Bamberg
Basketball-Bundesliga

Brose Bamberg wird von den Bayern überrumpelt

Nach acht Siegen in Folge endet die Serie von Brose Bamberg im Spitzenspiel gegen den Meister aus München.
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Elias Harris (links), den hier der Münchner Nationalspieler Danilo Barthel foult, zeigte mit zehn Punkten, sieben Rebounds und drei Assists eine starke Leistung. Foto: Daniel Löb
Elias Harris (links), den hier der Münchner Nationalspieler Danilo Barthel foult, zeigte mit zehn Punkten, sieben Rebounds und drei Assists eine starke Leistung. Foto: Daniel Löb
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Frustriert waren die Basketballer von Brose Bamberg nach dem mit 75:80 verlorenen Derby gegen die Münchner Bayern am Abend vor Silvester. Nicht die Niederlage gegen den Liga-Dominator, der auch nach dem 13. Spieltag in der Bundesliga ungeschlagen ist, tat weh, sondern die Art und Weise, wie sie zustande kam.

"Wir waren zu weich", monierte Brose-Trainer Ainars Bagatskis. "Wir wurden überrumpelt", klagte Kapitän Nikos Zisis. "Wir waren nicht bereit, gegen eine physische Mannschaft zu spielen", meinte Flügelspieler Patrick Heckmann. Von einem bärenstarken FC Bayern München wurden die Bamberger in den ersten sechs Minuten nach allen Regeln der Basketball-Kunst auseinandergenommen. Mit 18:2 lagen die Gäste zu diesem Zeitpunkt bereits vorne und gaben die Führung bis zur Schlusssirene nicht mehr ab.

"Wir sind kein junges, sondern ein erfahrenes Team. Dennoch haben wir das vermissen lassen, was wir uns vorgenommen haben. Daher gibt es für den Start in dieses Spiel keine Entschuldigung. Darüber müssen wir reden", sagte Bagatskis nach der ersten Heimniederlage dieser Saison.

Sein Team bewies allerdings Moral und kämpfte sich zurück ins Spiel. Zur Halbzeit waren die Bamberger bis auf zwei Punkte an ihrem Gegner dran (37:39), der nach der Pause allerdings wieder besser aus den Startlöchern kam und sich abermals absetzte. Dank eines 8:0-Laufs des nie aufsteckenden Brose-Teams zum 73:75 46 Sekunden vor der Schlusssirene keimte bei den Bamberger Fans noch einmal Hoffnung auf den Sieg über den Erzrivalen auf, die Nihad Djedovic mit einem Dreier aus der Ecke aber zunichte machte.

Rubit bester Bamberger

Djedovic, mit 15 Punkten Topscorer bei den Gästen, war einer von sieben Bayern-Spielern, die sieben oder mehr Punkte zum Sieg beisteuerten. Bei den Bambergern schafften das nur der überragende Augustine Rubit (24 Punkte/zwölf Rebounds), Tyrese Rice (21) und Elias Harris (10). Das Trio erhielt zu wenig Unterstützung von seinen Mitspielern. Ricky Hickman und Stevan Jelovac sahen gegen die physische Spielweise der Münchner kein Land und erwiesen sich gar als Totalausfälle.

Schlechte Dreierquote

Die übrigen Bamberger stemmten sich zwar gegen die drohende Niederlage, doch schafften sie die Wende nicht, weil sie zu viele Distanzwürfe danebensetzten. Obwohl einige Male gut herausgespielt, fanden nur sieben Dreier bei 31 Versuchen (Trefferquote 23 Prozent) den Weg in den Münchner Korb. "Wir haben sehr viele freie Würfe nicht getroffen. Wenn wir die reingemacht hätten, sieht das Spiel anders aus", meinte Heckmann, dem diesmal selbst das Pech an den Fingern klebte.

Mit dem verdienten Sieg im Spitzenspiel behaupteten die Münchner ihre Vormachtstellung in der Bundesliga. Den Bayern war nicht anzumerken, dass ihnen das Euroleaguespiel gegen Buducnost Podgorica nur 48 Stunden zuvor in den Knochen steckte. "Unsere Energie war über das Spiel hinweg sehr gut, auch wenn wir am Ende ein paar unnötige Fehler begangen haben. Unterm Strich bin ich wirklich zufrieden", meinte Bayern-Trainer Dejan Radonjic. In ihrem nächsten Bundesliga-Spiel empfangen die Münchner am Sonntag Medi Bayreuth. Zuvor sind die Bayreuther jedoch am Donnerstag (20.30 Uhr) zum Jahresauftakt in Bamberg zu Gast.

Kommentar: Kein Bayern-Jäger

Nach dem Spiel gegen die Bayern, so meinte der Bamberger Flügelspieler Bryce Taylor vor dem Duell gegen den Erzrivalen aus München, wisse sein Team, wo es stehe. Nach der knappen 75:80-Niederlage könnte man denken, das Brose-Team agiert fast auf Augenhöhe mit dem Meister. Doch dieser Anschein trügt. Denn das letzte Spiel des Jahres 2018 war eine Machtdemonstration der Münchner. Gestärkt durch das Stahlbad Euroleague brachten sie eine derart körperbetonte Spielweise auf das Parkett der Brose-Arena, mit der sie die Bamberger phasenweise hilflos aussehen ließen. Das bayerische Derby sollte nun endlich allen Spielern der Brose-Truppe klargemacht haben, dass sie ihr Defensivverhalten auf ein ähnliches Niveau bringen müssen, wenn sie ihre Ziele in dieser Saison erreichen wollen. Die Frage ist aber: Verfügen die Bamberger überhaupt über genügend Spieler, die das auch schaffen? Vieles spricht daher dafür, dass es in dieser Saison nur einen Bayern-Jäger geben wird. Und der kommt nicht aus Bamberg, sondern aus Berlin.

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