende sorgte der in der ersten Halbzeit überragende Kristian Kullamäe für eine 112:110-Führung für die Gastgeber. Nach einem Stopp in der Verteidigung vergaben die Baunacher Talente dann aber einen Korbleger und kassierten prompt auf der Gegenseite einen Dreier des Trierer Routiniers Simon Schmitz. Nach einer Auszeit besaßen die Young Pikes bei einer Restspielzeit von 5,8 Sekunden die Chance, die Niederlage noch abzuwenden, doch der insgesamt 18. Ballverlust besiegelte die Niederlage. Triers 35-jähriger Power Forward Jermaine Bucknor machte an der Freiwurflinie den 112:115-Endstand perfekt.

"Hut ab vor den Trierern, die bis zum Ende gekämpft haben. Am Ende hat man unsere Unerfahrenheit gesehen. Aber das ist sicher ein super Lernpotenzial. So etwas kann man im Training nicht üben. Die Niederlage ist ärgerlich, so ein Spiel darfst du nicht verlieren. Aber das sind nun mal alles 17-, 18-, 19-Jährige, die solche Fehler machen. Hoffentlich lernen sie daraus. Nach so einem Spiel kann man niemandem einen Vorwurf machen, beide Mannschaften haben alles gegeben", betonte Brose-Jugendkoordinator Yassin Idbihi nach der bitteren Niederlage.

"Es ist schwierig, wenn du auf diese Art und Weise verlierst. Aber bei jungen Spielern gibt es immer Höhen und Tiefen. Ihnen fehlt einfach noch die Erfahrung", resümierte Gert Kullamäe, der von 2002 bis 2004 zahllose Dreier für die Bamberger Bundesliga-Basketballer versenkt hatte. Sein Sohn Kristian wandelte in der begeisternden ersten Hälfte der Baunacher auf seinen Spuren. 23 Punkte (bei nur einem Fehlwurf) gingen auf das Konto des estnischen Nationalspielers. Aus einer geschlossen auftretenden Mannschaft ragten zudem noch Henri Drell, Daniel Keppeler und in der Schlussphase Marvin Heckel heraus.

Nach der Pause bauten die Schützlinge von Trainer Felix Czerny den Vorsprung sogar auf über 20 Punkte aus und gingen mit einer 78:61-Führung in die letzten zehn Minuten. Nach 34 Minuten lagen die Hausherren mit 88:69 vorn und schienen dem so wichtigen Erfolg im Kampf gegen den Abstieg entgegenzusteuern. Im Gefühl des sicheren Sieges leisteten sich die Young Pikes aber unerklärliche Ballverluste und ließen alle Tugenden vermissen, mit denen sie zuvor ihre Fans begeistert hatten. Triers Amerikaner Kelvin Lewis sowie die routinierten Johannes Loos, Bucknor und Schmitz bestraften dieses Fehlverhalten eiskalt, retteten sich in die Verlängerung und feierten nach 50 Spielminuten einen glücklichen Sieg - bei dem sie in der entscheidenden Phase ihre ganze Erfahrung in die Waagschale geworfen hatten und die Talente alt aussehen ließen. Young Pikes Baunach: Kullamäe (34 Punkte/4 Dreier), Heckel (21/2), Drell (19/2), Keppeler (13), Pechacek (9), N. Tischler (6), Jelovcic (4), Seric (4), Wolf (2), Plescher, Edwardsson / Römerstrom Gladiators Trier: Lewis (29/3), Bucknor (23/2), Joos (20), Schmitz (16/4), Smit (15/3), Ilzhöer (6), Gloger (6), Schmikale, Hennen

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