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Coronavirus

Coronavirus und Sport: Wo drohen leere Ränge in Franken?

Sportveranstaltungen mit mehr als 1000 Zuschauern stehen auf der Kippe. Spielabsagen, Geisterspiele oder regulärer Spielbetrieb? So beurteilen potenziell betroffene fränkische Vereine der großen Hallensportarten die Situation.
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Arne Dirks, Geschäftsführer des Basketball-Bundesligisten Brose Bamberg, in der leeren Brose-Arena Archiv/Daniel Löb
Arne Dirks, Geschäftsführer des Basketball-Bundesligisten Brose Bamberg, in der leeren Brose-Arena Archiv/Daniel Löb

Sportveranstaltungen mit mehr als 1000 Zuschauern stehen auf der Kippe. Spielabsagen, Geisterspiele oder regulärer Spielbetrieb?

So beurteilen potenziell betroffene fränkische Vereine der großen Hallensportarten die Situation.

Brose Bamberg, Basketball-Bundesliga

Am Mittwoch wird sich wohl entscheiden, ob das für Sonntag (18 Uhr) angesetzte Bundesliga-Heimspiel der Bamberger Brose-Basketballer gegen die Telekom Baskets Bonn stattfinden wird. Darüber wird der Krisenstab "Coronavirus" von Stadt und Landkreis Bamberg bei seiner Sitzung an diesem Tag beraten.

Stand Montag waren noch alle Optionen offen: Spiel wie geplant, Spiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit oder Spielabsage. Ein sogenanntes Geisterspiel ohne Zuschauer wäre für den Bamberger Bundesligisten die denkbar schlechteste Option, "so lange nicht geklärt ist, wer für die finanziellen Einbußen in die Bresche springt", wie Brose-Mediendirektor Thorsten Vogt erklärte. Der Tabellensiebte würde es bevorzugen, dass von der Geschäftsführung der Basketball-Bundesliga (BBL) eine für alle Heimmannschaften einheitliche Lösung gefunden wird, wie mit den Spielen zumindest am kommenden Wochenende umgegangen wird. Laut Vogt wolle sich die BBL in einer Krisensitzung Ende der Woche des Themas annehmen. Für die Bamberger steht bereits eine Woche nach der Partie gegen Bonn mit der Begegnung gegen die Crailsheim Merlins ein weiteres Heimspiel auf dem Programm. ps

HSC 2000 Coburg, 2. Handball-Liga

"Ganz klar, die Gesundheit steht an erster Stelle", sagt Michael Häfner, Geschäftsführer des HSC 2000 Coburg, zur aktuellen Lage rund um das Coronavirus. Der HSC, Tabellenführer der 2. Handball-Liga, nimmt die aktuellen Entwicklungen sehr ernst und steht in ständigem Kontakt mit den Vereinsärzten und den Gesundheitsbehörden. "Natürlich sind wir sensibilisiert und achten verstärkt auf die empfohlenen Vorsichtsmaßnahmen", erklärt Sportlicher Leiter Jan Gorr. "Das gilt natürlich nicht nur für die erste Mannschaft, sondern insbesondere auch für die Jugendteams." Was einen möglichen Spielausfall angeht, hat der Zweitligist von den Verbänden und der Handball-Bundesliga noch keine Informationen. "Es stehen ja in der öffentlichen Diskussion mehrere Szenarien, vom Geisterspiel bis hin zum Spielausfall, im Raum", erklärt Häfner. "Sollte es dazu kommen, müssen wir damit umgehen." Für die Coburger steht nun zuerst die Vorbereitung auf das Auswärtsspiel in Ferndorf am Freitag auf dem Programm. "Was weiterhin passiert, liegt nicht in unserer Hand. Hier geht es um mehr als Sport, und wenn die Gesundheitsbehörden Entscheidungen treffen sollten, die den Spielbetrieb beeinflussen, müssen wir das akzeptieren", erklärt Gorr.oph

Bayreuth Tigers, 2. Eishockey-Liga

Die Verantwortlichen des Eishockey-Zweitligisten Bayreuth Tigers sehen aktuell keinen Handlungsbedarf beim Thema Coronavirus. "Ich weiß auch nicht, ob Absagen von Sportveranstaltungen nicht die Hysterie um das Coronavirus noch weiter befeuern würden", sagt Matthias Wendel. Der Tigers-Geschäftsführer verlässt sich auf die Einschätzungen der zuständigen Gesundheitsbehörden und des Deutschen Eishockey-Bundes. "Sollten Anordnungen kommen, werden wir diesen folgen. Ansonsten ist alles reine Spekulation", sagt Wendel. Gleichwohl lässt er aber durchblicken, dass Spiele unter Ausschluss der Öffentlichkeit für die Tigers ein Nachteil wären. Schließlich habe sich sein Team mit tollen Leistungen in den vergangenen Wochen den Heimvorteil für die am Freitag beginnende Abstiegsrunde gesichert. Auch finanziell würden Spiele vor leeren Zuschauerrängen die Tigers treffen. Schließlich versprechen die Duelle der ersten Play-down-Runde (Best of 7) gegen Crimmitschau hohe Zuschauerzahlen. Die beiden Bayreuther Heimpartien gegen die Eispiraten in der DEL2-Hauptrunde besuchten insgesamt 5106 Fans. Zu den bisherigen 26 Heimspielen kamen 1770 Zuschauer pro Partie. ter

Medi Bayreuth, Basketball-Bundesliga

"Wir sind im ständigen Austausch mit den lokalen Behörden. Bislang ist noch keine Entscheidung getroffen und wir gehen davon aus, dass wir am Mittwoch wie geplant spielen können", sagt Bayreuths Geschäftsführer Björn Albrecht. Im FIBA-Europe-Cup steht für Medi am Mittwochabend (18.30 Uhr) das Viertelfinal-Rückspiel in der Oberfrankenhalle gegen Cluj an. Albrecht weiß aber auch: "Es kann sich stündlich etwas ändern." Sollten die Behörden eine Absage oder ein "Geisterspiel" veranlassen, "würden wir das akzeptieren, auch wenn es mit enormen wirtschaftlichen Einbußen verbunden ist". Je nach Dauer möglicher Ausfälle oder Spielen vor leeren Rängen rechnet Albrecht mit Verlusten im bis zu sechsstelligen Bereich. Im Schnitt kommen in dieser Saison 3.314 Fans zu den Medi-Heimspielen in der Bundesliga. Der Bayreuther Geschäftsführer hofft, dass eine einheitliche Lösung gefunden wird. Dass eine Mannschaft vor Zuschauern spielen darf und die andere nicht, das könne im Sinne der Chancengleichheit keine Option sein. Sollte gegen Cluj wie geplant gespielt werden, werde der Verein an die gängigen Hygienemaßnahmen und an die Eigenverantwortung jedes Zuschauers erinnern. "Mehr können wir als Veranstalter nicht machen." the

Höchstadt Alligators, Eishockey-Oberliga

"Bislang haben wir weder vom Landratsamt noch vom Verband eine Anweisung erhalten", sagt Pressesprecherin Caroline Hauke. "Der deutsche Eishockey-Bund hat aber in einer Nachricht an alle Vereine den Vorschlag gemacht, den eigentlich obligatorischen Handshake nach den Spielen, für den die Akteure ihre Handschuhe ausziehen, nur auf freiwilliger Basis zu machen. Da bei den Play-offs erst nach der Entscheidung der Serie abgeklatscht wird, ist das für uns frühestens im zweiten Spiel der Best-of-three-Serie am Sonntag relevant.

Das Heimspiel am Freitag in Höchstadt findet nach aktuellem Stand ganz normal mit Publikum statt, auch wenn die Marke von 1000 Zuschauern überschritten werden könnte. Weder im Landkreis Erlangen-Höchstadt noch im Umkreis von Gegner HC Landsberg gab es unseres Wissens nach bisher Corona-Fälle. In unserer Mannschaft sind auch alle gesund.

Wenn sich in dieser Hinsicht bis Freitag nichts tut, werden wir nicht tätig. Solange es keine konkreten Vorgaben von Verbandsseite oder einer zuständigen Behörde gibt, hängen wir gewissermaßen in der Luft. Wir wollen am Freitag natürlich so viele Zuschauer wie möglich."rup

BBC Coburg, Basketball-Liga ProB

Die Basketball-Euphorie in Coburg ist nach dem erstmaligen Einzug in die Play-offs zu spüren. Zu den beiden letzten Hauptrundenspielen in der dritthöchsten deutschen Basketball-Spielklasse Pro B Süd kamen mehr als 1000 Zuschauer in die Coburger Arena. Das erste Play-off-Heimspiel gegen die Dresden Titans ist für Sonntag, 22. März, terminiert. Der Verein steht zwecks Coronavirus mit der Stadt Coburg und dem Ligabüro in Köln in Kontakt. "Beide haben uns signalisiert, dass man derzeit keinen Grund für Einschränkungen sieht, was unsere Spiele angeht", erklärt Pressesprecher Martin Vogel am Montag. "Das ist derzeit allerdings eine tagesaktuelle Entscheidung - klar ist, dass insbesondere die Stadt natürlich beim Auftreten eines Corona-Falls in Coburg oder der unmittelbaren Nachbarschaft eine Neubewertung der Situation vornehmen wird." Auch mit den Verantwortlichen des HSC 2000 Coburg befinde man sich im regen Austausch. "Es wäre natürlich sehr traurig für uns, wenn wir die ersten Play-offs der Vereinsgeschichte ohne unsere Fans spielen müssten. In diesem Fall würden wir aber versuchen, einen Livestream anzubieten, um die Spiele für alle Interessierten erlebbar zu machen", so Vogel. mg

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