Bamberg

Carrera kehrt zurück

Der Aufsteiger aus Hamburg tritt am Dienstagabend mit dem ehemaligen Bamberger zum Bundesligaspiel in der Brose-Arena an.
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Michael Carrera (links), hier noch im Bamberger Trikot beim Korbwurf gegen den Göttinger Matthis Mönninghoff, ist am Dienstagabend mit den Hamburg Towers in der Brose-Arena zu Gast. Foto: Daniel Löb
Michael Carrera (links), hier noch im Bamberger Trikot beim Korbwurf gegen den Göttinger Matthis Mönninghoff, ist am Dienstagabend mit den Hamburg Towers in der Brose-Arena zu Gast. Foto: Daniel Löb

Den bislang höchsten Sieg in dieser Bundesligasaison feierten die Bamberger Brose-Basketballer bei den Hamburg Towers. Zum 89:59-Erfolg Ende Oktober vergangenen Jahres steuerte Michael Carrera 13 Punkte bei. Der venezolanische Nationalspieler bot damals seine beste Leistung im Trikot der Oberfranken. Im Rückspiel am Dienstagabend (19 Uhr) läuft Carrera in der Brose-Arena im Team der Hanseaten auf.

Nachdem die Bamberger von einer Ausstiegsklausel im Vertrag Gebrauch gemacht hatten, schloss sich der Venezolaner Ende November den Towers an. Im Dress des Aufsteigers glänzte der 27-Jährige erstmals am vergangenen Samstag. Bei der 92:98-Heimniederlage gegen Ludwigsburg erzielte er mit 21 Punkten und sieben Rebounds zwei persönliche Bundesliga-Bestwerte.

Mentale Stärke fehlt

Nach einem Carrera-Dreier führten die Hamburger gegen die Schwaben drei Minuten vor dem Spielende mit 89:87, verpassten aber dennoch den ersten Heimsieg seit ihrem Aufstieg. "Man muss mit dem Druck spielen können. Die Spieler müssen daran glauben, an sich und ihr ganzes Team", meinte Towers-Trainer Mike Taylor. Ein Satz, der auch vom Bamberger Coach Roel Moors hätte stammen können. Auch seinem Team fehlt oft die mentale Stärke, wenn es darauf ankommt. Bei der 66:80-Pleite jüngst in Vechta leisteten sich die Oberfranken im dritten Viertel einen kollektiven Aussetzer, der ihnen jegliche Siegchance raubte. "Uns hat in Vechta definitiv Aggressivität gefehlt. Das darf uns gegen Hamburg nicht nochmal passieren. Für uns ist jedes Spiel wichtig, wir müssen jede Partie von Beginn an annehmen und bis zum Ende durchziehen", sagte Moors, dessen Team in Vechta das dritte Viertel mit 10:28 abgab und bereits die achte Niederlage in dieser Bundesligasaison kassierte.

Zweieinhalb Wochen Pause

Mit einem Heimsieg über den Tabellen-15. würden die Bamberger auf jeden Fall auf einem Play-off-Rang in die zweieinhalbwöchige Pokal- und Länderspielpause gehen. Zwar haben die Hamburger zuletzt fünfmal in Folge verloren, für die wechselhaft auftretenden Bamberger besteht aber kein Grund, den Gegner auf die leichte Schulter zu nehmen; zumal die Gäste alle drei Siege in dieser Saison in fremder Halle feierten, und zwar in Gießen (79:75), Braunschweig (97:94) und Bonn (102:90). Allerdings ist bei den Towers der Einsatz von Heiko Schaffartzik, Prince Ibeh, Justus Hollatz und Jannik Freese (alle erkältet) fraglich. "Die Hamburger haben nichts zu verlieren und werden super aggressiv aus der Kabine kommen. Ich erwarte einen harten Kampf. Sie sind ein offensivorientiertes Team mit vielen sehr guten Spielern. Warum sie so weit unten in der Tabelle stehen, kann ich mir nicht erklären", sagt Darion Atkins. Der US-Amerikaner füllte die Lücke im Bamberger Kader, die Carrera nach seinem Weggang hinterlassen hatte.

Gäste-Check: Hamburg Towers

Der Verein: Die Hamburg Towers gründeten im September 2013 eine Betreibergesellschaft mit dem Ziel, wieder eine Basketball-Profimannschaft in Hamburg zu etablieren. Elf Jahre zuvor hatte der Bundesliga-Absteiger BC Johanneum Hamburg Insolvenz anmelden müssen. Dank einer Wildcard gingen die Towers erstmals in der Saison 2014/15 in der 2. Liga ProA an den Start und schafften als Zweitliga-Meister der vergangenen Spielzeit den Sprung in die Bundesliga. Die Transfers: Seit Saisonbeginn haben die Hamburger vier Spieler nachverpflichtet und damit ihr Wechselkontingent ausgeschöpft. Jüngster Neuzugang ist Demarcus Holland. Der 25 Jahre alte Guard war zuletzt bei BC Nokia in Finnland aktiv. Anfang Januar hatten die Towers Center Bogdan Radosavljevic (Alba Berlin) verpflichtet. Im November vergangenen Jahres waren Power Forward Michael Carrera (Brose Bamberg) und Aufbauspieler Jorge Gutierrez (Capitanes Ciudad de Mexico) zu den Hanseaten gestoßen. Der Trainer: Mike Taylor übernahm die Towers zur Saison 2018/19 und führte sie in die Bundesliga. Zuvor war der 47 Jahre alte US-Amerikaner von 2003 bis 2011 auch für Ratiopharm Ulm im Oberhaus tätig gewesen. Von 2010 bis 2013 war Taylor Coach der tschechischen Nationalmannschaft. Seit 2014 ist er Trainer der polnischen Auswahl, mit der er im vergangenen Jahr die WM-Qualifikation schaffte. Bei den Titelkämpfen in China führte Taylor die Polen überraschend ins Viertelfinale.

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