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Basketball

Brose Bamberg zieht mit viel Leidenschaft ins Pokalfinale ein

Brose Bamberg bezwingt die Bonner nach hartem Kampf mit 90:87. Das Finale gegen Alba Berlin steigt am 17. Februar in der Frankenhölle.
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Brose-Kapitän Nikos Zisis (rechts) und der Bonner Verteidigungsspezialist Yorman Polas Bartolo lieferten sich ein erbittertes Duell. Fotos: Daniel Löb
Brose-Kapitän Nikos Zisis (rechts) und der Bonner Verteidigungsspezialist Yorman Polas Bartolo lieferten sich ein erbittertes Duell. Fotos: Daniel Löb
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War das der erste Schritt aus der Krise? Die strauchelnden Brose-Basketballer bezwangen nach drei Heimniederlagen in der Bundesliga im Pokal-Halbfinale die ebenfalls schwächelnden Telekom Baskets Bonn, die in dieser Woche ihren Trainer Predrag Krunic gefeuert hatten, nach schwachem Start dank einer Energieleistung mit 90:87 (46:50) und empfangen im Endspiel am 17. Februar Alba Berlin. Die Albatrosse hatten zuvor in Frankfurt die Skyliners mit 105:70 zerlegt und gelten als klarer Favorit im Finale.

Nach vier schnellen Alexander-Punkten zu Beginn lief in der Bamberger Offensive vier Minuten gar nichts - die Bonner dagegen zogen mit einem 12:0-Lauf auf 12:4 davon. "Wir wollen euch kämpfen sehen", hatten die Fans schon vor dem ersten Sprungball gefordert, doch bis auf Elias Harris fiel kein Bamberger diesbezüglich groß auf. Im Gegenteil: Die Bonner nutzten die Passivität und zahlreichen Ballverluste zu einer 21:14-Führung nach dem ersten Viertel. Die Hausherren hatten nur drei Würfe aus dem Feld getroffen, die Gäste glänzten mit ihrer Treffsicherheit vor allem von der Dreierlinie.

Harris und Patrick Heckmann mit dem ersten Bamberger Dreier brachten die Gastgeber heran, Tyrese Rice sorgte für den 22:22-Ausgleich. Doch das war wieder einmal nur ein Strohfeuer. Die Bonner Hanlan (4) und Webb (2) versenkten einen Distanzwurf nach dem anderengegen die schwache Bamberger Abwehr - insgesamt neun in der ersten Hälfte. Coach Federico Perego versuchte vergeblich seine Jungs mit Auszeiten in die Spur zu bringen. Bei einem 28:42-Rückstand sorgte dann Louis Olinde mit einem starken Block für eine Initialzündung. Unter dem Korb räumte Cliff Alexander mit seiner Urgewalt auf, und Rice sowie Taylor bliesen mit ihren Dreiern zur Aufholjagd. Unter dem Jubel der Fans, die auch die nicht immer souveränen Schiedsrichter auspfiffen, kämpfte sich das Brose-Team bis zur Pause auf 46:50 heran. Hoffnung gab auch, dass einige Leistungsträger der Telekom Baskets bereits hoch foulbelastet waren.

Mit hoher Intensität kamen die Gastgeber aus der Kabine und holten sich mit einer viertelübergreifenden 22:5-Lauf die Führung zurück. Doch Breunig und Mayo machten deutlich, dass sich die Bonner noch keineswegs geschlagen geben wollten. Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, in dem Ricky Hickman, Rice und Harris den 63:65-Rückstand in eine 72:65-Führung verwandelten. Mit einer 74:71-Führung ging das Perego-Team ins Schlussviertel.

Fans feiern ausgelassen

Und es blieb spannend: Nach zwei nicht geahndeten Attacken der Bonner Verteidigung ertönten wieder "Schieber-Rufe" aus dem Brose-Fanblock. Breunig und Mayo hatten die Gäste wieder in Führung geworfen. Doch Rubit brachte sein Team wieder mit 81:78 nach vorn. Das Zittern ging aber weiter, denn 27,2 Sekunden vor Schluss glichen die Bonner zum 87:87 aus. Rice traf aus der Ecke, doch die Gäste hatten noch 7,4 Sekunden Zeit für einen letzten Angriff. Der starke Breunig verfehlte aber gegen Harris das Ziel. Die Begeisterung kannte keine Grenzen - Freak City wurde seinem Ruf endlich wieder einmal gerecht. Die Mannschaft wurde für ihren Kampfgeist gefeiert, als hätte sie schon den Pokal gewonnen.

Spieler des Spiels

Cliff Alexander Coach Federico Perego hatte das Center-Kraftpaket in die Startformation beordert und wurde dafür mit einer Glanzleistung belohnt.  Alexander war im zweiten Viertel maßgeblich an der Aufholjagd beteiligt und dominierte dank seiner Athletik unter den Körben mit 21 Punkten und acht Rebounds.

Die Statistik

Bamberg Rice (21 Punkte/3 Dreier), Alexander (21), Rubit (13), Harris (10), Taylor (8/2), Hickman (7/1), Olinde (5), Heckmann (4/1), Stuckey (1), Zisis, Jelovac, Schmidt Bonn Breunig (21), Hanlan (16/4), Mayo (14/2), Webb (13/2), DiLeo (9/2), Polas Bartolo (4), Subotic (4), Reischel (3/1), Bircevic (3/1) SR Lottermoser, M. Reiter, Barth Zuschauer 5889 Gesamtwurfquote Bamberg 52 Prozent (31 Treffer/60 Versuche), Bonn 46 (30/65)

Dreierquote Bamberg 32 Prozent (7/22), Bonn 40 (12/30) Freiwurfquote Bamberg 75 Prozent (21/28), Bonn 63 (15/24) Rebounds Bamberg 42 ( 32 defensiv/10 offensiv), Bonn 30 (22/8) Ballgewinne/-verluste Bamberg 2/8, Bonn 2/5 Assists Bamberg 25 / Bonn 17 Fouls Bamberg 25 / Bonn 28

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