Bamberg
Basketball

Der Funke springt nicht über

In der Brose-Arena bleiben bei Spielen von Brose Bamberg mehr Sitzplätze leer als in den vergangenen Jahren. Auch die Stimmung auf den Rängen ist nicht mehr so ausgelassen wie früher.
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Hochgeklappte Sitzschalen in der Brose-Arena beim Heimspiel gegen Science City Jena - nicht nur auf der Haupttribüne sind in dieser Saison einige Plätze unbesetzt geblieben. Foto: Daniel Löb
Hochgeklappte Sitzschalen in der Brose-Arena beim Heimspiel gegen Science City Jena - nicht nur auf der Haupttribüne sind in dieser Saison einige Plätze unbesetzt geblieben. Foto: Daniel Löb
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Die Trommler geben den Takt vor wie eh und je, aber der Funke will in dieser Saison nicht so recht überspringen. Jedenfalls hat die Brose-Arena bei den Spielen der Bamberger Bundesliga-Basketballer, was die Stimmung anbetrifft, schon bessere Zeiten erlebt. Transparente, wie sie in den vergangenen Jahren immer wieder hochgehalten wurden, oder gar Choreografien im Fanblock gab es bislang noch nicht. Doch nicht nur qualitativ, sondern auch quantitativ, ist der Trend rückläufig.

Erst zweimal ausverkauft

Erst zweimal war die 6150 Zuschauer fassende "Frankenhölle" in dieser Saison ausverkauft: beim Pokalderby gegen den unterfränkischen Rivalen s.Oliver Würzburg und beim Bundesligaspiel gegen die Gießen 46ers. Zu den bisherigen fünf Heimspielen kamen im Schnitt 5862 Besucher - 5924 zu den Bundesligapartien und 5799 zu den vier Begegnungen in der Champions League. In der Zuschauertabelle der Bundesliga liegt Bamberg damit auf Rang 3 hinter Berlin (9223) und Ulm (6200).

300 Dauerkarten gekündigt

Im Gegensatz zur Euroleague - in der das Brose-Team so manchen Festtag mit seinen Fans feierte - ist der Fiba-Wettbewerb bei weitem nicht so zugkräftig. Dies lässt sich auch am Dauerkartenverkauf festmachen. 300 Saisontickets wurden im vergangenen Sommer nicht verlängert. Angesichts 150 neuer Dauerkartenbesitzer ist dieser Rückgang aber zu verschmerzen. "Der Dauerkartenverkauf verlief besser als befürchtet", sagte der frühere Geschäftsführer Rolf Beyer zu Beginn der Spielzeit. Die Zahl der verkauften Dauerkarten für die laufende Saison beträgt nach Angaben von Brose 3981.

Mit 5862 Zuschauern im Schnitt sollte die Brose-Arena eigentlich gut gefüllt sein, gefühlt ist die Besucherzahl angesichts einiger leerer Reihen aber deutlich niedriger. Dies liegt daran, dass die Besucherzahl nicht anhand der Zuschauer, die in der Halle sind, ermittelt wird, sondern anhand der verkauften Tickets. Und im Basketball scheint es ebenfalls einen Trend zu geben, den eine Studie der Universität Düsseldorf schon für die Fußball-Bundesliga belegt hat. Die Zahl der Fans, die trotz des Besitzes einer Dauer-, Tages- oder Freikarte nicht zu einem Spiel ins Stadion kommen, steigt seit Jahren. Laut Berechnungen der Uni Düsseldorf war dies in der Saison 2016/17 bereits bei jedem neunten Ticketinhaber der Fall.

Umfrage: "Die Fans sind ungeduldiger geworden"

Bedeuten weniger Fans in der Halle auch weniger Stimmung? Wir hörten uns in der Brose-Arena vor dem letzten Heimspiel gegen Science City Jena bei den Fans um. Jannik Deckelmann (Staffelbach): "Die Stimmung bei uns im Block ist nicht mehr so gut wie in den vergangenen Jahren, vor allem, wenn es auf dem Feld schlecht für uns läuft. Das liegt aber wohl auch daran, dass wir in den letzten Jahren sehr verwöhnt wurden. Die Mannschaft hat viele Titel gewonnen. Natürlich hängt es aber auch mit der Leistung der Mannschaft zusammen. Wenn sie nicht gut spielt, sind die Fans halt unzufrieden. Die geringeren Zuschauerzahlen in der Halle hängen für mich mit den Gegnern zusammen. Jetzt, wo wir nicht mehr Euroleague spielen, kommen halt nicht mehr so namhafte Teams nach Bamberg." Markus Hauptmann (Staffelbach): "Ich finde, es ist nicht viel anders als in den Jahren zuvor. Die Halle wird mit zunehmender Dauer der Saison immer voller werden. Von daher glaube ich, dass es ein sehr geringer Zuschauerschwund sein wird. Was zur Stimmung zu sagen ist, finde ich schon, dass die Leute ungeduldiger geworden sind als in den vergangenen Jahren. Als man früher verloren hat, hat man gesagt: Das kann schon mal passieren. Heutzutage sind die Erwartungen schon ein bisschen höher, und der Unmut wird schneller geäußert. Manchmal ist das meiner Meinung nach einfach nicht fair." Simon Schmitt (Stegaurach): "Ich finde die Stimmung in der Halle besser als in der letzten Saison, als sie ja nicht so gut war. Die Mannschaft spielt besser zusammen und hat auch einen besseren Kader. In unserer Reihe ist es eigentlich wie immer. Alle feuern die Spieler an und sind sauer über so manche Schiedsrichterentscheidung."

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