Bamberg
Basketball-Champions-League

Cruz schockt Brose Bamberg

Der Mexikaner von Montakit Fuenlabrada trifft einen irren Dreier mit der Schlusssirene zum 89:88-Erfolg.
Artikel drucken Artikel einbetten
Elias Harris setzt sich unter dem Korb energisch gegen den Spanier Jose Maria Gonzalez durch. Foto: Daniel Löb
Elias Harris setzt sich unter dem Korb energisch gegen den Spanier Jose Maria Gonzalez durch. Foto: Daniel Löb
+7 Bilder

60 Sekunden vor Schluss sahen die Bamberger bei einer 82:74-Führung noch wie der sichere Sieger zum Auftakt der Champions-League-Saison aus, doch Fuenlabradas Scharfschütze Francisco Cruz sorgte mit seinem Dreier mit der Schlusssirene für Totenstille in der Frankenhölle - die Spanier feierten den 89:88-Sieg.

Den Elan und die Intensität, mit der die Bamberger am Samstag im Pokalspiel gegen Würzburg ins Spiel gestartet waren, ließen sie vier Tage später komplett vermissen. Die Verteidigung gestattete den Madrilenen jede Menge einfache Punkte, und im Angriff sorgte lediglich Mr. Zuverlässig, Augustine Rubit, für Gefahr. So lagen die Spanier bereits nach sieben Minuten zweistellig in Front (18:8) und gaben Coach Ainars Bagatskis Rätsel auf. Der Lette schickte dann aber seine zweite Fünf aufs Feld. Tyrese Rice glänzte dabei als Vollstrecker, aber auch als Vorbereiter. In Cliff Alexander fand er einen dankbaren Abnehmer seiner Sahne-Pässe. Dem agilen Elias Harris (8 Punkte in kurzer Zeit) und Patrick Heckmann war es dann zu verdanken, dass die Hausherren zu Beginn des zweiten Viertels das Blatt wenden und einen 28:27-Vorsprung sichern konnten.

Doch in der Folgezeit ließ Francisco Cruz seine Gefährlichkeit aufblitzen: 15 Punkte hatte der mexikanische Scharfschütze zur Pause bereits auf seinem Konto und sorgte dabei fast im Alleingang dafür, dass die Bamberger Fünf-Punkte-Führung bis zur Pause (44:44) egalisiert war. Die Hausherren (3) profitierten von den sieben Ballverlusten von Fuenlabrada, die Spanier hingegen wiesen die deutliche bessere Trefferquote von der Dreierlinie (4 von 9 gegenüber 3 von 12) auf.

Mit Rice, Rubit, Harris, Heckmann und Nikos Zisis schickte Bagatskis zu Beginn seine Aktivposten der ersten Hälfte aufs Parkett, doch die hatten offensichtlich ihr Pulver bereits verschossen. Und in der Verteidigung bekamen die Hausherren den beweglichen Center Talib Zanna nicht in den Griff, so dass der Rückstand schnell auf 50:58 anwuchs. Nachdem der Korb lange wie vernagelt erschien, fand nun Stevan Jelovac sein Händchen - vor dem Schlussviertel betrug er Rückstand nur noch vier Zähler (59:63).

Zu Beginn der letzten zehn Minuten übernahm auf Bamberger Seite Rice: Binnen 118 Sekunden versenkte er drei Dreier zur 68:66-Führung. Doch die Spanier gaben sich noch längst nicht geschlagen, punkteten immer wieder nach Offensiv-Rebounds und egalisierten die Bamberger Zwei-Punkte-Führung. Nach exzellentem Passspiel fanden die Hausherren dann zweimal Rubit am Brett, der trotz der Fouls der Spanier vollstreckte. Nach dem Jelovac-Dreier zum 80:72 kannte die Begeisterung 101 Sekunden vor Schluss keine Grenzen mehr.

Zu früh gefreut: Denn Cruz sorgte mit einem irren Dreier aus achteinhalb Metern mit der Schlusssekunde für das 89:88 und die Ernüchterung in Freak City.

Die Statistik

Brose Bamberg - Montakit Fuenlabrada 88:89

(19:23, 25:21, 15:19, 29:26) Bamberg Rice (33 Punkte/4 Dreier), Rubit (16/1), Zisis (10), Harris (8), Jelovac (7/1), Heckmann (5/1), Alexander (5), Olinde (2), Stuckey (2), Schmidt, Kulboka Fuenlabrada Cruz (22/3), Zanna (19), Eyenga (12/1), Popovic (8/1), O'Leary (7/1), Bellas (7/1), Llorca (7/1), Gonzalez (4), Clark (2), Rupnik (1) SR Poursanidis (Griechenland), Calik (Polen), Kalpakas (Schweden) Zuschauer 5764 Gesamtwurfquote Bamberg 46 Prozent (29 Treffer/63 Versuche), Fuenlabrada 49 (32/66)

Dreierquote Bamberg 30 Prozent (7/23), Fuenlabrada 32 (8/25) Freiwurfquote Bamberg 85 Prozent (23/27), Fuenlabrada 68 (17/25) Rebounds Bbg. 34 (24 def./10 off.), Fuenlabrada 41 (27/14)

Ballgewinne/-verluste Bamberg 4/12, Fuenlabrada 7/14 Assists Bbg. 18 / Fuenlabr. 20 Fouls Bbg. 26 / Fuenlabrada 29

Spieler des Spiels

Tyrese Rice zeigte seine ganze Klasse. Nach 16 Punkten in den ersten drei Vierteln übernahm er in den letzten zehn Minuten und wendete mit drei schnellen Dreiern und 17 seiner insgesamt 33 Zähler das Blatt. Außerdem standen für den überragenden Schützen acht Assists in der Statistik - jubeln durfte er aber dennoch nicht.



Verwandte Artikel
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren