Bamberg
Kegeln

Bundesligateams starten in die Saison

Die Herren des SKC Victoria Bamberg und des TSV Breitengüßbach sehen sich auf Augenhöhe. Die SKC-Damen sind erneut der große Titelfavorit.
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Wenn von Samstag an die Kugeln in den Kegler-Bundesligen wieder rollen, dann kämpfen mit dem TSV Breitengüßbach und dem SKC Victoria Bamberg zwei Nachbarrivalen um einen Platz im internationalen Geschäft. Eine feste Größe in Europa sind dagegen die Victoria-Damen, die abermals so viele Titel abräumen wollen wie möglich.

Die vergangene Bundesligasaison hatten die Breitengüßbacher Kegler als Tabellenfünfter mit einem ausgeglichenen Punkteverhältnis (18:18) erstmals vor dem SKC Victoria (6./17:19) beendet. Nun werden die Karten neu gemischt. Beide Teams sehen sich auf Augenhöhe und wollen im Kampf um Platz 3, der zur Teilnahme am europäischen NBC-Pokal berechtigt, ein Wörtchen mitreden. Auf den Rängen 1 und 2 werden wie im Vorjahr Serienmeister Rot-Weiß Zerbst und der SKC Staffelstein erwartet.

TSV stellt sich breiter auf

"Wir haben uns von Jahr zu Jahr verbessert und gehen jetzt in unsere fünfte Bundesliga-Spielzeit. Platz 3 ist natürlich ein Anreiz für uns, und auch im Pokalwettbewerb haben wir uns einiges vorgenommen", nennt der Breitengüßbacher Mannschaftskapitän Tobias Stark die Ziele seines Teams. Da die TSVler in der vergangenen Saison vom Verletzungspech geplagt waren, was ein noch besseres Abschneiden verhinderte, haben sie sich für diese Runde breiter aufgestellt. Neun Spieler bilden den Kader, so dass intern für einen Konkurrenzkampf um die sechs Plätze pro Spieltag gesorgt ist. Abgänge haben die Güßbacher keine zu verzeichnen. Neu dabei sind der 24-jährige Marco Scheuring, der vom Landesligisten FC Eintracht Bamberg kam, und Routinier Miroslav Jelinek (42) vom Ligarivalen SKC Staffelstein. "Marco hatten wir schon seit einiger Zeit auf dem Schirm, denn er hat großes Potenzial. Ihm trauen wir den Sprung von der Landes- in die Bundesliga zu. Dass wir mit Miroslav Jelinek einen erfahren Bundesligakegler und tschechischen Nationalspieler für uns gewinnen konnten, ist ein echter Coup", sagt Stark.

Noch drei Ausländer im Kader

Mit den Tschechen Jelinek und Robin Parkan sowie dem Ungarn Zoltan Hergeth haben die Güßbacher zwar drei Ausländer im Kader, von denen aber nur zwei eingesetzt werden dürfen. Doch Hergeth soll in Kürze einen deutschen Pass erhalten.

Seit 1. August bereiten sich die Güßbacher um Trainer Albert Kirizsan und Betreuer Michael Paulus auf den Saisonstart am Samstag in Lorsch vor. Etliche auf fremden Bahnen gewonnene Vorbereitungsspiele sowie ein Turniersieg in Tschechien stimmen die TSVler positiv. "Der Spielplan kommt uns entgegen. In Lorsch ist ein Sieg möglich, und dann haben wir zwei Heimspiele gegen Schwabsberg und Hirschau, die wir auch gewinnen können", hofft Stark auf einen guten Saisonstart.

Trainerwechsel beim SKC Victoria

Zum Hinrundenderby gegen den SKC Victoria Bamberg kommt es am achten Spieltag am 16. November. Im vergangenen Jahr gelang den Güßbachern in Bamberg der erste Sieg überhaupt gegen den Nachbarrivalen, der die schwache letzte Saison vergessen machen will. "Mit dem sechsten Platz waren wir überhaupt nicht zufrieden. Wir wollen schnellstmöglich zurück ins internationale Geschäft", stellt der SKC-Vorsitzende Markus Habermeyer klar. In der Sommerpause haben die Victoria-Verantwortlichen die Konsequenzen gezogen und sich neu aufgestellt. Als Trainer fungieren nicht mehr Werner Fritzmann und Habermeyer, sondern die Spieler Christian Wilke und Cosmin Craciun. "Christian Wilke wird seine Mannschaftskollegen auf der Bahn betreuen, und Cosmin wird sich um das Organisatorische kümmern", erläutert Habermeyer.

Auch im Victoria-Team gab es Veränderungen. Mit Florian Fritzmann verloren die Bamberger einen Leistungsträger. Der zweifache deutsche Einzelmeister wechselte nach Zerbst, wo er sich den Traum von der Mannschaftsmeisterschaft erfüllen will. Neu zum SKC stießen Daniel Barth vom ESV Lok Rudolstadt und Radek Hejhal (SKC Staffelstein). "Daniel ist U23-Nationalspieler und einer der besten deutschen Nachwuchskegler. Er hat auch internationale Erfahrung und schon WM-Medaillen gewonnen. Radek ist als aktueller tschechischer Nationalspieler auch eine Verstärkung für uns", meint der SKC-Vorsitzende.

Er hofft, dass das Bamberger Team in dieser Saison vom Verletzungspech verschont bleibt und die Rückkehr ins internationale Geschäft gelingt. "Ich kann mich nicht erinnern, dass wir jemals mit den Herren eine Saison bestritten haben, in der wir nicht in einem europäischen Wettbewerb vertreten waren", sagt Habermeyer vor dem Rundenstart.

Die Bamberger Damen tanzen dagegen auch in der kommenden Spielzeit auf mehreren Hochzeiten. Der Abonnementmeister peilt den 22. Bundesliga-Triumph an und hofft, auch in der Champions League seinen Titel verteidigen zu können. Die Voraussetzungen scheinen gegeben, denn der SKC Victoria tritt in gleicher Besetzung an wie im Vorjahr. Mit Ines Maricic geht die kroatische Weltrekordhalterin (687 Kegel) und Teamweltmeisterin (mit Kroatien) weiterhin für die Bambergerinnen auf die Bahn. "Ihr gefällt es hier. Deshalb war ein Wechsel für sie kein Thema", erklärt Habermeyer.

Zwar stehen mit Sina Beißer und Melissa Stark zwei Spielerinnen aus persönlichen Gründen bis Jahresende nicht zur Verfügung, doch sollte das Team stark genug sein, die Ausfälle kompensieren zu können. "Doch verletzen darf sich niemand, sonst könnte es personell eng werden", sagt Habermeyer.

Die Kader im Überblick

TSV Breitengüßbach Manuel Bachmeier, Zoltan Hergeth, Miroslav Jelinek, Christian Jelitte, Mario Nüßlein, Robin Parkan, Christian Rennert, Marco Scheuring, Tobias Stark SKC Victoria Bamberg Daniel Barth, Cosmin Craciun, Radek Hejhal, Dominik Kunze, Nicolae Lupu, Christian Wilke, Christopher Wittke SKC Victoria Bamberg Damen Ioana Antal, Sina Beißer, Alina Dollheimer, Corinna Kastner, Daniela Kicker, Ines Maricic, Melissa Stark, Beata Wlodarczyk

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