Bamberg
Basketball-Bundesliga

Brose vor Bewährungsprobe - Gießen hat einen Lauf

Brose Bamberg steht im Heimspiel gegen John Bryant & Co. vor einer echten Herausforderung.
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Das Markenzeichen von Cliff Alexander sind krachende Dunkings. Gegen den Centerhünen John Bryant ist seine Physis besonders gefragt. Foto: Daniel Löb
Das Markenzeichen von Cliff Alexander sind krachende Dunkings. Gegen den Centerhünen John Bryant ist seine Physis besonders gefragt. Foto: Daniel Löb

Sind die Bamberger Brose-Basketballer nach der "Watschn" in Braunschweig aufgewacht? Am Dienstag beim 85:76-Auswärtssieg in der Champions League in Antwerpen war dem neunmaligen deutschen Meister zumindest in den ersten 14 Minuten (43:22-Führung) anzumerken, dass er sich für die 66:92-Pleite zwei Tage zuvor rehabilitieren wollte. Im letzten Viertel wurde es zwar noch einmal eng, doch die Mannschaft von Trainer Ainars Bagatskis sicherte sich dank der individuellen Qualität von Stevan Jelovac und der Erfahrung von Nikos Zisis in der spannenden Schlussphase nervenstark den 85:79-Auswärtssieg.

Am Sonntag (15 Uhr) genießt das wankelmütige Brose-Team wieder Heimvorteil, doch die Aufgabe wird sicher nicht einfacher, denn mit den Gießen 46ers gibt das Überraschungs-Team der noch jungen Bundesliga-Saison seine Visitenkarte in der Frankenhölle ab.

Die Mittelhessen sorgten vor allem in ihren drei Partien auf fremdem Parkett in Crailsheim, Würzburg und Ulm für Furore und kletterten am letzten Wochenende mit dem 97:88-Heimsieg über die starken Oldenburger auf den dritten Tabellenplatz. Die einzige Niederlage gab es mit 106:92 bei den Bayern in München. Aber auch dieses Ergebnis zeigt, dass die Mittelhessen zu den offensivstärksten Mannschaften der Liga zählen. Hinter den Berlinern, die den Topwert von 100 Punkten im Schnitt auflegen, und den Oldenburgern (93,4) folgen die 46ers mit 90,7 Zählern. Die Bamberger rangieren mit 84,8 Punkten auf Platz 6.

Vor allem John Bryant sorgt mit 18,3 Punkten und 10,7 Rebounds im Schnitt dafür, dass die Gießener gegenüber den Bambergern auch die bessere Trefferquote (48,7 Prozent gegenüber 45,7) aufweisen und mehr Abpraller (40,7/37) einsammeln. Aber mit Brandon Thomas (15,8 Punkte/Dreierquote 57 Prozent), Max Landis (14,2), Benjamin Lischka (12,2) und Lary Gordon (9,3/8,3 Rebounds) verfügt Trainer Ingo Freyer neben "Big John" über weitere gefährliche Akteure. Beim Sieg über die Oldenburger trumpfte Landis auf: 32 Punkte, fünf Dreier und vier Rebounds standen für den Rückkehrer in der Statistik.

Während die 46ers ihren Fans derzeit jede Menge Glücksgefühle bescheren, brauchen die Freaks derzeit starke Nerven: Gegen die bestenfalls mittelmäßige Konkurrenz gab es einige enge Partien, die gerade noch so über die Bühne geschaukelt wurden. "Für mich war es interessant zu sehen, wie wir uns nach diesem desolaten Spiel in Braunschweig präsentieren. Wir sind aufgestanden, haben alles auf dem Parkett gelassen. Es war zwar nicht das beste Spiel der bisherigen Saison, aber das physisch stärkste von uns", freute sich Bagatskis über die Energieleistung in Antwerpen und die deutlich verbesserte Defensive: "Wir waren gut auf sie eingestellt, konnten Antwerpen über weite Strecken die Aggressivität und ihre Dreierstärke wegnehmen."

Gibt's das Taylor-Comeback?

Nachdem der Brose-Coach am Dienstag auf Grund der Verletzungsmisere auf eine Achter-Rotation setzte, steht ihm am Sonntag bis auf Patrick Heckmann möglicherweise der komplette Kader zur Verfügung. Erstmals seit dem 3. Dezember 2017, als er mit einer Wadenverletzung ausschied, könnte Bryce Taylor wieder auf dem Parkett stehen. Arnoldas Kulboka steht nach seiner Knöchelverletzung wieder zur Verfügung, während über den Einsatz von Elias Harris, der vor dem Spiel in Antwerpen umgeknickt war, kurzfristig entschieden wird.



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