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Das Krokodil beißt wieder bei der DJK Don Bosco Bamberg

Der Damen-Zweitligist DJK Don Bosco Bamberg stellt sich neu auf. Zur Jugendförderung gesellt sich nun gewachsener Leistungsanspruch.
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Gute Laune mit den neuen Coaches im Sommertraining trotz Tropenhitze in der Stauffenberghalle, von links: Konni Weiß, die Zweitligaspielerinnen Franziska Hager und Ramona Hesselbarth, Konstantin Hammerl sowie Nachwuchstalente im Hintergrund Foto: sportpress
Gute Laune mit den neuen Coaches im Sommertraining trotz Tropenhitze in der Stauffenberghalle, von links: Konni Weiß, die Zweitligaspielerinnen Franziska Hager und Ramona Hesselbarth, Konstantin Hammerl sowie Nachwuchstalente im Hintergrund Foto: sportpress
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Die stilisierte Silhouette einer Basketballerin hat ausgedient, jetzt prangt wieder das freche grün-gelbe Krokodil auf dem Logo, das die Mannschaftskleidung des Süd-Zweitligisten DJK Don Bosco Bamberg ziert. Der Ausstieg des Namenssponsors Brose Ende April ist Geschichte, es herrscht kräftig Aufbruchstimmung bei den Kooperationspartnern, der DJK und dem Regionalligisten SC Kemmern. Geblieben ist der Wille, die Jugend zu fördern und zu entwickeln, neu ist der gewachsene Leistungsanspruch.
Von einem "Managementkreis", der die führenden Kräfte Johanna Beck (Abteilungsleiterin und Zweite Vorsitzende der DJK Bamberg) und Martina Förner (Abteilungsleiterin des SC Kemmern) unterstützt, spricht der aus Nördlingen stammende Konstantin Hammerl (24), der als Cheftrainer in die Fußstapfen der US-Amerikanerin Jessica Miller tritt. Ihm zur Seite steht als "Co" der in Bamberger Basketballkreisen bestens bekannte Ex-Zweitligaspieler Konni Weiß (48).
Sehr ambitioniert sei der Managementkreis sein Vorhaben angegangen, den Zweitligisten auf neue Füße zu stellen, erklärt der Versicherungskaufmann Weiß. Der Wirtschaftsstudent Hammerl, der seit fünf Jahren Mädchen- und Damenteams in Bamberg betreut sowie in der letzten Saison per Video die Gegner des Bundesligisten aus Nördlingen beobachtete, sagt: "Die Verantwortlichen sind sehr um Nachhaltigkeit bemüht, das ist die entscheidende Message."
Viel Expertise und Kontakte aus ihren Berufen in der freien Wirtschaft haben vor allem Eltern der Spielerinnen in die Arbeit des Managementkreises eingebracht, die offensichtlich das finanzielle Loch stopfen hilft, das der Ausstieg von Brose Bamberg gerissen hat. Ganz zurückgezogen hat sich der "große Bruder", der Herren-Bundesligist, jedoch nicht. Sei es die Hallenbelegung, seien es Verträge, die Brose-Unterstützung bleibt der DJK erhalten, auch wenn die finanzielle Hilfe früherer Jahre weggefallen ist. Auch um das Geld hat sich der Managementkreis gekümmert, neue Gönner sind gewonnen.


Die Play-offs sind das Ziel

Lief der Zweitligist zuletzt mit zwei US-Amerikanerinnen auf, an deren Seite die jungen Bambergerinnen wachsen sollten, ist es nun möglich, dass bei der DJK bis zu vier Positionen neu mit Ausländerinnen besetzt werden. Nicht mehr Klassenerhalt oder gut mitspielen in der 2. Liga Süd heißt das Ziel, sondern das Erreichen der Play-offs. Gleichermaßen wollen die Bamberger U18-Basketballerinnen, die in der Mädchen-Bundesliga (WNBL) zu Hause sind, ins finale Viererturnier um die deutsche Meisterschaft kommen. Bleibt bei den Damen noch Platz für die jungen Bamberger Talente? Geht der Leistungsanspruch zulasten der Nachwuchsförderung? "Wir wollen 2. Liga und WNBL besser verknüpfen", sagt Coach Hammerl. "Durch die starken, etablierten Spielerinnen an ihrer Seite bekommen die jungen Kräfte aufgewertete Positionen. Sie tun sich leichter mitzuspielen. Der neue Mix aus Qualität und Talent ist die beste Möglichkeit, sich zu verbessern und zu entwickeln."
Marie Ulshöfer, Franziska Hager, Ramona Hesselbarth, Magdalena Landwehr, Jana Barth, Nina Kühhorn, Kim Siebert (nach ihrem USA-Aufenthalt) und Julia Förner heißen die Kräfte aus dem Kader der letzten Saison, die diesen Weg weiter mitgehen. Ausgeschieden sind neben den beiden Amerikanerinnen Jamiyah Bethune und Victoria Waldner die langjährige Leistungsträgerin Svenja Zeis (Planstelle als Gymnasiallehrerin in Ingolstadt), Mara Münder (keine frühzeitige Zusage für die kommende Serie wegen Studiums/Berufs möglich), Caroline van der Velde (berufsbedingt) und Sandra Schrüfer, die wohl zusammen mit Antonia Gut und Leonie Leykam zum Regionalligisten BG Litzendorf wechselt. Keine Rolle in der Planung für die 2. Liga spielten auch Julika Gese, die sich schon in der letzten Saison zurückgezogen hatte, und Anika Hartmann.


Erfahrene Eva Marschall

In Sachen Besetzung der Ausländerstellen hält sich Hammerl noch bedeckt, vermeldet mit Eva Marschall (27) jedoch einen verheißungsvollen deutschen Neuzugang für die kommende Saison, die mit einem Pokalspiel gegen Ludwigsburg Mitte September sowie den Ligapartien am Sonntag, 30. September, um 16 Uhr in Weiterstadt und am Mittwoch, 3. Oktober, um 18.30 Uhr gegen Speyer beginnt.
In Heidelberg geboren, ist Eva Marschall für einen Herzogenauracher Sportartikelhersteller tätig. Leimen und Mainz waren ihre Stationen in der 2. Liga. Sie war mit Mainz auch schon erfolgreich bei der DJK zu Gast und sagt nach einem Jahr Pause: "Verein, Trainer, Spielerinnen und Infrastruktur in Bamberg sind sehr überzeugend. Ich sehe viel Potenzial im Team und freue mich auf den Wiedereinstieg."


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