Bamberg

Brose Bamberg und Heitec Volleys: mehr Partner als Rivalen

In der Brose-Arena spielen künftig zwei Bundesligateams. Die Basketballer von Brose Bamberg und die Volleyballer der Heitec Volleys hoffen, voneinander zu profitieren.
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Fotos: Daniel Löb, Montage: Micho Haller
Fotos: Daniel Löb, Montage: Micho Haller
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Mit dem Umzug der Heitec Volleys von Eltmann nach Bamberg sind die Brose-Basketballer nicht mehr der sportliche Alleinnutzer der Multifunktionshalle an der Forchheimer Straße. Die oberfränkischen Sportfans aus der Region bekommen dort nicht mehr ausschließlich Bundesliga-Basketball, sondern künftig auch erstklassiges Volleyball zu sehen. Als Konkurrenten um die Gunst der Zuschauer sehen sich die beiden Erstligisten aber nicht.

"Die Heitec Volleys sind für uns keine Konkurrenz, sondern eine Bereicherung für die Stadt.

Wir von Brose Bamberg unterstützen sie und hoffen, dass sich viele Menschen hier auch für den Volleyballsport begeistern", sagt Arne Dirks, Geschäftsführer des neunfachen deutschen Basketballmeisters. Einer seiner Vorgänger ist nun für den Bundesliga-Aufsteiger aus Eltmann tätig. Auch Wolfgang Heyder, Marketing-Manager der Heitec Volleys, sieht das Volleyball-Bundesligateam nicht als Konkurrenz für die hiesigen Korbjäger: "Basketball ist in Bamberg alleine schon wegen seiner Historie die Nummer 1 und wird es auch bleiben. Vom Publikum her wird es kaum Überschneidungen geben."

Heyder erinnert an die Saison 2009/10, als mit dem VC Franken schon einmal ein Volleyball-Bundesligateam in der Brose-Arena spielte: "Wir hatten damals die Halle beim Basketball immer voll, und zum Volleyball sind auch immer knapp 2000 Leute gekommen." Aufgrund von Missmanagement war für den Bundesliga-Volleyball in Bamberg aber nach nicht einmal einer Spielzeit schon wieder Schluss. Nach einem Insolvenzantrag entzog die Deutsche Volleyball-Liga dem VC Franken trotz sportlicher Qualifikation für die Meisterschafts-Play-offs die Lizenz und nahm ihn aus dem Spielbetrieb.

Die seit Jahren finanziell seriös arbeitenden Eltmanner wagen nach freiwilligem Verzicht in den Jahren zuvor nun den Sprung in die Bundesliga, wollen sich in der höchsten deutschen Klasse etablieren und hoffen in Bamberg langfristig auf eine sportliche Heimat. "Im Vergleich zum Basketball kann man in der Volleyball-Bundesliga schon mit relativ wenig Geld erfolgreich sein. Wenn wir es schaffen, auf ein Budget von einer oder 1,2 Millionen Euro zu kommen, werden wir in der Liga gut mitspielen können. Ich halte es nicht für unrealistisch, das zu schaffen", sagt Heyder. In die kommende Saison gehen die Heitec Volleys mit einem Etat von 850 000 Euro und bewegen sich damit nach eigenen Angaben im Mittelfeld der Liga.

Auf Sponsorensuche

Seitdem der Umzug nach Bamberg feststeht, gehen die Heitec Volleys auch in Bamberg auf Sponsorensuche, um ihr Budget zu erhöhen. Und fischen damit in Gewässern, in denen die Brose-Basketballer seit Jahren ihre Angel auswerfen. "Sicherlich werden die Heitec Volleys auch den einen oder anderen Partner von uns ansprechen. Aber das ist okay. Ich habe früher für Bremerhaven gearbeitet, da gibt es auch zwei Bundesligisten mit Basketball und Eishockey. Dort hat das keinem Probleme bereitet", sagt Dirks.

In Bamberg gut aufgenommen

Laut Heyder seien die Volleyballer in der Bamberger Wirtschaftswelt wohlwollend aufgenommen worden: "Da können wir uns überhaupt nicht beklagen. Es gibt einige Sponsoren, die neben dem Basketball auch uns unterstützen wollen. Keiner wird vom Basketball zum Volleyball wechseln." Eine Ausnahme gibt es aber doch: Eine bundesweit tätige Supermarktkette hat ihr langjähriges finanzielles Engagement bei Brose Bamberg im Sommer beendet, nachdem sich beide Seiten nach Informationen dieser Zeitung nicht mehr über die Konditionen einig geworden sind, und ist bei den Volleyballern eingestiegen. "Das Unternehmen wollte im Sportsponsoring weitermachen. Für uns war das ein absoluter Glücksfall", freut sich Heyder, der zunächst einmal den Bekanntheitsgrad der Heitec Volleys in der neuen Heimat erhöhen will. "Bei der Markenbildung haben wir natürlich noch viel Luft nach oben. Das hängt auch daran, dass sich die Entscheidung über den Umzug nach Bamberg relativ lange hingezogen hat", meint der Manager.

Die Brose-Basketballer wollen die Volleyballer auf diesem Weg unterstützen. "Arne Dirks hat von Anfang an signalisiert, mit im Boot zu sein", erklärt Heyder. Beim Spendenwurf im Heimspiel gegen Alba Berlin standen mit Tobias Werner und Luuc van der Ent zwei Spieler der Heitec Volleys an der Freiwurflinie und betrieben Werbung für das erste Heimspiel am Freitag.

Weitere gemeinsame Aktionen soll es geben. "Wir tauschen uns jetzt schon aus. Wir können voneinander profitieren, wenn wir ein paar Dinge gemeinsam umsetzen - die Volleyballer vielleicht zurzeit noch etwas mehr von uns als wir von ihnen. Aber das wird sich geben", meint Dirks.

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