Bamberg

Bryce Taylor: Diese Niederlage tut weh!

Zum fünften Mal in dieser Saison verspielt Brose Bamberg im letzten Viertel einen Vorsprung. Nach der 75:76-Niederlage in Nischni Nowgorod sind die Play-offs in der Champions League in weite Ferne gerückt.
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Bryce Taylor (links), der hier versucht, an Darrlyn Willis vorbeizuziehen, war mit 14 Punkten bester Bamberger Korbschütze. Foto: bck
Bryce Taylor (links), der hier versucht, an Darrlyn Willis vorbeizuziehen, war mit 14 Punkten bester Bamberger Korbschütze. Foto: bck

Ballverlust von Paris Lee. Kein Wurf nach Ablauf der Angriffszeit von 24 Sekunden. Lee wird beim Korbleger geblockt. Lee vergibt Korbleger. Ballverlust von Bryce Taylor. Kameron Taylor dribbelt sich in der Zone fest und wird beim Wurf geblockt. Die letzten sechs Angriffe der Bamberger Brose-Basketballer waren grottenschlecht. Mit zehn Punkten Vorsprung (75:65) waren sie in die verbleibenden drei Minuten des Champions-League-Spiels bei Nischni Nowgorod gegangen, doch erzielten keinen einzigen Punkt mehr. Dem russischen Gastgeber gelangen im gleichen Zeitraum elf Zähler, und er landete einen nicht mehr für möglich gehaltenen 76:75-Erfolg.

Berlin, Ulm, Würzburg, Nymburk und nun Nowgorod - die Liste der Spiele, in denen die Bamberger mit einer Führung ins letzte Viertel und dennoch als Verlierer vom Parkett gehen, wird immer länger. Diesmal war es die Pressverteidigung des Gegners, die sie in der Schlussphase völlig aus der Bahn warf. Ballverluste oder überhastete Abschlüsse waren die Folge. "Drei offene Korbleger haben wir vergeben, und am Ende macht das auch den Unterschied aus. Die Korbleger und das Problem, nicht mit dem Druck umgehen zu können", resümierte Brose-Coach Roel Moors. Der Belgier hatte Lee (9 Punkte/4 Assists/2 Ballverluste) in der Schlussphase auf dem Feld belassen, obwohl der Aufbauspieler beim Ziehen zum Korb zweimal schlecht aussah. Retin Obasohan (11/3/1) hatte das zuvor besser gemacht.

Nur zwölf Punkte in Viertel 4

Der Grund für die Niederlage ist aber nicht alleine an Lee festzumachen. Wieder einmal brachen die Bamberger als Team ein. So stark sie im dritten Drittel (24:14) spielten - der höchste Vorsprung betrug in der 30. Minute zwölf Punkte -, so schwach agierten sie im vierten Abschnitt, der mit 23:12 an die Gastgeber ging.

"Wir hatten das Tempo unter Kontrolle und haben drei Viertel lang guten Basketball gezeigt. Deshalb tut die Art und Weise dieser Niederlage weh. Nischni Nowgorod hat alles getan, um ins Spiel zurückzukommen und es noch zu gewinnen. Wir haben alles dafür getan, um es noch zu verlieren", meinte Bryce Taylor. Der Routinier war mit 14 Punkten (davon drei Dreier) zwar bester Korbschütze seines Teams, leistete sich aber 20 Sekunden vor der Schlusssirene einen folgenschweren Fehlpass, den Anton Astapkovich mit dem siegbringenden Korbleger für Nischni Nowgorod bestrafte.

Es ehrt die Gäste, dass sie keine Schiedsrichterschelte betrieben. Denn die Unparteiischen sprachen den Russen beim Stand von 72:75 30 Sekunden vor Schluss nach einer strittigen Szene noch einmal den Ball zu, obwohl deren Angriffszeit schon abgelaufen schien. Wäre Bamberg in Ballbesitz gekommen, hätte das Spiel vielleicht einen anderen Ausgang genommen. Moors meinte aber: "Wir dürfen die Schuld für diese Niederlage nur bei uns suchen. Wir haben die zweite Halbzeit weitgehend kontrolliert, aber unserem Gegner dann die Möglichkeit gegeben, daran zu glauben, dass für ihn noch etwas möglich ist."

Mit einer negativen Bilanz von vier Siegen und bereits fünf Niederlagen stecken die Bamberger in der Gruppe C nun erst einmal auf dem fünften Platz fest. Um noch Rang 4 und damit die Play-offs zu erreichen, dürfen sie sich in den verbleibenden fünf Partien keine Patzer mehr leisten und sind auf Ausrutscher des Tabellenvierten Peristeri BC angewiesen. Im internationalen Wettbewerb geht es für das Brose-Team erst im neuen Jahr weiter.

In der Bundesliga stehen bis Silvester noch zwei Heimspiele an. Und die haben es in sich. Am Freitag, 27. Dezember (20.30 Uhr), kommt der Tabellenzweite MHP Riesen Ludwigsburg und am Montag, 30. Dezember (20.30 Uhr), der ungeschlagene Spitzenreiter FC Bayern München in die Brose-Arena. Bis dahin ist aber Zeit genug, um die bittere Niederlage in Nischni Nowgorod aufzuarbeiten.

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