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Brose Bamberg packt in Riga entschlossen zu

Eine konzentrierte Verteidigungsleistung über 40 Minuten beschert dem Team von Trainer Roel Moors den dritten Sieg in der Champions League.
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"Lettisch-venezolanisch": Rigas Roberts Freimanis (links) und Michael Carrera ringen um das orangene Leder.  Foto: championsleague.basketball
"Lettisch-venezolanisch": Rigas Roberts Freimanis (links) und Michael Carrera ringen um das orangene Leder. Foto: championsleague.basketball

Der fränkisch-lettische Abend endete unentschieden. Während sich die Basketballer von Brose Bamberg am Mittwoch in der Champions League mit 76:55 beim lettischen Titelträger VEF Riga, durchsetzten, musste sich Medi Bayreuth zur gleichen Zeit im Fiba Europe Cup dem Vizemeister BK Ventspils mit 80:84 geschlagen geben. Das Bayreuther Zwischenhoch mit wettbewerbsübergreifend vier Siegen in Folge ist vorerst beendet, der Bamberger Lauf hält mit sechs Erfolgen in Serie an.

Drei Siege davon feierte das Brose-Team in der Champions League und befindet sich nach den zwei Auftaktniederlagen mittlerweile auf Kurs. Die Gruppe C entwickelt sich bereits nach fünf von 14 Spieltagen zur Zwei-Klassen-Gesellschaft. Mit Teneriffa (fünf Siege), Nymburk (vier), Nowgorod, Peristeri und Bamberg (drei) scheinen fünf Teams um die vier Achtelfinal-Tickets zu kämpfen, während es für Gaziantep, Riga (je ein Sieg) und das sieglose Schlusslicht Mornar Bar schwierig werden dürfte.

Für den lettischen Vertreter kommt erschwerend hinzu, dass er in der Rückrunde in fünf der sieben Partien auswärts antreten muss. Gegen Bamberg kassierte VEF am Mittwochabend bereits die dritte Niederlage vor heimischer Kulisse. "33 Minuten haben wir solide gespielt, in den letzten sieben Minuten sind wir eingebrochen", resümierte Rigas Trainer Janis Gailitis.

Schnupperte sein Team zu Beginn des letzten Viertels (43:46) noch an der Überraschung, machte das offensiv über weite Strecken des Spiels unter seinen Möglichkeiten gebliebene Brose-Team in den letzten sechs Minuten ernst und schraubte den Vorsprung auf über 20 Punkte hoch. "Wir haben in der Phase einige Bälle weggeschmissen und den Bambergern einfache Körbe ermöglicht. Sie haben das ganze Spiel über viel Druck auf unsere Aufbauspieler gemacht, das hat sich am Ende bemerkbar gemacht", sagte der VEF-Coach.

Gailitis konnte aufgrund der kurzfristigen verletzungsbedingten Ausfälle der Guards Janis Blums und Kristaps Mediss nur mit sieben Spielern rotieren, während der Bamberger Coach Roel Moors die Spielzeit relativ ausgeglichen auf elf Akteure - nur Bryce Taylor kam nicht zum Einsatz - verteilte. "Ich bin sehr zufrieden damit, wie wir heute aufgetreten sind - sowohl offensiv als auch defensiv. Wir haben dem Gegner oft nur schwierige Würfe gegeben. Manche hat Riga zwar gemacht, aber das war trotzdem gute Abwehrarbeit", erklärte Moors.

Bamberg verliert Reboundduell

Bis auf die Anfangsminuten, in denen Riga seinen schnellen, gefährlichen Spielstil andeutete, kontrollierten die Bamberger das Tempo und ließen Rigas Schlüsselspieler, die Guards Lester Medford (17 Punkte, 5 Ballverluste) und Arturs Kurucs (9 Punkte, 3 Ballverluste), kaum zur Entfaltung kommen.

Leichte Probleme hatten die Oberfranken beim Rebound, insbesondere in den Phasen, als Assem Marei (12 Punkte, 7 Rebounds) und Christian Sengfelder nicht auf dem Parkett standen. Die Letten sicherten sich insgesamt zwei Abpraller mehr als die Bamberger (35:33), die vor der Partie in dieser Kategorie auf Rang 3 der Champions League gelegen waren.

Dass die Gäste diesmal nur sechs Offensivrebounds (17 im Schnitt) in die Hände bekamen, lag einerseits an der taktischen Maxime, keine Schnellangriffe von Riga zuzulassen, und andererseits an der letztlich auch ordentlichen Wurfausbeute. "In der Offensive haben wir den Ball gut bewegt, aber haben - bis auf das vierte Viertel - einige Würfe, die wir normalerweise machen, verfehlt", so Moors. Die Balance im Brose-Offensivspiel stimmte: Wurden Marei und Co. am Zonenrand nicht gedoppelt, spielten sie ihre individuelle Qualität im Eins-gegen-Eins aus, kam die Hilfe, wurde der Ball mit zwei, drei schnellen Pässen zu den offenen Schützen befördert.

Dass die lange Zeit überschaubare Trefferquote nach 40 Minuten noch die 50-Prozent-Marke knackte, lag vor allem an Tré McLean (23 Punkte, 5 Rebounds), der seiner Mannschaft mit vier blitzsauberen Dreiern in viereinhalb Minuten im letzten Abschnitt ein mögliches Zitterspiel ersparte. Fehlwürfe sind für den 26-Jährigen derzeit ohnehin keine erstrebenswerte Option. 16 von 22 Dreiern traf der US-Amerikaner in den vergangenen fünf Pflichtspielen.

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