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Basketball

Brose Bamberg ist ratlos nach dem Final Four

Als es in der Champions League um den Titel ging, versagte das Team von Brose Bamberg. Die Enttäuschung ist riesig.
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Enttäuscht verlässt Brose-Kapitän Nikos Zisis nach der Siegerehrung das Parkett. Die Bronzemedaille mussten die Bamberger dem Turniergastgeber Telenet Giants Antwerpen überlassen. Foto: Daniel Löb
Enttäuscht verlässt Brose-Kapitän Nikos Zisis nach der Siegerehrung das Parkett. Die Bronzemedaille mussten die Bamberger dem Turniergastgeber Telenet Giants Antwerpen überlassen. Foto: Daniel Löb
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Als die Basketballer von Virtus Bologna im riesigen Sportpaleis von Antwerpen ihre Goldmedaillen umgehängt bekamen, waren die Spieler von Brose Bamberg längst wieder zurück im Mannschaftshotel. Die große Siegerparty mussten sie anderen überlassen, und selbst der Trostpreis in Form von Bronze blieb ihnen verwehrt. "Wir haben eine große Möglichkeit leichtfertig aus der Hand gleiten lassen", meinte Patrick Heckmann.

Nicht nur der Bamberger Flügelspieler schob beim Final Four der Champions League Frust. Wie die Mannschaft hofften auch die Fans auf den ersten internationalen Titel der Vereinsgeschichte - und sahen zwei miserable Leistungen ihres Teams. Die Reaktionen von einigen der rund 400 mitgereisten Anhängern in der Halle und in den sozialen Netzwerken des Internets fielen entsprechend deftig aus. "Das ist verständlich. Da müssen wir durch. Wenn wir es nicht schaffen, unsere Fähigkeiten aufs Feld zu bringen, müssen wir uns dem stellen", sagte Heckmann.

Einziges Team ohne Sieg

50 Punkte im Halbfinale gegen Virtus Bologna und 58 gegen die Telenet Giants Antwerpen waren viel zu wenig, um auch nur ansatzweise an einem Sieg zu schnuppern. Folgerichtig blieb der deutsche Pokalsieger als einziges Team beim Final Four ohne Sieg. "Es war das schlechteste Wochenende dieser Saison," meinte Trainer Federico Perego.

Auf die Frage, warum die Mannschaft ausgerechnet in dem Moment versagte, als der historische Triumph zum Greifen nah war, gab es keine Antworten. "Das müssen wir aufarbeiten. Die Mannschaft war vor dem Final Four ungemein fokussiert. Daher habe ich jetzt noch keine Erklärung", meinte Arne Dirks. Wie Perego ("Wir sind hierhergekommen, weil wir uns das verdient hatten") wollte der Geschäftsführer nicht den Stab über die Mannschaft brechen: "Es ist schon ein Erfolg, dass wir es überhaupt ins Final Four geschafft haben bei den Gegnern, die wir hatten."

Im Gegensatz zu Alba Berlin, das im Eurocup-Finale an Valencia BC gescheitert war, und s.Oliver Würzburg, das im Europe-Cup-Final gegen Dinamo Sassari den Kürzeren gezogen hatte, galten die Bamberger als aussichtsreichster Kandidat, in dieser Saison einen internationalen Titel nach Deutschland zu holen. Ein Triumph in der Champions League hätte nicht nur das Image wieder kräftig aufpoliert, sondern auch eine Prämie von einer Million Euro in die Vereinskasse gespült.

140 000 Euro Preisgeld

Als Viertplatzierter muss sich Brose Bamberg mit einem Preisgeld in Höhe von 140 000 Euro begnügen. "Das Herz blutet nicht nur aus sportlicher, sondern auch aus kaufmännischer Sicht. Die Siegprämie hätten wir gerne mitgenommen, sie hätte uns in dieser Saison definitiv gutgetan", meinte Geschäftsführer Dirks.

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