Bamberg

Brose Bamberg wird nach der Pause vorgeführt

Brose Bamberg blamiert sich in Vechta im dritten Viertel und kassiert eine 66:80-Abreibung.
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Kameron Taylor (r.) versucht an Jordan Davis von Rasta Vechta vorbei zum Korb zu ziehen. Foto: Christian Becker
Kameron Taylor (r.) versucht an Jordan Davis von Rasta Vechta vorbei zum Korb zu ziehen. Foto: Christian Becker
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Ein desaströses drittes Viertel (10:28) bescherte den enttäuschenden Bamberger Brose-Basketballern eine 66:80 (37:36)-Auswärtspleite in Vechta. Die Rastaner, die mit ihrer aggressiven Verteidigung, das Bamberger Offensivspiel nach der Pause komplett lahm legten, sind mittlerweile der Angstgegner des neunmaligen deutschen Meisters.

Bundesliga

Rasta Vechta - Brose Bamberg 80:66

(22:21, 14:16, 28:10, 16:19) Nach dem glücklichen 86:85-Erfolg der Mannschaft von Pedro Calles vor 19 Tagen im Hinspiel in Freak City sicherte sich Vechta in diesem Duell zweier zuvor punktgleicher Teams auch den direkten Vergleich und bleibt im Rennen um Platz 4, der im Play-off-Viertelfinale Heimrecht bedeuten würde. Das Team von Trainer Roel Moors, das zuletzt steigende Tendenz bewiesen hatte, präsentierte sich dagegen am Samstagabend im Rasta Dome in erschreckender Verfassung: Kein Spieler erreichte Normalform, von mannschaftlicher Geschlossenheit gar nicht zu sprechen - gelingt nicht schleunigst eine Trendwende, findet die heiße Phase der Saison ohne die Brose-Truppe statt.

Mit fünf erfolgreichen Dreiern gelang es den Bambergern im ersten Viertel (21:22) die sieben Ballverluste noch einigermaßen zu kompensieren. Schon in dieser frühen Phase der Partie wurde aber deutlich, dass keiner der zwölf eingesetzten Brose-Akteure in der Lage ist, der Partie seinen Stempel aufzudrücken. Die Aufbauspieler schafften es nie, die vermeintliche Überlegenheit auf den großen Positionen zu nutzen und die langen Leute ins Spiel zu bringen. Am Ende entschieden die Rastaner dank Ismail Wainright (8) und Michael Kessens auch das Duell unter den Körben mit 31:23 für sich.

In den zweiten zehn Minuten gingen die Gäste in dieser vom Kampf geprägten Partie etwas bissiger zu Werke und sicherten sich nach einem zwischenzeitlichen Sechs-Punkte-Rückstand sogar noch eine 37:36-Pausenführung. Diese positive Entwicklung war allerdings weniger der Bamberger Stärke als viel mehr den Unzulänglichkeiten der Hausherren zuzuschreiben - beide Mannschaften hatten vor dem Seitenwechsel jeweils elf Ballverluste zu Buche stehen.

In der Kabine hatte dann Calles seine Jungs offensichtlich deutlich besser eingestellt als sein Gegenüber, der in den folgenden zehn Minuten kein Mittel fand, sein Team wachzurütteln und den Lauf der Gastgeber zu stoppen. "Rasta hat einen guten Start in die zweite Halbzeit erwischt, und wir hatten nicht die mentale Stärke, um in unser Spiel zu finden. Wir haben alles vergessen, worüber wir vorher gesprochen hatten", analysierte Moors später und erklärte: "Wir wussten ja, dass Vechta sehr aggressiv spielt. Jedoch waren wir nicht in der Lage, ebenso aggressiv zu sein. Man braucht nur einmal auf die Freiwurfstatistik schauen: 25 Versuche für Vechta, neun für uns. Das sagt viel über die Aggressivität aus, die wir heute nicht hatten."

Angeführt von dem einmal mehr überragenden Trevis Simpson (23 Punkte) und Kapitän Josh Young (13), der auch schwierige Distanzwürfe mit Ablauf der 24-Sekunden-Uhr traf, zogen die Hausherren zweistellig (49:39) davon und brannten bis kurz vor der Viertelsirene (64:43) ein offensives Feuerwerk gegen hilflose Bamberger ab.

In den letzten Sequenzen des dritten und auch im Schlussviertel bemühten sich die Gäste zwar, noch einmal heranzukommen. Dass noch etwas Ergebniskosmetik (58:72) gelang, war aber mehr den Nachlässigkeiten der Gastgeber als der spielerischen Klasse der Brose-Mannschaft geschuldet.

"Wir haben im dritten Viertel vollends den Fokus verloren. Vechta spielte mit viel mehr Energie und Härte, traf auch schwierige Würfe. Wir waren nicht in der Lage, ihrer Physis etwas entgegenzusetzen", sprach Christian Sengfelder bei Magenta Sport die Schwächen deutlich an.

Spieler des Spiels

Christian Sengfelder Der Neu-Nationalspieler kam als einziger Bamberger mit zehn Punkten auf eine zweistellige Ausbeute. Seine beiden Dreier traf der Power Forward, der zumindest Einsatz zeigte und mit über 28 Minuten die längste Spielzeit erhielt, allerdings erst im Schlussviertel, als die Partie längst entschieden war.

Die Statistik

Vechta: Simpson (23 Punkte/3 Dreier), Young (13/3), Wainright (10/1), DiLeo (10/2), Murphy (8), Kessens (7), Vasturia (5), Herkenhoff (4), Raffington, Reischel, Davis

Bamberg: Sengfelder (10/2), Harris (8), B. Taylor (8/2), Weidemann (7/1), Atkins (7), Lee (6/2), Olinde (6/2), K. Taylor (5), Obasohan (5/1), McLean (2), Marei (2), Seric Schiedsrichter: Panther, Oruzgani, Arik Zuschauer: 3140

Gesamtwurfquote: Vechta 53 Prozent (25/47), Bamberg 47 (26/55) Dreierquote: Vechta 50 Prozent (9/18) / Bamberg 34 (10/29) Freiwurfquote: Vechta 84 Prozent (21/25), Bamberg 44 (4/9) Rebounds: Vechta 31 (24 defensiv/7 offensiv), Bamberg 23 (16/7) Ballgewinne/-verluste: Vechta 8/16, Bamberg 5/18

Assists: Vechta 17 / Bamberg 17 Fouls: Vechta 21 / Bamberg 22

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