Bamberg

Der FCE plant ohne Starke und Eigner

Der FC Eintracht Bamberg geht mit einem neuen Trainer in die kommende Saison. Unterschiedliche Auffassungen in Sachen sportliche Zukunft und Zusammensetzung des Kaders führen die Trennung herbei.
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Eine gemeinsame Zukunft im Fußballgeschäft scheinen sich Bernd Eigner (l.) und Christoph Starke vorstellen zu können. Fotos: sportpress
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Den Gesetzen des modernen Marketings gemäß haben die Verantwortlichen des Bayernliga-Achten FC Eintracht Bamberg 2010 in den letzten Tagen in homöopathischen Dosen die Fußballinteressierten über den Verbleib ihres Stammpersonals auf dem grünen Rasen informiert. Ohne offizielle Vereinsmitteilung drang gestern an die Öffentlichkeit, dass der FCE nach dem Saisonende ohne seinen Chefcoach Christoph Starke (47) und Co-Trainer Bernd Eigner (40) plant. Diese Entscheidung hatte der FC Eintracht den beiden am Montagabend eröffnet.

Das Ritual der Rechtfertigungen und Meinungsäußerungen allerseits, die unterschiedliche Sicht der Dinge, setzte, zumal in Zeiten des Internets mit seinen einschlägigen Magazinen und Foren, sofort ein. Für den FCE-Vorsitzenden Mathias Zeck und den Sportlichen Leiter Adolf Leicht kam die gestern Vormittag aufgetauchte Nachricht "sehr überraschend, da mit den beiden Trainern Stillschweigen bis Donnerstag vereinbart war. Dies ist für mich ein unnötiger Vertrauensbruch." Trotzdem war es Zeck und Leicht wichtig, Starke zu danken. Zeck erklärte: "Christoph Starke hat im Juli 2010 das Traineramt des neuen Vereins ohne vorhandene Mannschaft übernommen und innerhalb von wenigen Wochen ein bayernliga-taugliches Team zusammengestellt. Das werden wir ihm nie vergessen. Daher sage ich klar und deutlich: Ohne Christoph Starke und Markus Grasser gäbe es in Bamberg keinen Bayernliga-Fußball mehr."

Die Trennung sei zu bedauern, so Zeck, "aber uns blieb keine Wahl. In den letzten Monaten haben wir mehrere Gespräche mit Starke und Eigner geführt. Beiden Trainern lagen mehrere Angebote von uns vor, ihre Verträge zu verlängern, beide haben aber die Fristen zur Annahme immer wieder verstreichen lassen. Da wir jetzt April haben und die Trainerfrage geklärt werden muss, haben wir uns entschieden, die Zusammenarbeit zu beenden." Grund für die gescheiterten Gespräche sind offensichtlich unterschiedliche Auffassungen über die Zusammensetzung des künftigen Kaders und die sportliche Ausrichtung des Vereins. Derzeit sondieren die Verantwortlichen die Starke-Nachfolge.

Überrascht gaben sich Starke und Eigner gestern nicht, die Entwicklung habe sich abgezeichnet, wenn auch Zeck noch vor wenigen Tagen dem FT gegenüber erwartungsfroh die Vertragsverlängerungen avisiert hatte. Starke sagt: "Da ist schon Wehmut dabei, schließlich arbeite ich mit Herzblut als Trainer, der vielleicht auch einiges für den Fußball beim FCE getan hat. Natürlich sind wir auch enttäuscht, ursprünglich hätten Bernd und ich gerne beim FCE weitergearbeitet. Allerdings hatte ich in den Gesprächen nie das Gefühl, als wolle man unbedingt mit uns weitermachen. Es sind Entscheidungen an uns vorbei getroffen worden. Daher haben wir das Angebot des Vereins nicht angenommen." Der scheidende Trainer betont, keine überzogenen Forderungen angemeldet zu haben, was die Zusammensetzung eines für die Regionalliga reifen Kaders angehe, "aber wir wissen, was uns in der neuen Liga erwartet."

Zwei bis vier gestandene Kräfte mehr brauche es im Falle des Aufstiegs, so Eigner, nicht nur Ergänzungsspieler, "dabei haben unsere Planungen den vorgesehenen finanziellen Rahmen sicher nicht gesprengt." Demgegenüber steht Zecks Credo, seit er dem FC Eintracht 2010 vorsteht: "Wir geben nicht mehr Geld aus als wir haben. Zudem vertrauen wir der jetzigen Mannschaft, die nahezu komplett zusammenbleibt, dass sie, verstärkt mit Talenten, den Klassenerhalt in der Regionalliga schaffen kann." René Finnemann, einer der Führungsspieler des FCE, nahm die Nachricht von der Trennung "traurig" auf, "schließlich habe ich unter ihm acht, neun Jahre gespielt." Vielen Teamkameraden Finnemanns dürfte es ähnlich gehen.

Starke denkt daran, nach dieser Runde zunächst zu pausieren, auch mit Eigner an der Seite wolle er dem Fußball aber in jedem Fall erhalten bleiben. "Zunächst gilt es jedoch, alles für den Aufstieg zu tun, die nötigen 50 Punkte zu holen."

Mehr lesen Sie im Fränkischen Tag (prominente Gäste in der Vorbereitung).
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